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Wien - Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) erhielt eine Schenkung, die "eine der bedeutendsten Neuzugänge der letzten Jahrzehnte" darstellt. Über 200 wertvolle Handschriften und Urkunden vom Mittelalter bis zur Neuzeit plus 250 historische Drucke mit einem Schätzwert von rund 1,6 Millionen Euro seien von der steirischen Sammlerfamilie Loibl der ÖNB übergeben worden.
Die seit den 1950er-Jahren aufgebaute Sammlung zeichne sich "durch ihre außerordentliche Vielfalt aus und enthält wertvolle Zeugnisse aus praktisch allen Jahrhunderten und Kulturkreisen", hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Das wertvollste Stück unter den theologischen Handschriften sei eine im 12. Jahrhundert angefertigte "Historia Ecclesiastica" des Eusebius aus St. Lambrecht in der Steiermark. Einen weiteren Schwerpunkt stellten orientalische Handschriften dar. (APA, DER STANDARD, 14.12.2012, red.)
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Die genannte Handschrift aus St. Lambrecht ist wohl der im 2. Weltkrieg der UB Graz gestohlene cod. 546.
Wenn das zutrifft, wäre interessant, wie die UB Graz reagiert. An diese gingen die St. Lambrechter Handschriften nach der Aufhebung des Stifts 1786 fast geschlossen. Sie sollte damit auch diesen Codex wieder zurückbekommen um die Einheit des Bestandes, der leider im 2. Weltkrieg gelitten hat, wiederherzustellen.
Es trifft zu, daß die Handschrift der Cod. 546 der UB Graz ist. Eine Rückgabe an diese erschiene daher auch mir sinnvoll, schon alleine, um den Herkunftszusammenhang wiederherzustellen.
Das wichtigste ist aber, daß der Codex jetzt für die wissenschaftliche Forschung zugänglich und den Unsicherheiten des Handschriftenmarktes dauerhaft entzogen ist.
Zugleich ist zu hoffen, daß die Großzügigkeit der Spenderin Vorbildwirkung hat auf andere Besitzer vergleichbarer Kulturgüter - in Österreich ist eine solche Verhaltensweise leider keineswegs selbstverständlich!
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