Russlands Syrien-Politik: Debakel der kalten Krieger

Kommentar |

Die offiziellen Gründe für die russische Syrien-Politik waren und sind nicht die wahrhaftigen

Ein unvorstellbares Gemetzel im Land und eine Destabilisierung der ganzen Region verhindern zu wollen: Damit begründete Russland seit Beginn des Syrien-Konflikts seine Blockade internationaler Sanktionen.

Eineinhalb Jahre später weiß man zwar nicht, ob ein Einschreiten der Staatengemeinschaft den Bürgerkrieg hätte abwenden können. Was man aber weiß, ist, dass die befürchteten Verhältnisse nahezu eingetreten sind: mehr als 40.000 Tote, mehr als eine halbe Million Flüchtlinge im Ausland und ein Erstarken der extremistisch-islamistischen Kräfte innerhalb der bewaffneten syrischen Opposition.

Dass dies geschehen würde, je länger der Konflikt andauert, war von vielen vorausgesagt worden. Und es musste auch den Nahost-Experten in Moskau bewusst sein, von denen es gewiss nicht wenige gibt.

Aber die offiziellen Gründe für die russische Syrien-Politik waren und sind eben nicht die wahrhaftigen. Nach dem Nato-Einsatz in Libyen und dem Sturz Gaddafis wollte sich Moskau nicht ein weiteres Mal vom Westen "demütigen" lassen - und vor allem: seine Einflusszone im östlichen Mittelmeer nicht preisgeben. Die könnte nun freilich mit eigenem kräftigen Zutun bald perdu sein.

Denken im Schema des Kalten Krieges warf Moskaus Außenminister den USA jüngst in anderem Kontext vor. Dass seine eigenen kalten Krieger eine weit größere Gefahr auch für Russland selbst sind, zeigt das syrische Debakel. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, 14.12.2012)

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Putin lässt die Hose runter mit seiner Hilfe für Assad.

nur weil mein kritisches posting gelöscht wurde, wird dein artikel auch nicht besser, seppl!

schreib kochbücher- da holst dir wenigstens keine blutigen hände.

wo der "Westen" hintapst entsteht Chaos...

und zum Schluss geht es den kleinen Leuten schlechter als vorher. Dafür haben die Paparazzis für die die blutige "Freiheit" erkämpft wurde, wieder mehr über Kinder zu berichten, die irgendwo verhungern oder vor lauter Armut kriminell werden. Denn der Schauer über den Rücken muß ja aus Profitgier entzücken.
Ist die syrische Opposition überhaupt von der Mehrheit der sysrischen Bevölkerung legitimiert das Land in Schutt und Asche zu legen ?
Mit welcher westlichen Arroganz spricht man hier von "internationaler Weltgemeinschaft" ?
Ich behaupte in Russland gibt es keine "Kalten Krieger", denn die haben immer nur auf die kriegsgeilen westlichen Kalten Krieger reagiert.
Hören Sie doch auf, den Spieß umzudrehen ! Oder ist das schon genetisch ?

Betonköpfe....

Es sind die ewiggestrigen Betonköpfe die noch immer glauben die Opposition in Syrien würde das Land in Schutt und Asche legen - während der Gewaltherrscher und sein Clan wohl Blumen pflanzen.....

Der Kracher aber ist die notorisch dummdreiste Rechtfertigung des Kremls. Natürlich war der Krieg in Tschetschenien vom Westen aufgezwungen - seit über 100 Jahren. Natürlich war überhaupt der ganze Sowjetimperialismus vom Westen aufgezwungen, die Panzer im Prager Frühling oder die Gulags....alle vom pösen, pösen Westen aufgezwungen.

Und auch jetzt wieder sind Waffenlieferungen an einen Gewaltherrscher und Stützung desselben während er und sein Clan wiedermal jede Opposition niedermetzeln lässt Ausdruck ganz grosser russischer Friedenspolitik.

Die offiziellen Gründe für die westliche Syrien-Politik sind nicht die wahrhaftigen:

Zur Vermeidung sinnloser Gemetzel hätte man bloß Finanzierung und logistische Unterstützung der Terroristen unterbinden brauchen - das aber lag eben nicht im Interesse des ach so Freien Westens.

einäugig sitz manchmal die Eule da, aber einäugig Blind ist sie für gewöhnlich nicht, was man von Ihnen nicht behaupten kann.

Fuer

wenn Syrien zum Debakel wird, das wird sich erst noch zeigen! Das Assad kurz vor dem Sturz steht, hoere ich nun schon ueber ein Jahr lang! Doch bisher sitzt Assad eigentlich noch sehr sicher im Sattel! Und selbst wenn Assad irgendwann einmal stuerzen sollte, wird sich die USA und der Westen darueber nicht lange freuen koenen! Denn die, die dann an die Macht kommen sind die wirklichen und groessten Feinde des Westens! Naemlich fundamentalistische Islamisten und Al-Khaida Terroristen. Und was sich dann daraus entwickelt sieht man im kleinen schon in Afghanistan!
Dort zieht die Nato nach ueber 10 erfolglosen Jahren mit eingekniffenen Schwanz ab! Aber Afghanistan ist im Vergleich zu einen islamistisch-extremen Syrien noch ein Spielplatz!!

Ds wollen die USA ja: Endlich wieder einen glaubhaft gefährlichen Feind!

Wie sonst ließen sich Rüstungshaushalte rechtfertigen, die so groß sind wie die zehn nächstgrößten zusammen?

manch ein kommentator ist eben traurig, dass nicht hunderttausende zivilisten von us bomben und drohnen zu tode befreit werden und syrien noch kein paradies ist wie der irak oder afghanistan.

dabei denkt kaum jemand so sehr im alten schema des kalten krieges wie der kommentator kirchengast.
verglichen mit ihm ist der ärgste moskauer falke vorwärtsgewandt, modern und versöhnlich.

