GRAIL-Sonden sind auf dem Mond aufgeschlagen

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  • Zu diesem Zeitpunkt war das Signal von GRAIL-A bereits verloren gegangen - Erfolg der Mission. GRAIL-B (unterstes Signal auf dem Bild) folgte eine halbe Minute später.
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    Zu diesem Zeitpunkt war das Signal von GRAIL-A bereits verloren gegangen - Erfolg der Mission. GRAIL-B (unterstes Signal auf dem Bild) folgte eine halbe Minute später.

"Ebb" und "Flow" haben plangemäß ihr Leben ausgehaucht - die Einschlagsstelle wurde nach der ersten US-Amerikanerin im Weltraum, Sally Kristen Ride, benannt

Washington - Nachdem sie fast ein Jahr lang den Mond erforscht haben, sind die Zwillingssonden der GRAIL-Mission Montag Abend planmäßig auf dem Erdtrabanten aufgeschlagen. Die waschmaschinengroßen Satelliten "Ebb" und "Flow" hatten nur noch sehr wenig Treibstoff und sind deshalb zum Ende ihrer Mission wie von Anfang an geplant im Abstand von nur wenigen Sekunden und mit einer Geschwindigkeit von rund 1,7 Kilometern pro Sekunde auf dem Mond aufgeschlagen. 

Der Einschlag der Sonden erfolgte um 23:28:51 Uhr MEZ bzw. um 23:29:21, gab die US-Raumfahrtbehörde NASA kurze Zeit später in einer Aussendung bekannt. Zielgebiet war ein schätzungsweise 2,5 Kilometer hoher Berg in der Nähe des Kraters "Goldschmidt". Da die Region zu dieser Zeit im Schatten lag, wurde keine Video-Dokumentation von den Einschlägen erwartet - und war via Live-Stream der NASA aus dem Kontrollzentrum im Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena (Kalifornien) auch keine zu sehen. Zuerst ging das Kontroll-Signal von GRAIL-A (Ebb) verloren, eine halbe Minute später von GRAIL-B (Flow) - siehe Fotos. Die Einschlagsstelle wurde von der NASA nach der ersten US-Amerikanerin im Weltraum, Sally Kristen Ride, benannt. Die Astronautin war Mitglied des GRAIL-Missionsteams und erlag im Juli nach 17-monatigem Kampf einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom.

Hintergrund

Die beiden Sonden der Mission GRAIL ("Gravity Recovery and Interior Laboratory") umkreisten seit Anfang des Jahres den Erdtrabanten und sammelten Daten über dessen innere Struktur und Zusammensetzung. Die unregelmäßige Masseverteilung auf dem Mond führt zu minimalen Abweichungen in dessen Anziehungskraft auf die Sonden, was wiederum den Abstand zwischen den beiden Sonden - winzig, aber messbar -  beeinflusste. Auf diese Weise konnte auf Oberflächenmerkmale wie Krater oder Berge geschlossen werden.

Aber auch Strukturen unter der Mondoberfläche ließen sich auf diese Weise erkennen: Erst kürzlich entdeckten die GRAIL-Sonden Magmakanäle, die noch aus der Frühzeit des Mondes stammen. Zusätzlich zur Hauptmission hatte jede Sonde eine MoonKAM-Kamera an Bord, die jede insgesamt über 115.000 Bilder von der Mondoberfläche gemacht hat. Dieses Programm war in Kooperation mit Schulen durchgeführt und von Sally Rides Firma in San Diego (Sally Ride Science) geleitet worden. (APA/red, derStandard.at, 18.12.2012)

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