Diabetes-Pandemie: Familien tragen Hauptlast

14. Dezember 2012, 13:22

Globale Studie liefert Daten über die versteckten Belastungen der Diabetes-Pandemie für die Familienmitglieder

Kopenhagen - Am 3. Dezember wurden die Ergebnisse von Diabetes Attitudes, Wishes and Needs 2 (DAWNTM2) bekannt gegeben. Es handelt sich um die größte Studie dieser Art zu den psychosozialen Aspekten in der Behandlung des Diabetes. Diese Studie wurde in 17 Ländern und 4 Kontinenten durchgeführt.

Bei der Datenerhebung wurden Menschen mit Diabetes, Diabetesberaterinnen, Diätassistenten, Hausärzte und Fachärzte und erstmals auch Familienangehörige befragt, um neue Wege zu finden, die Belastung der Betroffenen zu verringern.

"Die DAWNTM2-Studie bestätigt, dass die physische, finanzielle und emotionale Belastung durch den Diabetes in allen Ländern und Kulturen von der gesamten Familie getragen wird, nicht nur von der Person mit Diabetes selbst", erklärt Mark Peyrot, Prüfleiter und Vorsitzender des internationalen wissenschaftlichen Komitees, das die DAWNTM2-Studie beaufsichtigt.

Die ersten Ergebnisse zeigen:

• 63 Prozent der Familienmitglieder sind darüber besorgt, dass die Person, mit der sie zusammenleben, schwerwiegende Folgeerkrankungen des Diabetes entwickeln kann

• 66 Prozent der Familienmitglieder von mit Insulin behandelten Menschen mit Diabetes fürchten, dass ihr Angehöriger eine nächtliche Hypoglykämie erleidet

• 34 Prozentder Familienmitglieder erklären, die Diabeteserkrankung ihres Angehörigen habe eine negative finanzielle Auswirkung auf sie selbst

• 20 Prozent der Familienmitglieder erleben, dass ihr betroffener Angehöriger aufgrund seines Diabetes diskriminiert wird und dass das Umfeld, in dem sie leben, intolerant gegenüber Diabetes ist

• 35 Prozent der Menschen mit Diabetes berichten, dass ihre Familienmitglieder mit ihnen über den Umgang mit ihrem Diabetes streiten

• 75 Prozent der Familienmitglieder haben an keinem Diabetesschulungsprogramm teilgenommen, obwohl mindestens 70 Prozent der Diabetesbehandler der Meinung sind, dass die Beteiligung der Angehörigen eine sehr wichtige Säule einer guten Diabetesversorgung darstellt

"Die DAWNTM2-Studie liefert neue, wichtige wissenschaftliche Daten über die versteckten Belastungen der Diabetes-Pandemie für die Familienmitglieder von Menschen mit Diabetes und zeigt die Lücken der aktuellen Gesundheitssysteme weltweit auf. Die sozialpolitischen und gesellschaftlichen Implikationen dieser Erkenntnisse sind erheblich. Die DAWNTM2-Ergebnisse sollen Entscheidungsträger, Behandler und Patientenorganisationen motivieren und dazu bewegen, gemeinsam zu handeln, um die Aufklärung und Unterstützung für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen zu verbessern," erklärt Michael Hirst, Präsident der IDF. (red, derStandard.at, 14.12.2012)

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4 Postings
Erstens und zweitens

1. Diabetes ist keine Pandemie.
Genauso wenig wie Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin oder Krebs.

2. lässt sich diese "Studie" auch für andere Krankheiten, etwa Krebs, sehr gut einsetzen: Ersetze "Diabetes" durch "Krebs", und die Ergebnisse werden quasi identisch sein.

Der Name "DAWNTM2" klingt ach-so kompetent und beeindruckend - das soll es aucbh, denn dahinter niemand anderes als die PR der Pharmaindustrie, die ihre Blockbuster vermarkten will. Das geht sehr schön mit der "Pandemie"-Ängstigung.

Mit Diabetes-Medikamenten ist eben - wie mit Cholesterin- und Bluthochdrucksenkern sowie mit Krebs-Chemos - ein Riesen-Geschäft zu machen.
Und nur darum geht es.

Der Name "DAWN 2" klingt ach-so kompetent und beeindruckend

"Diabetes Attitudes Wishes & Needs" - der Name lässt eigentlich keinen Spielraum dafür, dass das ganze nicht auf ein bestimmtes Medikament zugeschnitten ist. Aber gut, Lesekompetenz oder gar Englisch scheinen nicht die Stärken vieler hier zu sein...

zur pandemie..

wird es erst durch die permanente herabsetzung der grenzwerte. natürlich hauptsächlich typ2. das gleiche beim blutdruck.
ich kann aus jedem heute noch gesunden schon morgen einen diabetiker oder hypertoniker machen.
abgesehen davon wollte man bei mir eine diabetes diagnose anhand von kapillärem vollblut stellen. das ist aber nicht zulässig und nur für die verlaufskontrolle geeignet. (bei kapillärem vollblut liegt der wert ~6% höher) na schönen dank auch an den facharzt, noch dazu ein diabetologe.
noch dazu arbeiten einige nach leitlinien der who und andere nach den leitlinien der ddg.
warten sie nur, ihr facharzt kriegt sie auch noch dran.
spätestens nach den nächsten änderungen der grenzwerte.

wird es erst durch die permanente herabsetzung der grenzwerte. natürlich hauptsächlich typ2.

Die glykämischen Zielwerte für Typ 2-Diabetiker wurden in den letzten Jahren sukzessive immer wieder angehoben.

Was das kapilläre Blut angeht: Hängt vom Wert ab. Wenn er über 200 liegt, ist der Diabetes garantiert. Ein oGTT wäre Ihnen aber sicher lieber gewesen, oder? Würde man leitliniengerecht screenen, hätten wir sowieso schlagartig doppelt so viele Diabetiker.

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