"Eineinhalb Jahre später weiß man zwar nicht, ob ein Einschreiten der Staatengemeinschaft den Bürgerkrieg hätte abwenden können. "

Herr Kirchengast, bitte hören sie auf zu lügen.

Wenn ausländische Kämpfer in einem Konflikt kämpfen dann handelt es sich nicht um einen "Bürgerkrieg".

Kennen Sie den Terminus der "selbsterfüllenden Prophezeihung"?

Sehr geehrter Herr Kirchengast,
anstatt in die ausgeschlagene Kerbe des "bösen Diktators" zu schlagen bedeutete objektive Medienperformance auch ein beleuchten der Gegenseite.
Es wäre höchst interessant, von Qualitätszeitungen über die hehren (und wahren!!) Gründe der Unterstützung radikalreligiöser Rebellen zu erfahren.
Der AHA-Effekt wäre Ihnen sicher!

So weit ist es gekommen, weil der Westen und die Wahabiten die Rebellen

unterstützen. Da werden Waffen und Geld bei Sanktionierung der syrischen Regierung geliefert.
Und außerdem, wenn die UNO-Resolution durchgegangen wäre wäre was passiert: Die Nato hätte alles zugebombt, siehe Lybien. Es wären garantiert niemals Nato-Bodentruppen zum Einsatz gekommen.

...die offiziellen Gründe für die...Politik waren und sind eben nicht die wahrhaftigen

das sidn sie aber auf beiden Seiten nicht

"...die offiziellen Gründe für die...Politik waren und sind eben nicht die wahrhaftigen"

Schwupps - da kehrt wohl gerade ein Journalist aus jahrzehntelanger Verbannung nach Disneyland oder von einer Entführung durch Außerirdische zurück. Ist ja unglaublich: Politiker nennen tatsächlich gar nicht ihre wirklichen Ziele? Und Mickymaus hat eventuell nie gelebt? Gibt es denn wenigstens den Weihnachtsmann?

Mit Passivität können Kalte Krieger natürlich nichts ausrichten,

wenn Heiße Krieger AKTIV den Konflikt anheizen.

Wir werden schon noch bald genug sehen, wie die eigene Medizin schmeckt, wenn die Passiven mal auf die Idee kommen, Bürgerkriege etwa in Katar und SA zu finanzieren.

Vielleicht darf man Herrn Kirchengast daran erinnern,

dass es Saudi Arabien, Katar und nicht zuletzt die USA waren die mit Geld und Waffen die islamistische "Opposition" unterstützt haben und dass sich in deren Gefolge Al-Kaida artige Gruppen sich durch besondere Greueltaten und extremistische Taten hervortun. Dass soll aber nicht heissen dass die FSA nicht minder kriminell agiert, wie die Entführung von Journalisten beweist.

Hätte man diesen Gestalten den Weg freibomben sollen?

Hat man vergessen wie es in Libyen zugeht? Wurde das Schicksal des US Botschafters dort schon vergessen?

Mag man zu Assad stehen wie man will, aber gegen das was da kommen dürfte wird er die bei weitem bessere Alternative gewesen sein.

Jene Islamisten haben sich erst etabliert nachdem Assad die Demonstranten unterdruückte und mitunter ermorden ließ.

libyen? dort ists relativ friedlich.

und nein, assad ist jedenfalls nicht die bessere lösung sonder der grund für den bürgerkrieg.

Relativ friedlich?

So wie in Bani Walid?

dort ists jedenfalls friedlicher als in syrien, das von seinem diktator in den mehrjärigen bürgerkrieg gestürzt wurde. ein schicksal das libyen erspart geblieben ist, obwohl der diktator dort auch den krieg gewählt hat.

assad mag zwar kurzfristig die bessere wahl sein, aber das langjährige vorhandensein von diktatoren in den arab. ländern hat schlussendlich zu islamistischen gruppierungen geführt...

Die Aufstandsgebiete in Syrien sind seit Jahrzehnten islamistische Hochburgen, und Islamistenaufstände gab es schon unter Assad Senior, Anfang der 1980er glaub ich sogar mit über 80.000 Toten. Nach der Wahrscheinlichkeitstheorie ist es, also, eher unwahrscheinlich, dass sich gerade dort liberale, demokratische Kräfte gebildet hätten. Die Frage ist vielmehr, warum der Westen wieder mit Islamisten paktiert, genau mit jenen, derentwegen doch Kreuzzüge in Irak und Afghanistan geführt wurden und werden. Vielleicht denkt man sich: Lieber arabische Islamisten die bei uns ab und zu eine U-Bahn in die Luft sprengen als iranische Verbündete mit einer A-Bombe..?

"Die könnte nun freilich mit eigenem kräftigen Zutun bald perdu sein."

Eine mehr als seltsame Interpretation. Selbst wenn sich Russland im ersten Augenblick von Assad ab- und den Aufstänischen zugewandt hatte wäre die Militärbasis nicht zu halten gewesen. Weil die Kräfte die dann defacto an wirklich die Macht kommen, werden eine ausländ. Miltärbasis nie dulden, selbst wenn irgendeine Regierung die Zustimmung gibt. Da parkt dann jede Woche ein Bombenlaster der Rechtgläubigen vor der Tür.
Dh wenn es den Russen nur um die Militärbasis geht, war Assad ihre einzige Option.
Es sei denn sie machen einen auf Guantanamo. Auf bestehende Verträge verweisen, jede Menge Zäune runderherum und einfach bleiben. Das könnten sie aber vmtl. immer noch.

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