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Da fährt er hin, der Traktorist.
Es braucht nicht viel, um Österreich dem Untergang des Abendlandes näherzubringen. Denken Sie jetzt aber bitte nicht an den Skandal um die Hochfinanzer mit den goldenen Händchen in diversen Provinzregierungen. Die lassen sich vom Bund zwar Steuergeld zuweisen (und das nicht zu knapp, wie die erpresserisch geführten Finanzausgleichsverhandlungen belegen). Die dazugehörige und unerlässliche Kontrolle freilich verweigern sie als Entmündigung, wie ein Tiroler Ex-Gendarm offenherzig zugibt.
Da ist es nur logisch, dass nicht das große Spekulationsrad, an dem kleine, weisungsgebundene Sachbearbeiter drehen, der p. t. Volksvertreter Zorn sprießen lässt. Nein, es sind die kleinen Dinge, die den ohnehin scheintoten Parlamentarismus lahmlegen. Der Traktorführerschein zum Beispiel.
Das kam so: Die Verkehrsministerin hatte sich im Frühjahr erdreistet, die Landwirte zu verpflichten, bei der Fahrt mit Landmaschinen Kfz-Papiere und Führerschein mitführen zu müssen. Das war der selbsternannten Bauernpartei im Parlament natürlich zu viel, zumal das Ansinnen durch die (öffentliche) Begutachtung ins Gesetz geschmuggelt worden war. Also verhinderte sie monatelang die Abhaltung von Verkehrsausschusssitzungen, quasi Geiselhaft für Mobilität.
Nun muss man wissen, dass dem fleißigen, tüchtigen Bauern - wie allen Verkehrsteilnehmern - selbstverständlich zumutbar ist, den Ausweis im Pkw mitzuführen. Aber um Gottes willen nicht auf der Fahrt zum Acker. Aber keine Sorge: Die heilige Kuh ist gerettet, Agrarier dürfen wieder inkognito fahren. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 14.12.2012)
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Und darf trotzdem im Standard schreiben. Also zur Klarstellung: Die Mitführpflicht gab es erst ab einer Entfernung von 10 km zum dauernden Standort des Fahrzeuges, damit der Bauer nicht jedes Mal seinen Schein einstecken muss, wenn er mal ein paar Meter über die Straße zum nächsten Acker fährt. Außerdem ist der Halter im ländlichen Bereich meist bekannt und die Fluchtgefahr recht gering. Auch jetzt muss der Zulassungsschein nicht mitgeführt werden, wohl aber der Führerschein, was doch etwas sonderbar ist. Genauso wie der nie genannte Grund für die Änderung.
Vielleicht ist das tatsächlich eine Neiddebatte und es ginge viel mehr um Ausnahmeregelungen von der Mitführplicht auch für andere betroffene Berufsgruppen in ähnlichen Situationen.
Aber diese Annahme trifft man lieber nicht, wenn man bei ÖVP und ÖVP-Wählerschaft allzu reflexhaft (wenn auch in anderen Zusammenhängen berechtigterweise) an Privilegien denkt.
Ich sehe keine vernünftigen Gründe, den Bauern das Mitführen besagter Papiere generell abzuverlangen. Schließlich trifft man den Bauer am Traktor üblicherweise in oder nahe der ländlichen Wohnsitzgemeinde an, wo Polizeibeamte und Bauern einanders nicht selten sogar namentlich kennen.
Wusste gar nicht, dass die ÖVP und die SED soviel gemeinsam haben: http://www.youtube.com/watch?v=SpCD_IIQUKo
Aber warum wundere ich mich eigentlich, leicht verändert (Dollfuss, Pröll statt Lenin, Stalin) ist das ja das Lieblingslied der ÖVP: http://www.youtube.com/watch?v=RYU40R2qrWs
Warum fühlen sie sich durch diese Ausnahmeregelung persöhnlich angeriffen?
Arbeiten sie mal fünf Minuten in der Landwirtschaft, und sie werden es verstehn, das sie sich kein Tascherl um den Hals hängen können, ist ja kein Kindergarten.
Es ist kein Spass wenn sich so ein Teil in einer lauffenden Maschine verfängt.
Und wenn sie öfter die Zugmaschine und/oder das Arbeitsgewand wechseln müssen, will ich sehen wie lange das Tascherl nicht irgendwo verloren geht.
Die Raiffeisenkasse verschenkt zum nächsten Weltspartag ein Wimmerl, extra mit Fach für alle möglichen Dokumente!
Trendsetting: Zukünftig laufen alle Landwirte mit so einem Teil herum. Die modebewussteren kaufen sich sogar selber eins in trendy Farben.
;)
Ist schon so. (Wer ihm Rot gab/gibt, dürfte recht wenig Ahnung haben ...)
Kompromissvorschlag (wenn schon) meinerseits: Die Landwirte und -innen, könnten ja auch eine Kopie ihres FS und Zulassungscheins dabei haben. (Im Falle des Falles kann die Exekutive ohnehin mittels kurzer Nachfrage festellen, ob die betreffende Person auch wirklich über eine gültige Fahrerlaubnis verfügt)
In Wien ist es seit kurzem jedenfalls Usus, dass zB. (wenn man einen Leihwagen bekommt) NICHT mehr der originale Zulassungsschein beigegeben wird, sondern nur eine Kopie. (Warum sollte eh irgendwie klar sein) und dies kein Problem darstellt.
...aber es ist wirklich nicht so leicht den FS immer dabei zu haben. Nehm ich alleine nur mal die Heuernte her wo man permanent zwischen 3 Traktoren auf-und abspringt (Mähwerk, Kreisler und Schwader) wo es schnell gehen muss, da kann man nicht immer dran denken dieses Dokument auch dabei zu haben. Bis vor kurzem wars ja noch egal, wer hat schon einen Traktor kontroliert? Aber seits bei den Frächtern nix mehr zu holen gibt braucht man ein neues Ziel. ;)
Und durch die Umstrukturierungen in der Landwirtschaft (früher warn halt auf jedem Haus 5-10 Kühe bei ca. 10ha Grund, heute sinds oft 10mal so viele), geht es sich mitn Grund rund ums Haus nicht mehr aus und viele fahren viele Kilometer zu ihren Pachtgründen, da gibts öfters Probleme...
ich hab auch das problem, wenn ich mehrmals am tag zwischen jaguar, ferrari und porsche hin und herwechsle, dann oft mit dem range rover den pferdeanhänger der töchter ziehen muss, da kann man nicht immer daran denken, dieses dokument auch bei sich zu haben...
Man könnte gerade meinen, die österreichischen Traktoristen begäben sich auf eine Europatour.
Wenn ich daran denke, was ich auf dem Acker schon alles verloren habe, dann wünsche ich mir, dass ich wenigstens die wichtigen Papiere daheim im Büro aufbewahren darf. Zur Not würde ich mir die Dokumente auch auf den Bauch tätowieren lassen. (Glücklicherweise sind die Preußen in diesem Punkt etwas gemütlicher ;-)
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