Therme Bad Gastein sprudelt weiter

13. Dezember 2012, 17:42
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Land und Banken traten Anteile um einen symbolischen Euro ab. Bad Gastein ist nun 95 Prozent-Eigentümer

Bad Gastein/Salzburg - Der drohende Konkurs der Kur- und Kongressbetriebsgesellschaft (KKB) in Bad Gastein im Salzburger Pongau ist abgewendet worden. Ein stiller Ausgleich und ein komplettes Sanierungspaket wurden unterzeichnet, um die Therme Bad Gastein zu retten (DER STANDARD berichtete), wie Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP) am Donnerstag bestätigte. Zur KKB gehören die Felsentherme und das Thermalkurhaus in Bad Gastein.

Die Gemeinde wird dem schon Mittwoch paktierten Beschluss zu Folge 95 Prozent Eigentümer der KKB, fünf Prozent halte weiterhin der Kurfonds, sagte der Bürgermeister. Durch direkte Zuschüsse und durch teilweisen Verzicht von Forderungen seien die Verbindlichkeiten von 7,5 Mio. Euro auf fünf Mio. Euro reduziert worden. "Die Gesellschaft steht jetzt finanziell auf einer soliden Basis."

Knappe Million zugeschossen

Die finanzielle Sanierung erfolge durch direkte Zuschüsse und teilweisen Verzicht auf Forderungen, erklärte Steinbauer. Vom Land Salzburg gebe es Zuschüsse in der Höhe von 300.000 Euro, von den Banken und den Gasteiner Bergbahnen in Summe 352.000 Euro. Die Gemeinde Bad Gastein schieße 300.000 Euro zu.

Das Land, bisher 35 Prozent-Eigentümer, und Banken, bisher 30 Prozent-Eigentümer, scheiden aus der KKB aus, wie Steinbauer erläuterte. Diese traten ihre Unternehmensanteile um einen symbolischen Euro an die Gemeinde Bad Gastein (bisher 30 Prozent-Eigentümer) ab.

"Wir sind endlich Herr im eigenen Haus", zeigte sich der Bürgermeister erfreut. Denn mit der bisherigen Struktur habe die KKB nicht funktioniert.

Die Gesellschaft wird strategisch neu aufgestellt, gesucht wird noch ein neuer Geschäftsführer. "Mit dem neuen Geschäftsführer wird man sich einen neuen Namen der Gesellschaft überlegen", kündigte der Ortschef an.

Rechtsstreit belastet

Laut einem kürzlich ergangenen Urteil des Oberlandesgerichtes Wien muss die KKB an den Investor Franz Duval 900.000 Euro wegen eines verlorenen Prozesses bezahlen. "Das Rechtsmittel der außerordentlichen Revision ist beim Obersten Gerichtshof bereits eingebracht worden", sagte Steinbauer. Bei der Sanierung der KKB habe man bereits berücksichtigt, dass man vom OGH möglicherweise nicht Recht bekomme. Falls doch, würde das die Situation natürlich nur verbessern, veranschaulichte der Bürgermeister. (APA, 13.12.2012)

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