Assange will mit Wikileaks-Partei in den australischen Senat

13. Dezember 2012, 14:29
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Pläne für Kandidatur nehmen Form an - Assanges Vater übernimmt Organisation

Schon im Frühjahr kündigte er an in die australische Politik gehen zu wollen. Jetzt nimmt Julian Assanges Vorhaben weiter Form an. Assange, der sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in Großbritannien aufhält, möchte eine eigene "Wikileaks"-Partei gründen und mit ihr 2013 bei den australischen Senatswahlen antreten. Die Pläne zur Registrierung der Partei seien schon "weit fortgeschritten", teilte Assange der australischen Fairfax Media mit.

Er selbst würde als Kandidat für den Senat kandidieren, so Assange. Außerdem gebe es schon viele weitere Zusagen von Leuten, die ebenfalls auf der Wahlliste stehen wollen. Insgesamt 500 Mitglieder braucht Assange, um die Partei bei der australischen Wahlkommission wirklich registrieren lassen zu können.

Umfragen sehen gute Chancen

Assanges Vater, John Shipton, wird den Aufbau der Partei vor Ort übernehmen. Ein Entwurf der Parteistatuten ist schon in Begutachtung. Sollte Assange tatsächlich in den Senat gewählt werden und zu diesem Zeitpunkt weiterhin in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzen, kann ihn ein Nominierter vertreten.

Dass Assanges politische Ambitionen Erfolg haben könnten, zeigen Umfragen in Australien. Jeder Vierte (von 1.000 Befragten) gab im Mai 2012 bei einer Umfrage an, dass er oder sie sich vorstellen könnte, Assange zu wählen. Die größte Zustimmung könnte Assange in New South Wales und Victoria erhalten.

Wikileaks-Partei für Öffnung der Politik

Assange kann in Australien antreten, weil er die Staatsbürgerschaft und seinen Wohnsitz dort hat und auch als Wähler im Ausland registriert ist. Während des Wahlkampfes muss er sich nicht zwingend im Land aufhalten. Sollte er allerdings politisches Asyl in einem anderen Land suchen, könnte das auch das Ende seiner Kandidatur bedeuten.

Die Partei würde auf den Prinzipien von Wikileaks aufbauen, daher für Transparenz und Öffnung der Politik eintreten, andererseits Eingriffe in die Privatsphäre von Individuen politisch bekämpfen. (ted/derStandard.at, 13.12.2012)

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    Assange sitzt zwar derzeit in Großbritannien, könnte aber trotzdem ab 2013 Senator in Australien sein.

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