Hubbles tiefster Blick ins Universum

13. Dezember 2012, 15:08

Weltraumteleskop erspäht älteste bekannte Galaxien des Weltalls: die Sterneninseln entstanden vor mehr als 13 Milliarden Jahren


Alt, älter, am ältesten: Die Rekord-Galaxie UDFj-39546284 (rotes Quadrat links der Bildmitte) mit der Rotverschiebung 11,9 dürfte 350 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden sein. (Quelle: NASA, ESA, R. Ellis) - Zum Vergrößern klicken

Pasadena/Wien - UDFj-39546284 ist den Astronomen eine buchstäblich alte Bekannte. Im Vorjahr beschrieben Garth Illingworth and Rychard Bouwens die Galaxie im Fachblatt Nature erstmals und schätzten, dass sie 480 Millionen Jahr nach dem Urknall entstand (was einer sogenannten Rotverschiebung von 10 entspricht). Damit gilt sie im Moment als Spitzenkandidatin für die älteste beobachtete Galaxie des Universums

Doch im August und September 2012 haben Forscher um Richard Ellis vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena mithilfe des Weltraumteleskops Hubble jenen kleinen Himmelsausschnitt noch einmal beobachtet, der als "Hubble Ultra Deep Field" bekannt ist und in dem diese und andere Galaxien zum Teil aus der Frühzeit des Universums entdeckt worden waren.

Die Astronomen haben für die Untersuchung, die in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht wird, damit weiter in die kosmische Vergangenheit zurückgeblickt als je zuvor mit Hubble. "Wir haben die längste Belichtung gemacht, die "Hubble" je aufgenommen hat, und einige der schwächsten und fernsten Galaxien abgelichtet", sagt Ellis.

Bei ihren sechswöchigen Belichtung entdeckten sie sieben Galaxien, die zu einer Zeit vor mehr als 13 Milliarden Jahren entstanden sind - zum Vergleich: Heute ist das All 13,77 Milliarden Jahre alt. Sechs der Galaxien haben eine Rotverschiebung von 8 bis 9, "was schon ziemlich alt ist", wie Ko-Autor Jim Dunlop erklärt. Vor allem aber konnte UDFj-39546284 noch besser beobachtet werden. Die Astronomen ermittelten für die Galaxie eine Rotverschiebung von 11,9, was sie noch älter macht als bisher angenommen.


Das Licht der neu entdeckten Galaxien stammt vom Ende des "Dunklen Zeitalters", rund 300 Millionen Jahre nach dem Urknall. (Quelle: ESO) - Zum Vergrößern klicken

Kosmische Dämmerung

Ihre Beobachtung gebe Einblicke in die Entwicklungsgeschichte des ganz jungen Universums, schreiben die Forscher. Die ersten Galaxien seien demnach nicht nahezu zeitgleich entstanden, wie manche Theorien annehmen, sondern nach und nach. "Es war ein schrittweiser Prozess", so Koautor Brant Robertson von der Universität von Arizona in Tucson. Zudem liefere die Studie die erste belastbare "Volkszählung" von Galaxien aus der Ära der "kosmischen Morgendämmerung", betonen die Forscher.

Direkt nach dem Urknall war das Weltall zunächst weitgehend undurchsichtig, weil kaltes Wasserstoffgas viel Licht verschluckte. Die ersten Sterne und Galaxien heizten den Wasserstoff dann so weit auf, dass er ein Elektron aus seiner Hülle verlor und damit wieder durchsichtig wurde. Die "Hubble"-Beobachtungen stützen die Vorstellung, dass diese sogenannte Re-Ionisation nach und nach zwischen etwa 200 Millionen und einer Milliarde Jahre nach dem Urknall ablief und das Universum nicht plötzlich durchsichtig wurde. (tasch, dpa, DER STANDARD, 14.12.2012)

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das ist schön

in der Malerei hab ich meine Rotphase schon abgeschlossen, die erste zumindest wer weiß was noch kommt.

Jetzt weiß ich zumindest was eine Spektralanalyse ist.

in wirklichkeit sin die ganz nahe -

raum und zeit sind keine physikalischen grössen, lediglich mathematische oder logische konzepte, die sich aus der schwingung/bewegung ergeben.

raumzeit hat keine masse, keine energie, hat nichts physikalisch messbares an sich. das was wir raumzeit nennen, ist nur eine mathematische größe.

wie die dinge funktionieren, davon haben wir keine ahnung.

"Heute ist das All 13,77 Milliarden Jahre alt."

Auf den Tag genau nämlich!

Cool. In dem roten Quadrant

ist original nix. Alles schwarz

Wenn dort vor 13,7 Milliarden Jahren der Urknall stattfand

warum braucht das Licht dann 13 Milliarden Jahre zu uns, und wir sind schon hier? Waren wir schneller, als das Licht? ;-)

Es gibt kein Zentrum wo der Urknall stattgefunden hat. Das Universum - der Raum, die Raumzeit - war zu dem Zeitpunkt ganz, ganz klein, eine Singularität sogar. Und seitdem dehnt das Universum aus, der Urknall war also überall, es gibt kein Zentrum. Man blickt nur zeitlich zurück, das funktioniert weil die Lichtgeschwindigkeit eben endlich ist.

Nein, es ist weit übertrieben zu sagen dass man da nur zeitlich zurück blickt, denn dieses Licht wurde nicht zum Zeitpunkt des Urknalls ausgesandt sondern erst um 770 Mio. Jahre später, da war das Universum schon lange kein Punkt mehr.

Also dehnt sich das universum schneller aus als das Licht?

