Ein Viertel der Bienenvölker könnte den Winter nicht überstehen

  • Die Varroa-Milbe ist in so gut wie jedem deutschen Bienenstock zu finden. Bei knapp einem Viertel der Völker ist der Befall so hoch, dass sie den Winter möglicherweise nicht überleben.
    foto: universität hohenheim/bettina ziegelmann

    Die Varroa-Milbe ist in so gut wie jedem deutschen Bienenstock zu finden. Bei knapp einem Viertel der Völker ist der Befall so hoch, dass sie den Winter möglicherweise nicht überleben.

Untersuchung stellt Gesundheit der deutschen Bienenvölker kein gutes Zeugnis aus

Deutsche Forscher stellen Bienenvölkern ihres Landes ein bedenkliches Gesundheitszeugnis aus: Nach aktuellem Stand dürften so gut wie alle Völker von den gefährlichen Varroa-Milben befallen sein, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Die winzigen Spinnentiere ernähren sich als Blutsauger von Bienen und übertragen so Krankheiten zwischen den Insekten. Die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Bienenständen sind groß, wie die Erhebung von Bienenforschern aus ganz Deutschland zeigt. 23 Prozent der Völker könnten den Winter nicht überleben, schätzen Forscher der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim.

Erstmals haben Forscher von acht bienenforschenden Instituten diesen Herbst bundesweit stichprobenartig 2.050 Bienenvölker an 223 Bienenständen untersucht. Ab einem Varroa-Befall von etwa sechs Prozent, also 6 Milben auf 100 Bienen, droht Bienenvölkern ein deutlich erhöhtes Risiko, den Winter nicht zu überleben. Knapp 23 Prozent der untersuchten Völker sind von dem erhöhten Befall betroffen. Viele dieser Völker könnten den kommenden Winter nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht überstehen.

Wichtige Maßnahmen für die kommende Saison

Der durchschnittliche Befall an verschiedenen Bienenständen liegt zwischen null und 41 Prozent, einzelne Völker waren sogar bis zu 76 Prozent befallen. Dringend empfehlen die Bienenforscher Imkern in der brutfreien Zeit eine sogenannte Restentmilbung mit einem geeigneten Behandlungsmittel. Nur so können die überlebenden Völker im kommenden Frühjahr mit einem niedrigen Varroa-Befall in die neue Saison starten. (red, derStandard.at, 13.12.2012)

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17 Postings

keine sorge, in monsantos keller fliegt schon die ressistente superbiene, um unsere ehemalige artenvielfalt zu ersetzen.....

Da diese sich aber nicht vermehren könnte, müßten die Imker 5x im Jahr nachkaufen.

und wieder eine bezahlte Werbung der Agrarchemiekonzerne

geschaltet von chronisch finanziell ausgehungerten deutschen Bieneninstituten und finanziert über den Umweg von Agrarsubventionen vom europäischen Steuerzahler !!!

"durchschnittliche Befall ... zwischen null und 41 Prozent"

Toller Durchnitt, bei dem nicht ein Wert, sondern eine Bandbreite resultiert...
Und dann noch so nichtssagend...

Herr Bartenstein

ist aber immer noch gegen ein Verbot der Neonicotinoide, obwohl mehrere Studien nachweisen, dass Bienen durch diese Pestizide geschwächt und damit auch ihre natürliche Abwehr gegen die Milben beeinträchtigt werden.
Hauptsache der Maisanbau und die Chemiefirmen können weiter Geschäfte machen, nicht wahr Herr Bartenstein?
Typisch ÖVP halt.

berlakovich

Natürlich - danke!

Wie konnte ich die beiden bloß verwechseln?

hat die milbe keine natürlichen feinde?

Ja stimmt!

Die Varroamilbe ist ein lästiger Parasit mit schwerwiegenden Folgen für die Bienen wie Flügeldeformationen, etc....

ABER

PSM, Pflanzenschutzmittel wie Herbizide und vorallem Insektizide die zur Gruppe der Neonikotinoide zu zählen sind, bedeuten den sicheren Tod für die Bienen durch Vergiftung.

