Pendlerpauschale, eine Autoverkehrspauschale

Kolumne | Rudolf Skarics
14. Dezember 2012, 15:32
  • Brennpunkt Wien: Hunderttausende Pendler strömen jeden Tag aus dem Umland in die Bundeshauptstadt.
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    Brennpunkt Wien: Hunderttausende Pendler strömen jeden Tag aus dem Umland in die Bundeshauptstadt.

Mit der jüngsten Reform wird bloß eine unkluge Standortwahl subventioniert

Im Begriff Pendlerpauschale steckt eigentlich schon das Problem, weil sich Verkehrsstrukturen nicht pauschal verbessern lassen. Dem Staat geht das Geld aus für Bildung, Gesundheit, Soziales. Der Landschaft geht die Landschaft aus, weil planlos alles zubetoniert wird, schon weniger mit Straßen zwar, aber umso mehr mit Zersiedlungen, Einkaufszentren und Lagerhallengeschwüren, die man dann Wirtschaftsparks nennt. Hier befindet sich unsere Immobilienspekulationsgesellschaft offenbar schon im Stadium der schweren Suchtkrankheit, nach dem Motto, nur ein Glas noch, dann hör ich eh auf.

Während akademische Studien gemacht werden, um zu lebenswerter Verkehrsgestaltung zu finden, und wertvolle Erkenntnisse daraus gewonnen werden, wird von den Politikern hemdsärmelig Geld verteilt, womit jede Planung ad absurdum geführt wird.

Dauerwahlkampfstimmung

Die jüngste Reform der Pendlerpauschale ist ein krasses Beispiel dafür. In einer Art Dauerwahlkampfstimmung tut die Regierung so, als ob sie es mit den Autofahrern gut meinte, indem sie Geld auch an Menschen verteilt, die sich ihr Pendlerdasein selbst ausgesucht haben und es auch problemlos selbst bezahlen könnten.

Die blinde Förderung des Autoverkehrs mit Geld, das man ohnehin vorher schon den Autofahrern weggenommen hat, ist ein Perpetuum mobile, das mit hoher Energie in die falsche Richtung läuft. Man fördert damit ja nicht das, was wir positiv unter Mobilität verstehen, sondern letztlich die unkluge Standortwahl, sowohl was Arbeitsplätze als auch die Wohnsituation angeht. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 14.12.2012)

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Information

Informierts euch besser, bevor Ihr so einen KronenzeitungInnenschwachsinn schreibts, wer wieviel Pendlerpauschale wofür kriegt.
https://www.help.gv.at/Portal.No... 00600.html

Erst die Wohnbauförderung kassieren....

für die Zersiedelung im Speckgürtel und dann die Pendlerpauschale als Subvention für's Zweitauto. Und sich dann noch über'n Stau aufregen...
Perverser geht's nimmer!

klar, weil im speckgürtel erspart man sich mit der PP derart viel da ist das zweitauto locker drin.

also das von HPI oder so ...

es muss durchaus nicht immer sein dass einen das leben

im speckgürtel / im umland der städte wirklich billiger kommt - die meisten leut neigen dazu sich bei den kosten fürs auto und dessen benutzung selbst anzulügen bzw diese kosten unter "hat man sowieso" gar nicht wahrzunehmen. sobald das zweitauto "notwendig" wird ist die ersparnis oft schon zweifelhaft.

entscheidend ist aber dass durch derartige förderungen und subventionen psychologisch vermittelt wird dass es ein erwünschtes und sozial positives verhalten wäre in die pampa zu ziehen und alle wege mit dem auto zu erledigen. während so ein verhalten in wirklichkeit sozial extrem nachteilig ist und auf jeden fall ausschliesslich auf eigene kosten ohne jegliche förderung wahrgenommen werden sollte.

So ein Schwachsinn.

Genauso sollte man die Lebensmittelkosten in den Städten erhöhen

weil die künstlich tief gehalten Lebensmittelkosten (Transport durch LKW querfinanziert, Durch Bauernförderung tief gehalten etc.) wird die Landflucht gefördert, wo doch am Land jeder seine Lebensmittel selbst anbauen könnten, udn somit viele Transportkilometer und Förderungen gar nicht notwendig wären.

/Ironie off

Lebensmittelkosten

Warum nur in Staedten?
Die im Speckguertel sollen auch da mittun.

was für ein aufgelegter ausgemachter schwachsinn

hanebücherner unsinn der genau NICHTS mit dem thema zu tun hat.

solche justament-pro-autofahrer-subventionitis-beiträge sind eine beleidigung jeder halbwegs durchschnittlichen intelligenz.

und zu behaupten mit der PP könnte man nen zweitwagen finanzieren ist genau was ...?

