Neue "rechte Hand" der Bildungsministerin

8. August 2003, 11:15
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Exlehrergewerkschafter Hermann Helm wird ab Herbst Generalsekretär im Ressort

Wien - "Die Ministerin gibt weiterhin die politischen Leitlinien vor. Und ich werde mithelfen, dass sie umgesetzt werden." So beschreibt Hermann Helm seine neue Aufgabe: Das Bildungsressort wird mit ihm ab September zum ersten Mal einen Generalsekretär installieren - unter anderem für "strategische Planung". Aufgrund der Größe des Ressorts sei dies sinnvoll, sagt Helm zum Standard. Sein Aufgabenbereich umfasst schwerpunktmäßig die Schule, obwohl er theoretisch über allen Sektionschefs steht.

Unter anderem wird er die "Zukunftskommission" im Ressort koordinieren. Dafür wurde eine Expertenrunde installiert. Aber auch "alle an Bildung Interessierten" dürfen Vorschläge machen. Weiters wird sich Helm um verfassungsrechtliche Angelegenheiten sowie um den Finanzausgleich und um "intensivere Kontakte" zu den Landesschulräten kümmern. Er hat eine Ausbildung in Konfliktmanagement - was in seiner neuen Aufgabe durchaus brauchbar sein könnte.

Helm war zwölf Jahre lang Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft. Er galt immer als "Big Player" in der niederösterreichischen ÖVP. Als Gewerkschafter zeichnete er für das Jahresarbeitszeitmodell der Pflichtschullehrer verantwortlich, das teilweise heftige Proteste erzeugt hat und von Vorarlberg ausgehend sogar zur Gründung einer unabhängigen Bildungsgewerkschaft geführt hat. 2001 kandidierte Helm nicht mehr für den Vorsitz, blieb aber in Führungsposition im Zentralausschuss - eine Funktion, die er jetzt zurücklegt. Es gilt als sein Verdienst, dass niederösterreichische Schulen der Streikwelle vor den Sommerferien teilweise nicht folgten.

Helm erhält für seine neue Aufgabe ein Sektionschefgehalt ohne Pensionsanspruch. Sein Sondervertrag ist an die Funktionsperiode von Elisabeth Gehrer gebunden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.7.2003)

Von Martina Salomon
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