Schmuck-Firma Pierre Lang gerettet

14. Dezember 2012, 12:36
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Die insolvente Wiener Modeschmuckfirma geht an die Münchner Beteiligungsgesellschaft SMB

Wien - Bei Pierre Lang können Hunderte Angestellte und Tausende Beraterinnen in Österreich und ganz Europa aufatmen. Die insolvente Wiener Modeschmuckfirma geht an die Münchner Beteiligungsgesellschaft SMB rund um Hieronymus Graf Metternich, Martin und Christoph Schoeller, teilte Masseverwalter Georg Freimüller am Freitag mit. Die Unternehmensgruppe übernehme sämtliche Vertriebsgesellschaften in Europa sowie die Produktion im 23. Bezirk in Wien und in Irland. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Schmuckhersteller musste im September Insolvenz anmelden, weil der bisherige Eigentümer, der deutsche Direktvertriebs-Unternehmer Helmut Spikker, das Unternehmen "aushöhlte", so Freimüller. Innerhalb von zweieinhalb Jahren habe er 20 Mio. Euro aus den Unternehmen genommen und in seine anderen Firmen gesteckt. Gegen Spikkers Konzern Network World Alliance (NWA) wird Medienberichten zufolge wegen mehrerer Strafrechtsdelikte ermittelt.

Sanierungsverfahren

Die Vertriebsgesellschaft Pierre Lang Europe sowie die Produktionsfirma Hans Andersen befinden sich in einem Sanierungsverfahren. Die Gläubiger sollen Quoten von 20 Prozent (Pierre Lang Europe) bzw. 25 Prozent (Hans Andersen) bekommen.

Der Modeschmuck von Pierre Lang wird im Direktvertrieb verkauft. Wie bei Tupperware-Partys kommt eine Verkaufsberaterin zu einem nach Hause und stellt die neueste Kollektion vor. 2011 hat die Firma mit diesem Konzept rund 100 Mio. Euro umgesetzt. In Österreich arbeiten 400 Beraterinnen für das Unternehmen. Europaweit sind es 5.000. Fix angestellte gibt es in Österreich 280, in Europa 600.

Die Gründerfamilie Andersen verkaufte Pierre Lang erst im Jänner 2010 an Helmut Spikker - angeblich, weil sich innerhalb der Familie Andersen kein Nachfolger finden ließ. Die Andersens sahen in Spikker einen geeigneten neuen Eigentümer, da er sich als Gründer der LR Health & Beauty Systems GmbH, die Kosmetik- und Nahrungsergänzungsprodukte herstellt und vertreibt, im Direktvertrieb bereits einen Namen gemacht hatte. (APA, 14.12.2012)

  • Der Schmuckhersteller musste im September Insolvenz anmelden.
    foto: pierre lang

    Der Schmuckhersteller musste im September Insolvenz anmelden.

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