Klassentreffen der Provinzpunks

13. Dezember 2012, 20:54
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"Es muss was geben": Vinyl-Präsentationsparty am Samstag

Die Aufarbeitung der jüngeren österreichischen Musikgeschichte steht am Samstag in der Linzer Kapu auf dem Programm. Andreas Kumps 2008 erschienenes Buch Es muss was geben - Die Anfänge der alternativen Musikszene in Linz nahm sich anhand Dutzender Zeitzeugenberichte des subkulturellen Musiktreibens ab den späten Siebzigern an. Punk war gerade in den Provinzregionen Festlandeuropas angekommen. Ausgerechnet in Linz bildete sich eine vitale, international gut vernetzte Szene - die Keimzelle für Bands und Projekte wie Attwenger, Texta, Shy oder Fuckhead. Kumps Buch zog eine Filmdoku nach sich.

Nun folgt der allerletzte Streich des Zeitgeschichte-Projekts. Mit etwas Verzögerung erscheint der Soundtrack zum Film, zugleich eine umfassende Werkschau des Linzer Musikschaffens von den Siebzigern bis in die 1990er-Jahre. Längst zum Mythos gewordene Bands wie Willi Warma sind auf den beiden Vinylscheiben ebenso vertreten wie die genannten Größen der heimischen Szene oder Vergessenes bis Obskures wie Austria Knochenschau oder Wellblech Untergrund.

Die Präsentationsparty steigt in der Kapu, die einst zu den wesentlichen Orten der Szene zählte. Viele der damals aktiven Musiker werden sich hinters DJ-Pult stellen, um die Sause, die wohl zum großen Linzer Punk- und Hardcore-Klassentreffen geraten wird, mit den alten Tondokumenten zu bespielen. Dass das manchmal auch furchtbar grässlich klingen muss, liegt in der Natur der Sache. (lux, DER STANDARD, 14.12.2012)

 

15. 12., Kapu / Café Druzba, 4020 Linz, 20.00

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