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Wien - Die Österreichische Ärztekammer beendet ihren Protest gegen die Gesundheitsreform. Bei der Vollversammlung am Freitag in Wien habe es keinen Beschluss zur Fortsetzung der Kampagne gegeben, sagte Präsident Artur Wechselberger. Zuvor habe ihm Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) in einem Gespräch ein ernsthaftes Interesse am Ausbau des niedergelassenen Bereichs signalisiert.
Auch in drei weiteren Punkten habe die Ärztekammer positive Signale erhalten, sagte Wechselberger. So soll es durch die Reform keine Änderung an der Gesamtvertragskompetenz der Ärztekammer mit den Sozialversicherungsträgern geben. Das gelte auch für die Vergabe neuer Kassenplanstellen und die Honorargestaltung. Die Ausblildungskompetenz bleibe ebenfalls bei der Ärztekammer, ebenso die Qualitätssicherung durch die Kammer-Gesellschaft ÖQMed.
Stöger habe ihm "signalisiert, dass der Zug noch nicht abgefahren ist", sagte Wechselberger. Der Minister habe erkennen lassen, die Stärkung der niedergelassenen Ärzte - ob allein oder in Gruppenpraxen - auch tatsächlich festschreiben zu wollen. Die Kammer-Vollversammlung habe dafür einen "Vertrauensvorschuss" ausgesprochen. Zukünftige Proteste schloss Wechselberger nicht aus, sollte nicht alles eingehalten werden.
Dass die Kammer damit einen Ausweg aus ihrer zunehmenden Isolierung suche, bestritt Wechselberger. "Nein, es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass unsere Maßnahmen dazu geführt haben, dass man uns gehört hat." Die Geschichte habe gezeigt, dass sich die Ärzte immer wieder zu Wort melden müssten, wenn Einschränkungen zulasten der Patienten und Ärzte im Raum stünden.
Wie einheitlich die Kammer-Granden hinter dem Protestverzicht stehen, blieb offen, schließlich gab es keine Abstimmung in der Vollversammlung. Als zuletzt noch Praxisschließungen im Jänner sowie Großproteste und Demonstrationen im Raum standen, hatte es durchaus abweichende Stimmen unter den Kammerfunktionären aus den Bundesländern gegeben.
Wechselberger sah dagegen eine "sehr starke Polarisierung" nur zwischen der Ärzteschaft und den Formulierungsvorschlägen der Politik. Diese hätten "tiefstes Befremden und Sorgen" ausgelöst. Das habe sich nun geändert, denn es sei auch in Aussicht gestellt, dass die Ärzte nach Abschluss der 15a-Vereinbarungen eng in die Versorgungsplanung eingebunden würden.
Wermutstropfen gebe es allerdings auch, so der Ärztekammer-Präsident. Durch die Zielsteuerungskommissionen drohe eine Aufblähung der Verwaltung, und die im Gesundheitswesen Tätigen seien dabei aus den Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Außerdem sei es nicht gelungen, den Ausgabendämpfungspfad zu beeinflussen. Einsparungen und Rationierungen stünden damit weiter im Raum, so Wechselberger. (APA, 14.12.2012)
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In der letzten Aussendung steht das allerdings definitiv anders. Vertrauensvorschuss heißt nicht dass der Protest beendet ist. Das Einlenken der ÄK auf die Stögersche Politik käme allerdings auch nicht besonders bei den meisten Mitgliedern.
Lieber Standard da seid Ihr einer sagen wir mal Interpretation aufgesessen.
Gut - dagegen KANN man ja gar nicht agieren, wenn Alois so schön koalitionsbrav "signalisiert", das altbewährte schwarze Schröpf-System nicht einzuschränken, sondern weiter auszubauen.
Ein weiterer Erfolg somit fürs Drehtür-Kranken-System, bezahlt durch die kranken Kassen, zwangs-finanziert aber durch (noch) Gesunde, die so niemals auf die Idee kommen können, ihrer kranken Kasse jemals die Leviten zu lesen, einfach weil die Gesunden noch nie den niedergelassenen kohlrabenschwarzen Drehtür-PfuschAblauf kennengelernt haben, in dem lege.Rechnung vor lege.artis bestehen bleibt. Nur im Krankenhaus wird kontrolliert - nicht in den Ordinationen! Stöger nimmt also typisch rotschwarz alle Verschlechterung(en) in Kauf!
wenn sie denken, alles im krankenhaus ist gut und qualitätskontrolliert, während wir kassenärzte nur das geld unserer patienten ohne gegenleistung sehen wollen, dann ist das erstens falsch und zweitens gehässig.
falsch, weil es leider - vom ländlichen kleinspital bis hinauf zum wiener AKH - einzelne abteilungen gibt, deren qualität zur gänze oder in relevanten teilbereichen gefährlich schlecht ist.
falsch, weil es einen generationssprung gibt, und sowohl die praktiker, als auch die fachärzte meiner generation bereits mehr fortbildungsaktivität haben als die krankenhausärzte. und um ihr unvermeidliches golfwochenendeargument zu entkräften: wir bilden uns fort,weil wir gute qualität bieten wollen. im allerdings knappem zeitrahmen der kassen.
