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Immerhin. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller arbeitet sich langsam an das (in Österreich nicht so ganz) Selbstverständliche heran: "Sollte sich herausstellen, dass ich etwas politisch falsch gemacht oder falsch eingeschätzt habe, werde ich auch zurücktreten." Jetzt ohne Polemik: Auch wenn der Chef/die Chefin eines Bundeslandes nicht jedem Bediensteten über die Schulter schauen kann; auch wenn er/sie nicht ressortzuständig ist - dass da mit großen Summen auf dem Finanzmarkt spekuliert wird, das musste bekannt sein.
Dass es sich hier um hochriskante, toxische Operationen handelt, die aber ganz fürchterlich schiefgehen können, weiß man spätestens seit der Weltfinanzkrise. Darüber hat möglicherweise sogar das ORF-Landesstudio berichtet. Von einem Landeschef ist zu erwarten, dass er so die großen Linien unter Kontrolle hat. Ist das Verhalten von Landeshauptfrau Burgstaller "politisch falsch" gewesen, hat sie etwas "falsch eingeschätzt"? Die Antwort kann wohl nicht anders als "ja" lauten. Sie ist wegen ihrer "volksnahen", gewinnenden Art gewählt worden, hat sogar ein "schwarzes" Land umgedreht. Aber wenn es darauf ankommt, dann erfordert das Amt nicht nur ein "Bei-die-Leut-Sein", sondern die Fähigkeit, gewaltige Gefahren eben richtig einzuschätzen.
Das gilt nicht nur für Salzburg, sondern auch für Linz, St. Pölten und andere Zeitbomben, von denen wir noch hören werden. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 13.12.2012)
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Grundsäzlich ja, aber: der Paulus hat gedeckelt und hat Brenner / Burgstaller nicht vollinhaltlich informiert. Er hat das Risiko falsch dargestellt. Das Problem wurde über viele Jahre verschleppt - gemeinsam mit den involvierten Banken versucht man nun einen Kriminalfall daraus zu basteln. Das wird auch funktionieren, wenn so wie jetzt die involvierten Leute das ganze aufarbeiten. Der Fall ist viel komplexer und größer als er derzeit dargestellt wird.
spätestens nach dem interview in der zib 2 (in dem mir der von mir hoch geschätzte armin wolf doch deutlich zu nett war) ist bei allen tränen klar: entweder sind frau burgstaller und ihr team so unfähig, dass man schon an entmündigung denken müsste, oder sie wussten vieles schon lange und wollten alles vertuschen. unverschämt ist ihr sesselkleben in jedem fall!
als unternehmerin wäre sie nicht nur ihren job los, sondern in konkurs und/oder würde vermutlich bis ans lebensende aufs existenzminumum gepfändet...
und wenn auch die meisten anderen genauso verantwortungs- und ahnungslos spekulierten – burgstaller und ihre partei haben zugleich bei jeder gelegenheit dagegen gewettert. allein für diese verlogenheit müsste sie sofort zurücktreten!
daran erkennt man halt das es faktisch keinen Unterschied mehr zwischen Rot und Schwarz gibt: die einen reden halt von Gerechtigkeit und die anderen von Wirtschft, dabei gehts beiden Gruppen in Wahrheit nur um eins: Machterhalt.
Aber weil wir auf Bundesebene alle 5 Jahre ein Kreuzerl machen dürfen erklärt man uns wir hätten eine Demokratie.
Paulus (ÖVP) muss als Finanzchef ja informiert, wenn nicht sogar beteiligt gewesen sein.
Was Brenner (SPÖ) dazu bewogen hat, die Sache unter den Teppich zu kehren, ist mir überhaupt nicht nachvollziehbar. Ging es da um den Proporz (schieß mir kein Tor, sonst schieß ich Dir auch eines), oder waren es persönliche Beziehungen?
Bereicherung ist ja eher unwahrscheinlich, da das Ganze ja eine jahrzehntelange Aneinanderreihung dämlichster Entscheidungen gewesen sein muss.
Standen irgendwelche Leute aus den Banken, die das verkauften, im Naheverhältnis zu jemanden?
sind oft viel einfacher: Du kommst als Verantwortlicher drauf, dass in Deinem Bereich eine Katastrophe passiert ist. Die fast automatische Reaktion ist: vertuschen, verdrängen, auf andere schieben, Augen zu und durch, hoffen, dass es vorübergeht. Behaupten, man sei Opfer einer unglaublichen kriminellen Energie geworden. Sich nicht eingestehen können, dass die eigene schöne Karriere so gut wie kaputt ist.
Der menschliche Faktor eben.
MÜn sind viele/die meisten Spitzen in Politik und Wirtschaft narzistisch gestört. Zwei wesentliche Merkmale:
1) Überakzentuierung der (eigenen) Karriere: Diese soll den Mangel an Selbstwert kompensieren
2) Kein Einfühlungsvermögen -> kein Gerechtigkeitsempfinden -> kein Verantwortungsgefühl
Ein gesunder Mensch, wie Sie gestern richtig gepostet haben, schämt sich bei Fehlern, die er verursacht hat. Herr RAU hingegen meint, dass das Vertuschen/ Abstreiten/ Umkehren von Fehlern menschlich sei, was mÜn Unsinn ist. Verantwortungslosigkeit ist mÜn pathologisch, auch wenn es in v.a. in Top Positionen häufig vorkommt.
Das Abstreiten von Fehlern und das Wegschieben von Verantwortung ist absolut menschlich... wo haben Sie diesen "gesunden" Menschen je getroffen, der nur so vor Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitsempfinden strotzt?
das die Frau Burgstaller doch nur ein Mensch ist muß sich auch mit allen Konsequenzen rechnen ... aber mir kommts vor das bei Politkern der menschliche Faktor immer nur gilt wenns um die Erklärung von Schwächen geht und nicht um Konsequenzen ...
Und wenn man etwas gründlicher wäre bei der Auswahl des politischen Personals und darauf achten würde das Personen mit Charakterstärke in politische Führungspositionen kommen - und nicht die die am lautesten schreien (Pröll) und nicht am besten intrigieren (Faymann, Burgstaller) - könnte man diesen menschlichen Faktor begrenzen wenn auch nicht ausschalten.
Geht nicht? Komisch das es bei anderen Berufen jede Menge Auswahlverfahren gibt - nur nicht bei Politikern (und Journalisten?)...
Ja, das ist die derzeit einzige Erklärung.
Ich tu mir schwer damit, einen Verteidigungsreflex zu unterdrücken, wenn ich lese, wie genüsslich-bösartig manche Poster Burgstallers Tränen kommentieren.
Sie trägt die politische Verantwortung, trotzdem differenziere ich stark zwischen ihr und den aalglatten und völlig gewissenlosen Eurofighter- und Hypoprofiteuren.
Dass Haslauer, statt sich auch um Schadensminderung mitzubemühen, gleich seinen Vorteil sucht ist auch nicht die feine Art, aber das ist eben Politik.
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