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vergrößern 645x484Gesamtgehzeit _4¼ Stunden, _Höhendifferenz knapp 400 m. Gasthaus Jagasitz (Donnerstag und Freitag Ruhetage), Karnerwirt (im Winter an Wochenenden und Feiertagen offen). ÖK25V Blatt 4206-Ost (Pernitz), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
Info: Myrafälle
vergrößern 500x482Um zu erfahren, wie ein formvollendeter Knicks auszusehen hat, braucht niemand eine Tanzschule oder einen Kurs "Gutes Benehmen" zu besuchen. Das lässt sich auch mitten im Wald erlernen. Etwa auf dem Höhenrücken zwischen dem Schärftal und dem Tal der unteren Myra bei Pernitz. Dort verläuft ein Abschnitt des Biedermeier-Erlebnisweges, und dieser ist mit Tafeln bestückt, die über die "gute alte Zeit" informieren; darunter auch, wie man den Hofknicks macht. Platz ist genug zum Üben, nur schaut das mit Wanderschuhen nicht so elegant aus wie mit hochhackigen Stiefletten.
Die romantischen Myrafälle sind mittlerweile zu einer "Wander- und Wasserwelt" avanciert, beim Karnerwirt gibt es eine Myrabar, in welcher der Obstler aber genau so schmeckt wie im heimischen Stammbeisel.
Trotz aller Versuche, die Wanderrouten durch Events aufzumöbeln, liegt das eigentliche und besondere Erlebnis in der Freude über die schöne Landschaft, die Ausblicke von den freien Flächen zu Schneeberg, Schneealpe und Unterberg; nicht zuletzt aber an den Kaskaden der kleinen Myra, die am Fuße des Unterbergs entspringt und deren Wasser angeblich aus den Tränen eines unglücklich verliebten Mädchens besteht, das in das Innere des Berges verbannt worden war. Im Jahr 1803 schrieb Josef C. Wagner in seinem Band Wanderungen nach Gutenstein in Österreich unter der Enns über die Myrafälle: "Dieser Ort stimmt fürwahr des Dichters Leyer zu erhabenen Tönen, des Künstlers Pinsel zu Meisterstücken, den Schwärmer in andere Leben, und Liebende zur Seligkeit ihres Daseins. Kurz, die Schönheit, die Erhabenheit dieses Ortes lässt sich nur fühlen, nie hinlänglich beschreiben." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Auch ohne Hofknicks lässt die Runde keinen Wunsch offen, denn sie führt durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Da sich die Mühen in Grenzen halten, kann man seine Aufmerksamkeit der Umgebung zuwenden. Markierungen und Beschilderungen reichen aus, bei Vereisung ist allerdings auf den Brücken und Stegen der Myrafälle besondere Vorsicht geboten.
Bei guten Verhältnissen bietet sich ein Abstecher auf den markanten Hausstein mit den Resten einer alten Befestigung an. Der felsige Spitz weist Spuren einer prähistorischen Besiedelung auf.
In Pernitz wandert man durch die Singerallee an den Waldrand und folgt dem rot markierten Weg. Bis zum Eichkreuz ist es recht gemütlich, dann folgt eine Steigung. Über einen Rücken hinweg erreicht man das Gasthaus Jagasitz. Ab Pernitz zwei Stunden. Auf der gelben Markierung geht es zuerst eben, dann im Abstieg weiter zum Karnerwirt oberhalb der Myrafälle. Gehzeit ab Jagasitz eine Dreiviertelstunde.
Auf dem rot markierten Weg geht es neben dem kleinen Stausee und dann neben dem Bach zu den Myrafällen nach Muggendorf. Neben dem Bach kehrt man auf der roten Markierung zum Ausgangspunkt Pernitz zurück. Gehzeit ab Karnerwirt 1½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 15.12.2012)
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Ja, mit der im Text erwähnten Einschränkung, dass die Stege/Brücken bei den Myrafällen vereist sein können. Bei Schneelage ist in der Gegend eh alles ausgetrampelt. Im Winter kann man mit viel Pech aber sowieso immer auf völlig vereiste Wege stoßen. Ich bin letztes Jahr eine Forststraße auf der Hohen Wand nur mehr sehr mühsam hinuntergekommen, weil die komplett vereist war. Steigeisen wären vorteilhaft gewesen.
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