Stephan Görgl verkündete in Gröden Rücktritt

13. Dezember 2012, 19:05
  • Stephan Görgl lässt es bleiben.
    foto: apa/fohringer

    Stephan Görgl lässt es bleiben.

  • Sieg in Beaver Creek 2004.

34-Jähriger: "Habe viele schöne und bittere Stunden erlebt" - "Möchte der Jugend Platz machen"

Wolkenstein - Knapp zwölf Jahre nach seinem Debüt im alpinen Ski-Weltcup hat Stephan Görgl am Donnerstag seine Rennläuferkarriere beendet. "Ich habe viele schöne und bittere Stunden erlebt. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich Platz für die Jugend schaffen will", erklärte der 34-jährige Steirer im Rahmen der Weltcup-Rennen in Gröden. Die größten Erfolge Görgls waren seine beiden Weltcup-Siege 2004 im Super G in Beaver Creek sowie 2005 im Riesentorlauf in Lenzerheide.

"Erinnerungen an diese beiden Siege hängen großformatig in meiner Wohnung. Sie erinnern mich an die schönen Zeiten", meinte Görgl. Bei Großereignissen blieb er im Gegensatz zu seiner jüngeren Schwester Elisabeth Görgl (Doppelweltmeistern) und seiner Mutter Waltraud Hecher-Görgl (zweimal Olympia-Bronze) ohne Medaille.

Comeback

Besonders stolz ist Görgl, dass er es nach einer schweren Knieverletzung im Dezember 2006 noch einmal zurück in die Weltspitze geschafft hat. Damals hatte er sich beim Super-G-Training in Zauchensee bei einem Sturz einen Patellarsehnen-, vorderen Kreuzband- und Innenband-Riss sowie einen Meniskusschaden (Meniskusausriss) zugezogen. "Damals hat fast niemand daran geglaubt, dass ich noch einmal zurückkomme. Aber ich habe es geschafft." Zum fünften und letzten Mal bei einem Weltcup-Rennen auf dem Stockerl stand Görgl dann am 21. Februar 2009 als Zweiter beim Riesentorlauf in Sestriere.

Den Entschluss zum Abgang fasste Görgl am Mittwoch. "Normal würde man am 12.12.2012 Bindungen fürs Leben eingehen. Bei mir war es so, dass an diesem Tag die bisher wichtigste Bindung meines Lebens zu Ende gegangen ist", berichtete Görgl, der sich vor allem bei seiner Familie und dem gesamten ÖSV-Team für die Unterstützung bedankte. "Ich hege keinen Groll, ich gehe ausschließlich mit positiven Erinnerungen."

Freeriden

ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold informierte Görgl am Mittwoch telefonisch von seiner Entscheidung. "Mir tut es sehr leid, weil der Steff ein guter Typ ist. Ich hab zuerst versucht, ihn zum Weitermachen zu überreden. Aber dann hab ich gemerkt, dass sein Entschluss feststeht", sagte Berthold.

"Bei mir hat eine Verlagerung vom egoistischen Rennfahrer zu einem freudvollen Freiskifahrer stattgefunden", berichtete Görgl, dass ab sofort beim Tourenskifahren und Freeriden der Genuss am Skifahren im Vordergrund stehen wird. Seine berufliche Zukunft wird Görgl wohl zumindest teilweise bei seinem Ausrüster Fischer verbringen. "Ich habe einige extrem interessante Ideen, und die will die Firma Fischer mit mir umsetzen." Zudem möchte der Wahl-Innsbrucker sein als Spitzensportler gewonnenes Know-how punkto Ernährung und Fitness an die Jugend weitergeben. (APA; 13.12.2012)

Steckbrief des österreichischen Ski-Rennläufers Stephan Görgl, der am Donnerstag im Rahmen der Weltcup-Rennen in Gröden seinen Rücktritt bekanntgegeben hat:

