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Im wahren Leben ist die Orientierung im Raum für das Gehirn eine komplexe Angelegenheit. Trotzdem fällt es Filmzuschauern selbst bei rasanten Szenenabfolgen nicht schwer, sich im Geschehen räumlich zurecht zu finden. Wie das möglich ist, haben nun deutsche Wissenschafter herausgefunden: das Gehirn wendet gleichsam Daumenregeln an. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn sich der Filmregisseur an bestimmte Konventionen hält.
In Actionfilmen müssen sich Zuschauer häufig in Sekundenbruchteilen orientieren: Rasen zwei Autos aufeinander zu oder verfolgt eins das andere? Wissenschafter der Universität Tübingen und des Leibniz-Instituts für Wissensmedien haben nun nachgewiesen, dass die Orientierung in Filmen nicht auf den aufwändigen mentalen Berechnungen beruht, die für das Raumverstehen in realen Situationen erforderlich sind. Stattdessen wenden Zuschauer einfache sogenannte Heuristiken, also Daumenregeln an, die ihnen die Orientierung im Film deutlich erleichtern. Die neuen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Psychonomic Bulletin & Review" veröffentlicht.
Voraussetzung dafür, dass die Zuschauer sich wirklich leicht orientieren können, ist allerdings, dass sich der Regisseur an bestimmte Darstellungskonventionen wie beispielsweise die sogenannte 180-Grad-Regel bei der Platzierung der Kameras hält. Die 180-Grad-Regel legt fest, dass Kameras immer auf einer Seite eines Geschehens - sei es eine Verfolgungsjagd oder ein Fußballspiel - platziert werden sollten. Hält sich der Film an diese Regel, dann stimmt die Bewegungsrichtung auf dem Bildschirm mit der realen Bewegungsrichtung überein: Zwei Autos, die sich verfolgen, fahren dann auch auf dem Bildschirm in die gleiche Richtung.
Der Darstellungstrick erlaubt es den Zuschauern, sich schnell und fehlerfrei in einer Filmszene orientieren. Durch die enge Abstimmung der Tricks und Regeln der Filmemacher mit den mentalen Mechanismen der Zuschauer fallen manche Verstehensprozesse beim Betrachten von Actionszenen im Film leichter als im "wirklichen Leben". (red, derStandard.at, 13.12.2012)
Abstract
Psychonomic Bulletin & Review: Do not cross the line: Heuristic spatial updating in dynamic scenes
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ich kann mich an sehr viele verfolgsjagden erinnern in filmen die aus gänzlich unterschiedlichen richtungen gezeigt wird.
zuerst aus sicht des verfolgern von hinten und die fahrt geht, am bildschirm, in rechte obere eck.
dannach von vorne und die autos fahren ins untere eck.
dh. die kameraposition hat sich komplett geändert.
Das Stichwort ist Achsensprung. Die Perspektive kann sich schon ändern, nur wenn sie über die Achse springt, wird es verwirrend. (180°-Regel)
Aus der Sicht der Filmemacher ist das ein alter Hut. Das Interessante (wenn auch nicht gerade Sensationelle) im Artikel betrifft den mentalen Vorgang beim Zuseher.
Die Kamera bleibt beim Umschalten zwischen Verfolger/Verfolgten immer eher auf einer Seite (z.B. immer auf der rechten Seite) dadurch wird eben suggeriert, dass die beiden Autos in die selbe Richtung fahren. Wenn dann, 2 Szenen später an einer anderen Stelle die Kamera auf der linken Seite der Fahrzeuge filmt, denkt man, dass die Autos einfach ihre Richtung geändert haben. Da das aber dann wieder für beide Fahrzeuge gilt, fahren jetzt beide wieder in die gleiche Richtung, aber in die der vorigen Szene entgegengesetzten Richtung, auch wenn am Set die Autos vielleicht tatsächlich die exakt gleiche Strecke fahren (nur einmal eben vor dem linken und einmal vor dem rechten Hintergrund)
hauptsächlich gehts da drum, obs immer von links nach rechts fahren, oder obs zwischendurch von rechts nach links fahren. also was man angeblich nicht soll, ist einmal bei der beifahrertür und einmal bei der fahrertür rein filmen.
die ecken sind da egal, die generelle richtung ist wichtig. wenn die sich radikal ändert, glaubt man als zuseher, die haben umdraht.
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