Mit seinem Versuch versöhnlich zu sein, zeigt Wechselberger - etwas spät aber immerhin - einen Anflug von Realismus. Vielleicht wird die ÄK irgenwann eine nützliche Kraft.
Die ÄK war aber ohnedies nur beleidigt weil sie nicht mitreden durfte.
Dabei ist die ÄK eine Kampagne gefahren, die vom Niveau, von den Argumenten und von der gänzlich fehlenden Wirklichkeitswahrnehmung her klar zeigte, dass sich die ÄK in eine fantasierte Scheinwelt hineingesteigert hat und als Verhandlungspartner berechtigterweise disqualifiziert war.
ich bin - ich sage es immer wieder - kein ärztekammerfunktionär.
wer aber von uns ein wenig einblick hat, weil er "in entsprechenden kreisen verkehrt", der verfügt über hintergrundinformationen, die übles erwarten lassen. ich weiss, dass meine interessensvertreter ebenso wie ich den zugang haben. die spö- politiker, und allen voran der herr diplomée, haben diese informationen offensichtlich nicht. und so wird sie von der wirtschaftskammer, vertreten in der person von sektionschef auer, bekennender marktradikaler neoliberalist, manipuliert, um wieder ein paar schritte in richtung privater gesundheitswirtschaft zu machen. man wird uns mit unerfüllbaren "qualitätsnormen" quälen, bis wir den hartlauer-usw-ambulanzen das feld überlassen müssen.
Ich hatte schon oft den Eindruck, dass die ÄK nach "Geheiminformationen" die nur "Eingeweihten" zugänglich sind handelt und nicht nach der allgemein verständlichen, überprüfbaren Realität.
Derartiges kennt man nur von Esoterikern und Verschwörungstheoretikern.
die menschen fordern diesen homöopathie-unsinn, also sollen sie ihn bekommen. wer sonst als die ärztekammer soll die das zertifikat "ausgebildet in homöopathie" ausstellen? das heisst ja noch lange nicht, dass die kammer sich mit dem quatsch identifizieren kann.
- Ihre Argumentation für die ÄK.
Als seriöser Geschäftsmann liefert man nicht willentlich betrügerischen Blödsinn, auch dann nicht, wenn es ein Kunde definitiv will.
Man klärt den Kunden auf und sagt, dass man für so was nicht zur Verfügung steht.
Basta.
Je weniger Sachwissen, desto rabiater die Meinungen! Und die ÄrztInnen handeln nur aus Eigennutz, und die Erhöhung der Rezeptgebühr ab 1.Jänner (von 5,15 auf 5,30 Euro) ist keine Leistungskürzung! Man kann gespannt sein, ob sich die PatientenanwältInnen mit dem gleichen Eifer dagegen ins Zeug legen wie beim Ärzte-Bashing!
äh - sie bekommen alle medikamente, die ihnen verschrieben wurden, oder? dass die rezeptgebühr angehoben wird, ändert daran nichts, soviel ich weiss. inwieifern das eine leistungskürzung sein soll, verstehe ich nicht.
übrigens werden auch alle sozialleistungen mit anfang des jahres angehoben - wie jedes jahr.
Die Rezeptgebühr geht an die Krankenkasse und ermöglich so eine Reduktion der Kosten, also Leistungen, die die Kasse für ihre Versicherten bezahlt (Einnahmen aus der Rezeptgebühr 2010: 371 Mio Euro, 12,9% der Arzneimittelkosten). Super wenn die Rezeptgebühr die Kosten der Packung überschreitet - dann zahlen sie alles selbst!
gewählt. Wechselberger ist doch absolut ungeeignet als sprecher der ärzteschaft zu funktionieren. Der bringt doch keinen graden satz heraus, weil er sich seiner eingelernten worthülsen besinnt und diese auch einzusetzen versucht. Bitte was ist ein vertrauensvorschuß in der erwartungshaltung? Gehört gestern im ö-ton.
Da findest Du die angefragte Erklärung - wissenschaftlich!
In der ÖkonomenSprache bedeutet das, dass ein sogenannter "player" einem anderen "player" zutraut/vertraut, dass der nichts an einem bestehenden "playerinszenario" ändern wird.
Im Klartext: Stöger "signalisiert", dass seinerseits keine Gefahr droht, Finanzmittel der Krankenkassen als Arbeitsplatzsicherung für ÄrztInnen einzusetzen, egal ob die gut sind oder nicht! Oder sogar NIE! Stöger vertritt den Sparkurs einer KonkursRegierung und nimmt beim Abbau der Krankenhäuser tausende unzureichend "behandelte" Patienten in Kauf! Nochmals: Nur im Krankenhaus gilt lege.artis - im unkontrollierten Arztbereich immer lege.rechnung!
Manchmal gehört zur Vernunft mehr Mut.
Der beste und sicherste Verbündete der Ärzteschaft ist der Ärztemangel in Westeuropa .
Dieser Mangel wird auch ab 2018 nach Österreich kommen.
Wenn dann die Arbeitssituation unerträglich ist, werden die Ärzte Österreich meiden und auswandern.
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