Beschneidung bleibt in Deutschland erlaubt

12. Dezember 2012, 19:08

Justizministerin sieht "Rückkehr zur Normalität"

Berlin - Die Beschneidung von jüdischen und muslimischen Buben bleibt in Deutschland erlaubt. Nach monatelangen hitzigen Debatten beschloss der Bundestag am Mittwoch einen Gesetzesentwurf der deutschen Regierung, wonach ein solcher Eingriff auch in Zukunft zulässig ist - vorausgesetzt, er wird "nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt".

Das bedeutet unter anderem, dass der Bub im Zweifel eine Betäubung oder Narkose erhält. Solange das Kind höchstens sechs Monate alt ist, sollen zudem nicht nur Ärzte den Eingriff vornehmen dürfen, sondern auch ausgebildete Beschneider.

Justizministerin: "Rückkehr zur Normalität"

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Gesetz bedeute eine Rückkehr zur Normalität. Jüdische und muslimische Verbände reagierten mit Erleichterung, einige Abgeordnete beklagten dagegen einen Rückschlag für die Kinderrechte in Deutschland.

Auslöser der Debatte war ein Urteil des Kölner Landgerichts, das im Mai die rituelle Beschneidung eines Minderjährigen als rechtswidrige Körperverletzung eingestuft hatte. Das führte zu einer Protestwelle von Juden und Muslimen.

Rechtssicherheit angestrebt

Die deutsche Regierung erarbeitete daraufhin im Eiltempo einen Gesetzesentwurf, um Rechtssicherheit zu schaffen. Dieser bekam nun eine deutliche Mehrheit: 434 Abgeordnete stimmten dafür, 100 dagegen, 46 enthielten sich. Auch Abgeordnete der Opposition trugen den Vorschlag mit.

Abgelehnt wurde ein alternativer Gesetzentwurf, den 66 Abgeordnete von SPD, Linken und Grünen eingebracht hatten. Sie wollten Beschneidungen erst ab einem Alter von 14 Jahren erlauben. Auch einige Änderungsanträge blieben erfolglos.

Der Bundesrat soll bereits am Freitag über die Gesetzesregelung entscheiden. Eine Blockade ist dort nicht zu erwarten.

"Endpunkt einer Debatte"

Leutheusser-Schnarrenberger sagte: "Das Beschneidungsgesetz führt in die Normalität zurück, die bis zum Mai dieses Jahres für alle selbstverständlich war." In einer Erklärung ergänzte sie, der Beschluss setze den Endpunkt unter eine Debatte, "die außerhalb des Parlaments nicht in allen Facetten dem Ernst des Problems gerecht wurde".

Der Zentralrat der Juden wertete die Entscheidung als wichtiges politisches Signal. "Das bedeutet, dass jüdisches und muslimisches Leben hier willkommen ist", sagte dessen Präsident Dieter Graumann. Er sei froh und erleichtert über den Beschluss. Lob kam ebenso vom Jüdischen Weltkongress. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland begrüßte das Votum.

Der Zentralrat der Muslime zeigte sich ebenfalls erleichtert. "Endlich ist dem Spuk mit dem Kölner Fehlurteil ein würdiges Ende gesetzt worden. Der Gesetzgeber hat Rechtssicherheit geschaffen und damit Rechtsfrieden", sagte sein Vorsitzender Aiman Mazyek.

Opposition uneins

Die Fraktionen von SPD, Linken und Grünen zeigten sich in der Frage gespalten. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mahnte, es wäre unerträglich, wenn Deutschland das erste Land in Europa wäre, das Beschneider mit einem Staatsanwalt verfolge. Der SPD-Abgeordnete Rolf Schwanitz sprach dagegen von "gesetzlichem Unrecht". Der Entwurf ignoriere die schweren gesundheitlichen Risiken des Eingriffs.

Auch einige Parlamentarier der Grünen brachten Kritik am Vorschlag der Regierung vor. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast stellte sich dagegen hinter den schwarz-gelben Entwurf und betonte: "Ich will Beschneidungen nicht kriminalisieren."

Die Linke war ebenso uneinig: Die Parlamentarierin Luc Jochimsen verteidigte den Regierungsentwurf. Die kinderpolitische Sprecherin der Fraktion, Diana Golze, wiederum meldete Bedenken an und beklagte eine mangelnde Berücksichtigung des Kindeswohls.

