Verzögerung bei Bergung der Costa Concordia

Italienischer Umweltminister schreibt an Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere

Rom - Die Regierung Monti macht sich Sorgen wegen Verzögerungen bei der Bergung des im vergangenen Jänner verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der toskanischen Insel Giglio. Gerüchte, nach denen die Bergung auf den kommenden Sommer verschoben werden könnte, veranlassten Umweltminister Corrado Clini, einen Brief an Pierluigi Foschi, Geschäftsführer der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, zu schreiben. Es sei wichtig, sich an das vereinbarte Bergungsprogramm zu halten, mahnte der Minister.

Clini appellierte an den Präsidenten der Region Toskana, Enrico Rossi, und an Zivilschutzchef, Franco Gabrielli, einen Hafen zu finden, in dem das Wrack abgebaut werden soll. Der Hafen von Livorno sei dazu nicht geeignet. Daher kommt der Hafen der Stadt Piombino in Frage, berichteten italienische Medien.

Verspätungen aufgrund schwieriger Wetterbedingungen

Die Verspätungen bei der Bergung des Wracks sind unter anderem auf die schwierigen Wetterbedingungen zurückzuführen. Mit den Arbeiten wurden das italienische Unternehmen Micoperi und die US-Firma Titan Salvage beauftragt. Die Herausforderung ist gigantisch. Das Schiff wiegt leer so viel wie 100 Maschinen des Typs Boeing 747.

Bei der Havarie des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffes am 13. Jänner kamen 30 Menschen ums Leben. Zwei weitere gelten immer noch als vermisst. Die Costa Concordia war zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war mit mehr als 4.200 Personen an Bord, darunter 77 Österreicher, gekentert. Kapitän Francesco Schettino wird unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen. (APA, 13.12.2012)

Share if you care