Australische Medienaufsicht ermittelt nach Telefonscherz

13. Dezember 2012, 12:15
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Autopsieergebnis von Londoner Krankenschwester erwartet

Sydney - Nach dem mutmaßlichen Selbstmord einer Londoner Krankenschwester nach einem Scherzanruf eines australischen Radiosenders untersucht die australische Medienaufsicht den Fall. Die Untersuchung richte sich gegen den Sender 2Day FM und nicht gegen die betroffenen Moderatoren, betonte die Medienaufsicht ACMA am Donnerstag. Geprüft wird unter anderem, ob die Radiostation die Vorschriften zum Persönlichkeitsschutz verletzt hat.

Die Krankenschwester Jacintha Saldanha war vor einer Woche im König-Edward-VII.-Krankenhaus ans Telefon gegangen. Am anderen Ende der Leitung gaben sich die 2DayFM-Moderatoren Mel Greig und Michael Christian als Königin Elizabeth II. und Prinz Charles aus. Sie erkundigten sich nach dem Zustand der schwangeren britischen Herzogin Kate, die in dem Krankenhaus wegen schwerer Übelkeit behandelt wurde. Saldanha stellte den Anruf zu einer Kollegin durch, die Auskunft gab.

Drei Tage später wurde Saldanha tot in ihrer Wohnung gefunden. Nach unbestätigten britischen Medienberichten hatte sie sich erhängt. Das Autopsieergebnis soll am Donnerstag veröffentlicht werden.

Der australische Medienkonzern Southern Cross Austereo (SCA), zu dem 2DayFM gehört, betonte, der Sender habe die Klinik vor der Ausstrahlung des Telefonmitschnitts fünf Mal angerufen, um die Aufnahme zu besprechen. Das Krankenhaus erklärte dagegen, weder die Leitung noch die Presseabteilung der Klinik sei kontaktiert worden. Gemäß den australischen Vorschriften muss vor der Ausstrahlung eines Telefonscherzes im Radio die Zustimmung des Betroffenen eingeholt werden. (APA. 13.12.2012)

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