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Mit ihrer gestrigen Entscheidung zur Änderung der Frequenzausstattung hat die Regulierungsbehörde laut Telekom-Regulator Georg Serentschy die Voraussetzungen geschaffen, dass ein vierter Mobilfunkbetreiber in den österreichischen Markt eintreten kann. "Das ist deswegen wichtig, weil die internationale Erfahrung zeigt, dass das Zurückgehen von vier Anbietern auf drei Anbieter in einigen europäischen Märkten zu einem Steigen von Preisen zu einer Verminderung von Servicequalität geführt hat", sagte Serentschy am Freitag bei einem Pressegespräch in Wien.
Das sei ja auch die Besorgnis der EU-Kommission gewesen, die zu einer vertieften Prüfung der geplanten Fusion von "Drei" und Orange geführt habe, erklärte der Regulator. Deshalb habe Hutchison die Auflage bekommen, Frequenzen abzugeben, Standorte für Basisstationen zur Verfügung zu stellen und bei der Auktion im kommenden Jahr Frequenzen für einen möglichen neuen Mobilfunker zu reservieren.
"Damit ein vierter Betreiber in den Markt eintreten kann, braucht er zwei Arten von Spektrum: Er braucht Kapazitätsspektrum und Flächenspektrum", erklärte Serentschy. Spektrum im Bereich von 2,6 GHz sei gut geeignet, dicht besiedelte Gebiete zu versorgen. "Von diesem Spektrum hat Hutchison nach unserer Beurteilung mehr als genug, davon müssen sie etwas abgeben." Das Flächenspektrum (800 und 900 MHz) werde bei der Auktion im nächsten Herbst vergeben werden. "Was wir machen werden ist, einen Teil des Spektrums von 800 MHz für einen Neueinsteiger zu reservieren." Außerdem müsse Hutchison auch 2,6-GHz-Spektrum an diesen Erwerber des reservierten 800-MHz-Bandes abgeben. Darüber hinaus müsse Hutchison Basisstationen abgeben, die durch den Zusammenschluss der Netze von Hutchison und Orange überflüssig würden.
Falls sich kein vierter Interessenten finden sollte - "wir sind ja hier keine Träumer" - dann werden die reservierten Frequenzen unter den verbleibenden Bietern bei der Auktion mitversteigert. Die überzähligen Sites müsste H3G abbauen.
Die Untervermietung des Hutchison-Netzes an virtuelle Mobilfunkbetreiber allein wäre nicht ausreichend gewesen, um den Wettbewerb zu sichern, betonte Serentschy, da solche Betreiber nur die Retailpreisbewegungen der Hostbetreiber im Wesentlichen nur nachvollziehen könnten.
Die Ausschreibung der Frequenz-Auktion soll voraussichtlich im April erfolgen, die Abhaltung im September. Die Versteigerung sei ein Großereignis und müsse genau vorbereitet werden. "Es gibt deutlich über eine Million kombinatorische Möglichkeiten, wie ein Bieter bieten kann." Das Jahr 2013 werde jedenfalls "sehr spannend werden weil die Weichen gestellt werden für den Mobilfunk für die nächsten 20 Jahre." (APA, 14.12.2012)
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