Sonst könnte man ja nicht so weit in die Vergangenheit blicken, oder?

na da waren immerhin noch 700 Millionen Jahre von Urkall bis zum Aussenden des Lichts. Genug Zeit für einen großen Vorsprung. ;-)
Und ja: im Zge der Raumausdehung kann die Geschwindigkeit zwischen zwei Punkten größer als die Lichtgeschwindigkeit sein.

Nun, da das All ein dreidimensionales Gebilde ist, welches sich von einem Punkt aus ausdehnt und in welchem wir uns auf der einen Seite befinden, gibt es auch Gallaxien auf der gegenübeliegenden Seite. Allerdings sehen wir im konkreten Fall ein Bild von einem All im Zustand von nur 300 Mio Jahren nach dem Urkanll. Zu diesem Zeitpunkt war dessen Ausdegnung wesentlich geringer als heutzutage. Und somit musste uns das Licht dieser jungen und fernen Gallaxie nachfliegen.

Sehr schön,

ein sehr interessanter und informativer Artikel, falls so etwas außer Polemik auch mal gepostet werden darf.

Ich finds ja lustig dass weiter unten keiner auf FS3s langweilige Postings antwortet außer FS3 selber :D

Naja,

es ist schlicht eine Antwort nicht wert..... Don't feed the troll

;-)

“That which can be asserted without evidence, can be dismissed without evidence!"

Christopher Hitchens

Zu ihrer Meinung hier paßt hingegen hervorragend …

…"The person who is certain, and who claims divine warrant for his certainty, belongs now to the infancy of our species."

…Bei ihren "Beweisen" hingegen (Wie wär's denn zur Abwechslung einmal mit einer gelungenen, eigenständigen Widerlegung?) bewiesen sie mesit genau soviel Geschick, wie ein Fisch beim Bergsteigen.

Falls sie jedoch -wider Erwarten- tatsächlich etwas von der Friedmann-Lemaître-Robertson-Walker Metrik verstehen, od.zumindest davon gehört haben, sollte sie das als Ausgangspunkt für ihre lange, lange Reise ins Reich des profunderen Wissens wählen…

" Friedmann-Lemaître-Robertson-Walker Metrik verstehen"

verstehen ist was anderes als copy & paste... Niemand hier ist weiter davon entfernt als Sie es sind.

jaja, unser fs3 hat wieder

einmal irgendwann irgendwo irgendwas gelesen und wirft jetzt mit fachausdrücken um sich, von denen es keine ahnung hat. alfven und tesla widerlegen birkeland durch die quantengenerierte unipolare n-maschine. das rattatabums mit dem schnatteraforte macht babing, babing, babing...

Damit eine Widerlegung prinzipiell möglich ist, müßte einmal eine konkrete Aussage im Raum stehen.

Daß das FS3 nicht in der Lage ist eine solche zu formulieren gilt empirisch als erwiesen.

Warum hab ich nicht Astronomie studiert?

Ich beiß mir heut noch in den Ar*ch -.-

(Freiwillige Zensur um dem/der Forenzensor/In zu huldigen)

kannst du immer noch...

auf gehts, ich glaub an dich!

Die kosm. Rotverschiebung hat nachweislich nicht unbedingt etwas mit "Entfernung" oder "Alter" zu tun, weshalb derartige Meldungen…

…mit der entsprechenden Schaufel Salz betrachtet werden sollten.

Die Hypothesen eines Big Bang sind die erstaunlichste Annäherung der Naturwissenschaften an die überalteten Religionen seit dem Mittelalter, wiewohl die heutige Naturwissenschaften ihre Rolle als gedankliches Kontrollinstrument von den Religionen übernommen hat, nachdem diese ewiggestrigen Augenauswischer irregeleiteter Ethik nicht mehr der von ihren Erfindern beabsichtigten Wirkung als soziopathische Lenkungsinstrumente genügen.

Aus diesen Gründen ist es auch kein Wunder, daß in vielen -angeblich wissenschaftlichen- Diskussionen seitens der gläubigen Zeloten krampfhaft versucht wird, jegliche Aufklärung mittels neumodischer Hexenverfolgung zu verhindern.

get a life

:) Get a…

…real science!

...die Rotverschiebung kommt nachweislich von der Relativbewegung, relativistischen Effekten im Gravitationsfeld und der Ausdehnung des Raumes zu tun.

Kann man ja alles gut, genau und einfach messen.

Danke f.die Antwort. - Nun, in den gängigen BB-Modellen, die auf ART- u.FLRW-Metrik beruhen, wird vorhergesagt, daß die Oberflächenhelligkeit von entfernten Objekten mit …

…steigender Rotverschiebung(z) per (z+1)^-3 ABNEHMEN muß - während alle nichtexpansiven Modelle v.einer Konstanz bei "z" u.Entfernung ausgehen.

Entsprechende UV-Messungen u.Daten des HUBBLE-UDF, sowie GALEX zeigten nun, daß die Oberfl.Helligk., dessen was man gemeinhin als "entfernte" Objekte (z<6) bezeichnet, tatsächlich KONSTANT zu sein scheint, was eben konsistent mit einem *nichtexpandierendem* Universum wäre.

Dies ist leider -für das angeblich expandierende Universum mit seiner seltsamen Geometrie- ein "point of no return", wie in Peebles "Principles of Physical Cosmology" (Princeton, S.92) festgemauert steht.

Die FRW-Theorie als theoretische Basis ist nun mal so eine ART "Zicke Zacke Mühle" für die Idee eines Big Bang.

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