Ein Bündnis von Organisationen - darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Terre des Femmes und die Deutsche Kinderhilfe - sprach von einem schwarzen Tag für die Kinderrechte. (APA, 12.12.2012)

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Man kann es nicht anders interpretieren:
Die Beschneidungsmissionare lügen, dass sich die Balken biegen. Aber die Guten versuchen immer noch, sie mit Argumenten zu überzeugen.

Noch habe ich die Hoffnung in die Menschheit und vor allem in die Menschlichkeit nicht gänzlich aufgegeben.

Jetzt habe ich endlich ein Video gefunden, wo man genau sieht, wie brutal eine Beschneidung ist:
http://www.youtube.com/watch?fea... 84I#t=604s
Wenn das mit der Zeitangabe nicht funktioniert, auf 10min 4sec vorgehen.

Todesfolgen

Allein in den USA sterben pro Jahr ca 100 Kinder an den Folgen dieser Zwangsbeschneidungen, allesdamt nach qualvollem oft tage- bis wochenlangem Todeskampf.
Leider kommen unsere Journalisten ihrer Berichterstattungspflicht nicht nach.
Gut 2 mal pro Woche würden sonst von so einem schlimmen Krepieren eines unschuldigen Kindes erfahren und würden auch mit Bild- und Videomaterial über durchblutete Windeln, faulendes Fleisch sich in Krämpfen nahe der Ohnmacht sterbend windende Kinder etc. unterrichtet.
Doch die Journaille ist zu verroht um Mitgefühl mit diesen sterbenden Kindern zu haben.
Bei wahrheitsgemäßer Berichterstattung über die Folgen der Zwangsbeschneidungen wäre der Ruf nach ihrer Abschaffung nicht mehr zu ersticken.

Diese Zahl ist beruht nicht auf empirischen Daten sondern auf einer "Rechnung", die nachweislich falsch ist. Das geht auf einen Bollinger zurueck, der die hoehere Sterblichkeit maennlicher Saeuglinge in den USA zum Teil auf Beschneidung zurueckfuehrte. Sterblichkeit in maennlichen Saeuglingen ist aber allgemein hoeher als bei weiblichen Saeuglingen. Es gibt keinen Zusammenhang mit Beschneidung. Eine Tabelle mit diesen Daten findet sich auf:

http://circumcisionnews.blogspot.com/2010/05/f... ision.html

und weil männliche säuglinge eh zu erhöhter sterblichkeit neigen nimmt man noch gravierende sinnlose genitalverstümmelungne zusätzlich vor....
du merkst schon, daß du dämlich argumentierst?

halten wir zuerst einmal fest, dass sie in ihrem obigen Posting eine pseudowissenschaftliche Unwahrheit verbreitet haben (Todesfaelle gab es in den USA meines Wissens nach in den letzten Jahren in etwa in 1 oder 2 Faellen, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit Herpes stehen, das durch Absaug-Praktiken uebertragen worden sein koennte - diese Praktiken einzelner kleiner Gruppen sind abzulehnen und haben mit medizinisch sicherer Neugeborenenbeschneidung nichts zu tun)

da laut letztem Stand der Forschung laut American Academy of Pedriatics die medizinischen Vorteile ueberwiegen, ist es keine Verstuemmelung, sondern eine medizinisch argumentierbar Massnahme mit ueberschaubaren, seltenen Nebenwirkungen wie Impfungen.

klar

und die die Penisamputation unlängst in Indien udn der verblutete Säugling in England gibt es auch nicht.
Beides liegt nur enige Wochen zurück - haben Sie davon etwas in den Maistream Medien gelesen? Ich nicht.
Aber passiert ist es dennoch.
Wie viele Komplikationen der Beschneidung werden nicht als solche erfasst, weil es der Bescheidungsindustrie nicht opportun ist?

Für Beschneidung

Frau Dr. Angela Merkel und ihre Regierung hat alles richtig gemacht!
Warum sollen wir es uns mit der Wallstreet und den Ölstaaten verscherzen, solange die nur ihre eigenen Söhne verstümmeln.Außerdem können durch die religiöse Aufwertung vielleicht auch unsere Pfaffen wieder ungestraft an den Bubenzipfel. Eins freut mich am meisten, daß Frau Schwarzer jetzt schwarz aus weiß hat , daß Jungs wertvoller sind. Wer will schon was an Mädchen machen. Bäh!!