Stephan GÖRGL (34 Jahre): Geboren am 5. Juni 1978 in Bruck an der Mur/Steiermark Wohnort: Innsbruck/Tirol Größe/Gewicht: 1,76 m/81 kg Familienstand: ledig Verein: Kapfenberger SV Hobbys: Musik, Sport Homepage: www.goergl.com

Größte Erfolge: Weltcup: 2 Siege (Super G 2004 Beaver Creek, Riesentorlauf 2005 Lenzerheide). Ein zweiter und zwei dritte Plätze. Olympia: Teilnahme 2006 (Out im Riesentorlauf) WM: Teilnahmen 2005 (21. Super-G) und 2011 (23. Riesentorlauf)

Anm.: Mutter Waltraud Hecher-Görgl gewann 1960 und 1964 Olympia-Bronze in der Abfahrt, Schwester Elisabeth Görgl holte bei der WM 2011 zweimal Gold (Abfahrt, Super G).

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kröll, baumann, reichelt und raich sollten sich gleich anschliessen !

...

alles gute, herr görgl!!!

bitte nimm deine Schwester gleich mit. Danke.

Wann ist er zum letzten Mal gestartet?

In dieser Saison?

Bei den RTL in Val d'Isere, Beaver Creek und Sölden, allerdings mit hoher Startnummer und ohne Qualifikation für den zweiten Durchgang.

Alles Gute!

immer diese leier von wegen jüngeren platzmachen.
es fahren speziell bei grossereignissen nur jene die auch gut drauf sind. Somit erübrigt sich das bei görgl sowiese.
seinen A-Kader platz hätte er früher oder später sowieso verloren.

flucht nach vorne.

was erwartest du von ihm?

dass er sagt, er würde bald sowieso rausfallen und deswegen hört er halt auf?
es gibt genau die zwei möglichkeiten,
1. dass einer solange fährt, bis er wirklich eliminiert wird oder
2. er hört eben vorher auf.

ud er hat "vorher" aufgehört,
genau diese drei, vier rennen, die er auf alle fälle noch bestreiten hätte können, macht er halt jetzt schon "den jüngeren platz"

was stört dich daran, einem läufer auch verbal einen netten abgang zuzugestehen??

stefan wer?

um welchen stefan gingads denn? den könnens da ja ned meinen!

Guter Zeitpunkt zum Aufhören

Es war zu spüren, dass er den Anschluss nicht mehr finden wird - zu weit war er von den Plätzen unter den besten 30 entfernt.

Vielleicht dient das ja als Vorbild für den Slalom-Nacktflitzer Schöni. Auch große Karrieren gehen irgendwann mal zu Ende. Niemand hat es sich verdient, am Ende so belächelt zu werden wie z.B. ein Martin Schmitt.

nie von ihm gehört....

Komisch, wenn ich lese "Rücktritt von <Mir Unbekannt> klick ich nicht drauf. Aber Danke für ihre Info auf jeden Fall. Nicht vergessen: Raus gehen falls es wirklich mal Hirn regnet!

14.12.2012, 01:30
im sport gibs wenigstens noch eine rücktrittskultur

!

rücktrittskultur

mit sport meinens vermutlich sportler an sich und nicht funktionäre.

sagens dass dem Schönfelder.

"dass" ganz bestimmt nicht...

mea culpa mea culpa mea maxima culpa

einmal vertippt schon kommt einer der die rechtschreibung ausbessert - oarg

Schade, dass er nie wirklich viel aus seinem Talent machen konnte. So hart es klingt, aber der Mannschaft wird er in sportlicher Hinsicht nicht fehlen.

Mutiger Schritt...Alles Gute...

alles gute stefan

freue mich immer wenn ich dich im body&soul sehe.

Falls alle Pläne in die Hose gehen, es bleibt stets der ORF.

welcher jugend?

Viel Spaß in der Ski-Pension.

Aber ganz ehrlich, abgehen wird er wohl niemandem.

Witzig wie manche von euch Wapplern gleich wieder auszucken wenn's die Wahrheit ned vertragen.

Das Leben ist nicht in Wattebäusche gebettet.

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