Untersuchung: Türkischer Ex-Präsident Özal nicht vergiftet

Autopsiebericht kann keine Todesursache feststellen

Ankara - Der 1993 gestorbene türkische Ex-Präsident Turgut Özal ist laut offiziellem Autopsiebericht nicht an einer Vergiftung gestorben. Die Todesursache habe nicht festgestellt werden können, doch sei eine Vergiftung ausgeschlossen, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Es gebe keinen Beweis, dass Özal starb, weil er Schwermetallen ausgesetzt war. Giftige Substanzen, die sich in seinem Körper gefunden hätten, seien in dem Verwesungsstadium üblich.

Die Folgerung einer ungeklärten Todesursache sei einstimmig beschlossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft laut Anadolu mit. Es handelt sich um die erste offizielle Äußerung zu dem Autopsiebericht. In einem Zeitungsbericht vom November hatte es geheißen, in der Leiche seien vier verschiedene Gifte in geringer Dosis entdeckt worden. Die Autopsie hatte demnach das Insektizid DDT, das Schwermetall Cadmium sowie die beiden radioaktiven Substanzen Polonium und Americium gefunden.

Exhumierung

Am vergangenen Dienstag zitierte hingegen die Zeitung "Hürriyet" einen Beamten mit der Aussage, die Chemikalien hätten nicht in tödlicher Dosis vorgelegen und hätten auch durch die Erde in Özals Körper gelangen können.

Die türkische Staatsanwaltschaft hatte im Oktober die Exhumierung Özals angeordnet, um nach Hinweisen auf einen Mordanschlag zu suchen. Den Anstoß dazu gab ein Bericht aus dem Präsidentenpalast, der die Todesumstände als "verdächtig" bezeichnete. Özal war 1993 im Alter von 65 Jahren gestorben, offiziell an Herzversagen. Der Politiker kurdischer Abstammung hatte ein schwaches Herz und musste sich schon in den 1980er Jahren einer dreifachen Bypass-Operation unterziehen.

Dennoch gab es bald nach seinem Tod Spekulationen über einen Mord, auch seine Witwe Selma glaubte an ein Komplott. Als mögliche Mörder wurden Hardliner im Staatsapparat genannt, die mit dem Mord Bemühungen Özals um eine Beilegung des Kurdenkonflikts hätten sabotieren wollten. (APA, 13.12.2012)

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2 Postings
DAS GIBTS DOCH NICHT, ICH HAB DOCH LETZTE WOCHE IM TÜRKISCHEN TV GEHÖRT DAS VERSCHIEDENE STOFFE GEFUNDEN WORDEN SIND !!!! EINES DAVON RADIOAKTIV !!!

ich nehme an die untersuchung wurde von unabhängigen pathologen durchgeführt...

weiss derstandard mehr darüber??

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