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Graz - Immer häufiger erleben auch Mitarbeiter ohne höhere Führungsposition berufsbezogene, psychisch kritische Situationen, in der sie höchste emotionale Erschöpfung erleben und sich "ausgebrannt" fühlen. An der Universität Graz führen Psychologen eine Online-Studie zum Arbeitsleben in Österreich durch - und suchen noch Teilnehmer.
"Burnout" sei zwar zum Modebegriff geworden, Belastungen am Arbeitsplatz müssten aber auf alle Fälle ernst genommen werden, so Paul Jimenez, Psychologe im Bereich Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie der Uni Graz. Seit März 2010 leitet er gemeinsam mit Andrea Dunkl die österreichweit ausgerichtete Studie, in der bereits an die 700 Personen befragt wurden. "Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen Beanspruchung, Erholung, Schlafqualität, Führung und kritische Arbeitsfaktoren?, schilderte Jiménez die Schwerpunkte der Untersuchung.
Die ersten Auswertungen würden ein Bild der Arbeitswelt zeichnen, die von ausgedehnten Arbeitszeiten, hoher Beanspruchung und unzureichender Erholung geprägt ist. Um zuverlässige Aussagen treffen zu können, werden nun weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studie gesucht. Als Gegenleistung erhalten die Befragten im Anschluss an die Befragung eine schriftliche Rückmeldung über ihren aktuellen Erholungs- und Beanspruchungszustand sowie ihre aktuelle Schlafqualität.
Bereits 388 Frauen und 295 Männer nahmen im März 2012 erstmals an der Online-Befragung teil. Knapp 90 Prozent waren zu diesem Zeitpunkt berufstätig, zehn Prozent Firmeneigentümer, knapp 30 Prozent gaben an, eine Führungsposition zu haben. Im Herbst wurden dieselben Personen nochmals befragt, um den Verlauf ihres Befindens analysieren zu können.
"Ein interessantes Bild ergab die Arbeitszeitverteilung", fasste Jiménez zusammen. "Rund 40 Prozent der Teilnehmer gaben an, regelmäßig 41 bis 50 Stunden pro Woche zu arbeiten, jeder Achte sogar 51 bis 60 Stunden wöchentlich." Hinsichtlich der Erholungs-Beanspruchungs-Balance in den vorangegangenen sieben Tagen vor der Befragung wurden vom Studienteam viele rote Ampeln vergeben: an 26,7 Prozent der Probanden, weil sie sich zu wenig erholen konnten, und an 39,5 Prozent aufgrund übermäßiger Beanspruchung. (APA, 13.12.2012)
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