Wieso, wo er Recht hat, hat er Recht.
Die Versorgungsfahrten der betreffend Basisbedürfnisse völlig hilflosen Stadt sind, per LKW durchgeführt, ein wesentlicher Bestandteil der Umweltbelastung.
Es ist auch eine Zumutung, dass bereits viele Strassenabschnitte etwas weiter weg von Wien nicht mehr nach dem lokalen Bedarf sondern nach den (Wochenend)urlaubstransitbedürfnissen dimensioniert werden müssen.

genau, weil die supermärkte an den schnellstrassenabfahrten

und ortsumfahrungen im weinviertel und im wr. becken werden direkt von den bauern beliefert und nicht vom billa- und spar-zentrallager.

es bleibt hanebüchener schwachsinn.

na schau.

geht doch.

Informieren statt schmieren!

Großes Pendlerpauschale
Das große Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt ist, denen aber die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

https://www.help.gv.at/Portal.No... 00600.html

das Pauschale

Tut echt weh in den Augen.

Wann wird in dieser

Diskussion bedacht, dass es nicht um Wien alleine geht sondern um ganz Österreich? Ja, es gibt auch noch ein Österreich außerhalb Wiens und Niederösterreichs. Aber das Thema eignet sich gut für die grüne Hetze

Werte Rotstrichler, ein Drittel der Wiener Penderfahrten sind Auspendler, diese könnte man dann ja auch aussiedlen, damit sie, wie immer gefordert wird, beim Arbeitsplatz wohnen. Verbleibend 16 % der wiener Bechäftigten als Pendler.
Diese sind _nicht_ das Hauptproblem des Wiener Verkehrschaos, das sind die Wiener selber.
Auch daran erkenntlich, dass der Wochenendverkehr bereits ca. 80% des Berufsverkehrs beträgt.

Lesen Sie doch einfach ein bisserl nach, wie prekär und kontroversiell z.B. die Situation in Graz ist...

Offensichtlich ist es in den übrigen größeren Landeshauptstädten ja auch nicht viel besser.

Dann möge man im Süden von Graz zumindest einen Parkplatz mit einer schnellen Verbindung in die Stadt bauen anstelle des Substandardproduktes albanischer Qualität am Kreisel.
Oder auch innerhalb der Stadt Öffis, die diesen Namen auch verdienen.
Da gibt es Fälle, wo man aussen von einem Bezirk in den anderen 40 Minuten aufwärts braucht.
Andererseit hat jeder, der in diese Stadt zum Zwecke des Einkaufs fährt, einen an der Waffel. Praktisch sämtiche Geschäfte -1 sind bereits ausserhalb. Was zum Verkehr natürlich auch gar nicht beiträgt. Eh nicht.

Die Rotstrichler vertragen anscheinend die Wahrheit nicht!

(C:

Das ist in Linz nicht anders:

Die Zersiedelungsprämie wird in ganz Österreich bezahlt, und ganz Österreich leidet unter den Pendlern.

Neue Volkskrankheit

Verkehrsbelastetes Pendlerleiden!

ganz Österreich leidet unter den Pendlern..

polemischer gehts nimmer.

natürlich gibt es verschiedene gründe warum menschen weit ausserhalb von ballungszentren wohnen und das ist auch nicht von heute auf morgen zu ändern, aber das ziel muss doch sein die menschen näher an und in die stadt zu ziehen. förderungen wie die pendlerpauschale verlangsamen diesen prozess erheblich.

Der text bringt es kurz und bündig auf den punkt. Die Pendlerpauschale ist in ökologischer hinsicht eine katastrophe. allerdings darf man das hauptproblem nicht aus den augen verlieren, nämlich die zersiedelung in vielen gebieten österreichs, die großzügig vom staat finanziert wird. Nur deshalb reden wir überhaupt von einer pendlerpauschale. zusätzlich zur pendlerpauschale kommen allerings noch die Eigenheim- und Jungfamilienförderung, sowie die Bereitstellung öffentlicher Infrastruktur hinzu. es wird langfristig gesehen unumgänglich sein transportwege möglichst kurz zu halten und den MIV drastisch zu reduzieren. Allein mit dem Geld der Wohnbeihilfe könnten jährlich 3000 Wohnungen saniert und die laufenden kosten um 70% reduziert werden

Die Pendlerpauschale sebst ist schon eine Zersiedelungsprämie.

Wer 15 km vom Arbeitsort entfernt siedelt (das man das bei bestehendem Arbeitsverhältnis macht, ist steuerlich ja wurscht), bekommt mehr Geld, wenn das abseits einer öffentlichen Verkehrslinie ist. Ist am Wohnort dagegen eine entsprechend bediente Bushaltestelle, geht man leer aus.

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