BTW gegen den Maiswurzelbohrer gibt's billigere, bessere und resourcenschonendere Möglichkeiten.

BTW

na dann klären sie uns mal auf.

Was ist billiger, besser und recourcenschonender?

Die Saatgutbeizung ist mit Sicherheit die günstigste Variante der Diabrotica Bekämpfung. Also Punkt eins stimmt mal nicht.

Neonics sind super!

Zweikeimblättrige Fruchtfolge oder kippen sie lieber Neonics in die Landschaft?

Viel Spass mit den Folgen die sie nicht absehen können.
Viel Spass mit bereits ausgebildeten Resistenzen.

Korneuburg und Agro Kwizda sind ein leuchtendes Beispiel wie toll das alles funktioniert.

Dann klären Sie bitte mal auf, wie eine Beizung im April die Bienen im nächsten Winter schädigt.

Da gibt es genau eine Biene, die diesen Stoffen ausgesetzt gewesen sein könnte: Die Königin. Alle anderen haben zu dem Zeitpunkt noch nicht gelebt und wurden selbst als Larven mit Futter gefüttert, dass klar nachher eingetragen wurde. Eine Schädigung durch Maisbeizmittel würde im Sommer durchschlagen, nicht erst im folgenden Winter. Ganz abgesehen davon, dass die Beize auf den Maiskörnern im Boden ist, und nicht auf den Blumen...

Ich sage nicht, dass Pflanzenschutzmittel kein Problem sein können. Die Spritzung gegen die Weinzikade z.B. vor zwei Jahren war gerade zum dem Zeitpunkt, als die Bienen das Futter für die Wintergeneration eintrugen. Und es war eine weitverteilte Ausbringung.

Wozu gibts dann ein Merkblatt,

in dem auf die Bienengefährlichkeit hingewiesen wird?

http://www.ages.at/uploads/m... 011_02.pdf

Das Beizmittel ist im Boden, lieb!

Das Beizmittel ist in der Pflanze und dort wird es langsam abgebaut, wirkt systemisch und ist ein Kontakt und Fraßgift.

http://de.wikipedia.org/wiki/Clothianidin

Glauben sie wirklich die Bienen fliegen mit Nektar und Pollen in den Stock und fressen sofort alles zusammen?

In der Pflanze MAIS vielleicht, die für Bienen völlig uninteressant ist.

Ein Maisfeld ist für Bienen eine Wüste. Mir wollte mal einer erklären, dass Beizmittel beim Söhen verblasen würde und dann z.B. auf Löwenzahn käme und mit dessen Pollen eingetragen würde. Unwahrscheinlich, aber okay. Aber: Aller Pollen der irgendwie kontaminiert sein könnte, ist zu dem Zeitpunkt, wo die Winterbienen gelegt werden, schon lange weg. Sommerbienen werden grade mal 3 Wochen alt, und viel länger halten Pollenvoräte im Stock auch nicht. Der Honig sowieso, den holt sich der Imker und füttert mit Zuckerwasser. Ich sage nicht, dass Beizmittel ungefährlich sind, aber die würden ein Volk im Sommer schwächen, und nicht erst im Winter.

Also nochmal: Wie kommt das Beizmittel in die Winterbiene?

Es ist unerheblich

wie das Gift in die Biene, den Stock und das Volk kommt.

Es ist erheblich, daß es nachweislich im Volk ist und dieses gefährdet, schädigt oder tötet.

Ob es an der fehlerhaften Ausbringung liegt oder nicht spielt dabei keine Rolle, tot ist tot.

Studien dazu:

Dr. Jeffery Pettis, Pesticide exposure in honey bees results in increased levels of the gut pathogen Nosema

Purdue University, Multiple Routes of Pesticide Exposure for Honey Bees Living Near Agricultural Fields

behandlung

nach honigernte mit ameisensäure und im winter mit oxalsäure

wenn der imp eingeht, hören die leute dann auf, überall das ungenießbare beinvogelschmalz hineinzuschütten?

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