Fremdwährungskredite bleiben Risiko für Banken

14. Dezember 2012, 12:55
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Finanzmarkt-Stabilitätsbericht liegt vor

Wien - Die Zahl der Fremdwährungskredite ist in Österreich zwar zurückgegangen, der Bestand ist aber weiter hoch. Das stellt laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) weiterhin einen Risikofaktor sowohl für die Kreditnehmer als auch für die Banken dar.

Die Risiken für die Finanzmarktstabilität bleiben hoch, heißt es im aktuellen Finanzmarkt-Stabilitätsbericht, den die OeNB am Freitag vorlegte. Eine der Herausforderungen ist die wieder schlechter werdende Konjunktur. Dieser hätten sich auch Österreich und Ost-/Südosteuropa nicht entziehen können, "was auch Auswirkungen auf den heimischen Bankensektor haben wird", sagte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Die Notenbank appellierte neuerlich an die Banken, Profitabilität und Effizienz nachhaltig zu verbessern und ihre Eigenmittelausstattung auszubauen.

13 Milliarden Kapital

Die österreichischen Banken müssen in den nächsten Jahren bis zu 13 Milliarden Euro Kapital aufstellen, um den strengen Kapitalvorschriften von Basel III zu folgen. Die Notenbank hat keinen Zweifel, dass sie das schaffen. Die Osteuropa-Risiken der österreichischen Banken machen der Notenbank in Summe keine Sorgen, Nowotny deponierte: Sie seien "insgesamt in vertretbarem Rahmen", so Nowotny. Wenngleich das Ostengagement auch differenziert gesehen werden müsse.

Osteuropa sei trotz der anhaltenden Verschlechterung der Kreditqualität Europas Wachstumszone, heißt es in der OeNB. Deshalb betrachtet Nowotny das Engagement der österreichischen Banken dort weiter als "Erfolgsstory", "natürlich mit entsprechenden Maßnahmen zur Risikobegrenzung".

Großer Banken-Stresstest vor neuer Aufsicht

Zum Start der neuen europäischen Bankenaufsicht wird es einen großen europäischen Banken-Stresstest geben, Nowotny nannte dafür das zweite Halbjahr 2013 als Plandatum. Der Test werde einer Bestandsaufnahme dienen, sagte er am Freitag. Durchgeführt werde er in Koordination von Europäischer Zentralbank (EZB) und der bisherigen Aufsicht EBA. (APA, 14.12.2012)

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