Karajans Antisemitismus durch Briefe dokumentiert

13. Dezember 2012, 21:23

Neu aufgefundene Dokumente ausgewertet

Wien - Der Historiker Oliver Rathkolb analysierte neue Dokumente des Dirigenten Herbert von Karajan. Darin erregt sich dieser etwa über die "verjudete Volksoper" - was dokumentiert, dass Karajan nicht bloß ein politischer Opportunist, sondern klar antisemitisch eingestellt war.

Seine Ergebnisse präsentiert der Zeithistoriker genauer am Freitag, 14. Dezember, nachmittags  im Rahmen des Workshops "Universität und ihre (Zeit)Geschichte" an der Universität Wien unter dem Vortragstitel "'Geschichte(n) einer Karte': Anmerkungen zur Wechselbeziehung zwischen Nationalsozialismus und Künstlern am Beispiel von Herbert von Karajans NSDAP-Mitgliedschaft". (APA, DER STANDARD, 14.12.2012, red.)

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als vorbild taugt der herbert nix

Das sollten Sie einmal

Leuten wie C. Kleiber, S. Ozawa usw. erzählen;-)

wenn man menschlich eine solche niederlage war nützt das ganze genie genau nix

Also hatten

die zuvor u.a. zitierten Kleiber und Ozawa ein schlechtes Vorbild?

Ihr Kommentar trifft jedenfalls auf Sie zu, Sie sind doch ein Karajan "Schüler" auch wenn's zum Dirigenten nie gereicht hat.

als ganzer mensch gesehen würde ich sagen ja.

Merkwürdig?

In Kommentaren nannten diese beiden Dirigenten - so wie auch andere ihrer Generation - Karajan stets als für sie beispielhaft. Da erlaube ich mir festzustellen: Kleiber und Ozawa sind der bessere Maßstab als Sie!

fragen sie mal orchester musiker die unter ihm gearbeitet haben! abgesehen davon ist es meine persönliche meinung nationalsozialistisches gedankengut als vorbild auszuschliessen. sie können das ja handhaben wie sie wollen.

Lesen Sie besser

Biografien großer künstlerischer Zeitgenossen von Karajan - um einiges maßgeblicher als "Orchester-Musiker, die UNTER ihm gearbeitet haben". Die Ludwig und die Janowitz schwärmen heute noch von dem Klangteppich, den er ihnen zu Füßen legte.... Was da der dritte Zwerg am Triangel dazu meint: wen schert das schon außer vielleicht Sie.....

Der dritte Zwerg am Triangel...das ist genau die Ausdrucksweise,

die die Vernichtung ermöglicht. Danke für den einblick in ihre Denkweise. Natürlich hört man genau das in Karajans "Musizieren".

Robert, den Triangelspieler hast du schon vor Monaten beleidigt

wer kein Taktgefühl hat, sollte es lassen.

PER DU?

Mit Ihnen gar? Ich kann mich nicht erinnern, Herr FLO...

Das sind Biogrphien von Autoren, die ihre persönlichen Eindrücke wiedergeben und sich nicht um Obektivität bemühen müssen

Das gehört zu Art dieses Bios.

AHSOOO

Nur Sie sind also "obektiv"....

warum so böse

...nicht ein jeder muß den herbert verehren

Genau, aber wenn einer soundsoviele LPs verkauft hat, dann muss er ja gut sein

sonst hätten hier einige hier wirklich keine Möglichkeit zu eine "eigene" Meinung zu vertreten.

Vor allem ist er bereits im April 33 in die NSDAP eingetreten - in Österreich, wohlgemerkt. Mit Opportunismus lässt sich das nicht erklären.

Als 1955 Geborener sage ich ganz offen:

Vor etwa 1938 war bald wer Antisemit, wär ich katholisch, national, neidisch (Karajan) umnebelt gewesen, vielleicht auch ich.

Nur wer ab 1945ff noch Antisemit war/ist das größte blöde Viech.

Interessant

Sind aber die Leute die vor 1938 Antisemit und nach 1945 Wiederstandskämpfer waren ...

Welche Briefe? Jene an seine Frau Anita,

einer Vierteljüdin, von welcher er sich im Gegensatz von z.B. Familie Heller NICHT scheiden ließ obwohl er massive Nachteile dadurch hatte? Nachzulesen bei Osborne. Auch sein Faible für Richter, Oistrakh und Rostropowitch, dem wir das traumhafte Triplekonzert verdanken, unterstreicht seinen Antisemitismus und schon Y. Menuhin hat diese ganze Kaffeesatzleserei als Idiotie bezeichnet!

Osborne ist, was persönlichen Antisemitismus angeht, nicht über alle Zweifel erhaben.

Welche massiven Nachteile?

Das wäre ja ganz was neues, angesichts seines damals gezündeten Karriere-Turbos.

Und diese "Viertel"-Geschichten sind sowieso lächerlich - die Frau war substanziell in keiner Weise "jüdisch".

Nun, 'arisch' war die Familie Gütermann

nach damaligen Gesetzen wirklich nicht. Aber vielleicht darf ich Nathan Milstein zitieren: 'Die Parteimitglidschaft an sich beweist noch nichts. Die exzellenten sowjetischen Geiger Oistrach und Kogan traten zu Stalins Lebzeiten in die KP ein. Heißt das schon, daß sie Stalins Verbrechen unterstützten?' Die Stelle des Dresdner Opernchefs ging an Elmendorff, Hausdirigent an der Staatsoper Berlin wurde er auch nicht. Feb. 1942 dirigierte er zum letzten mal dort die 'Carmina burana'. Das ist die 'tolle Parteikarriere'.

"Vierteljüdin" - na wirklich eine große Leistung

Allein der Begriff "Vierteljüdin" ist ja schon eine reine Perversion der NS-Rassenlehre. Das heißt nichts anderes, als dass es sich hier um Menschen handelt, die für Außenstehende niemals als "jüdisch" zu identifizieren sind, weil sie bloß einen jüdischen Großelternteil haben - und natürlich in einem christlichen Haushalt aufgewachsen und erzogen wurden.

Zudem war einer ihrer Fans der Reichspropagandaminister persönlich - und da wird über das "jüdische Viertel" schon mal locker hinweggesehen. Und dem ohnehin betont linientreuen Gatten wird man auch keine Probleme machen.

Antisemitismus muss nicht gleich pathologischer Hass auf Juden sein - notorische negative Vorturteile (mit Ausnahmen für Kollegen/Bekannte) reichen da auch schon.

Den Propagandaminister

hat sie in Venedig aufgrund ihres Charmes einwickeln können, wie Sie vielleicht wissen, war das ja ein ziemlicher 'Steiger'.

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