Das Erschreckendste an der ganzen Sache ist, dass Religion den Menschen derart den Verstand vernebeln und die Gefühle blenden kann, dass sie sogar ihren eigenen Kindern grausliche und sehr schmerzhafte Dinge antun, nur um ihrem jenseitigen Alphamännchen zu gefallen.

Das habe ich auch nie verstanden. Offenbar gibt es solche und solche. Wenn Gehorsam stärker ist als die wichtigsten Instinkte, dann stimmt was nicht.

Wenn Gehorsam nicht stärker ist als die wichtigsten Instinkte, funktionieren die abrahamitischen Religionen aber nicht - Militär übrigens auch nicht.
Die Beschneidung ist (wie der Drill beim Militär) ein Signal, dass die Religion das Recht hat, zu fordern was immer sie will und ein Mal, das zeigt, dass der Mensch nun zu den Auserwählten dazugehört.

beim "die presse" kommentar vom med. rektor schütz
hats mir heute gleich wieder den magen umgedreht - da hat nicht mal der tolle gastkommentar daneben über die sexualbroschüre geholfen.
werde als theater an der wien abonnent mit der presse als beilage zum programm regelmäßig zwangsbeglückt...da weiß man jedesmal aufs neue warum diese zeizung einfach grauenvoll ist....

der Kommentar des Rektors der Medizinischen Universitaet in der Presse

sagt, was das Gesamtbild der Wissenschaft zeigt: es gibt Evidenz fuer manche praeventiv-medizinische Vorteile der Beschneidung, waehrend die von Gegnern (und Befuerwortern) ins Feld gefuehrten sexuellen Nachteile (und Vorteile) nicht erwiesen sind und allesamt auf spekulative Internetseiten zurueckgehen.

es wird rote striche hageln, zitate von anti-beschneidungsseiten, eine einzelne sog "Studie" von einem Antibeschneidungsgegner. oder man wird versuchen, die Spitzeninstitutionen und Journale der med Forschung (Lancet, CDC, WHO, AAP uvam) zu untergraben, wie es sonst nur Fundamentalisten im Kampf gegen Kondome, Impfungen und Abtreibung tun. leider ist das der kirchenprivilegieninitiative in eine antiwissenschaftliche kampagne entglitten

Vielleicht sollten Sie das Lancet öfters lesen.

http://www.thelancet.com/journals/... 3/abstract

"Condom use after male circumcision is essential for HIV prevention."

Im Übrigen hat das Lancet keine Meinung, sondern ist eine Plattform zum Präsentieren und Diskutieren medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Und das CDC ist ein beschneidungsfreudiges Institut, welches schlechte Studien ohne Hinterfragung akzeptiert, solange diese die gewollten Ergebnisse darstellen, andere Studien jedoch ignoriert.
Die WHO übernimmt die Empfehlungen des CDC automatisch, ebenfalls ohne Kiritk oder Hinterfragung.

Aber keine dieser Organisationen empfiehlt eine Säuglingsbeschneidung, nur freiwillige bei Erwachsenen.

Kondomverwendung nach Beschneidung ist auch wozu CDC, WHO und jeder vernuenftige Mensch raten werden.

Niemand hat behauptet, dass das Lancet eine Meinung hat (obwohl in Form von editorials kann es schon bestimmte Perspektiven aeussern), aber es ist die fuehrende medizinische Zeitschrift Europas und Nr. 2 der Welt beim Impact Factor allgemein medizinischer Zeitschriften, was fuer die exzellente Qualitaet der in ihrer publizierten Beschneidungs-RCTs spricht.

Wie sie wissen bin auch ich nicht fuer eine Empfehlung der Neugeborenenbeschneidung, aber wie alle diese Organisationen betrachte ich es als eine Option, die man nicht verbieten sollte, sondern unter bestmoeglichen Sicherheitsstandards und guter Aufklaerung bereitstellen.

Wozu dann Beschneiden?

Wofür ist Ihr Argument mit dem HIV gut, wenn man dann trotzdem an Kondome gebunden bleibt?

"Wie sie wissen bin auch ich nicht fuer eine Empfehlung der Neugeborenenbeschneidung, aber wie alle diese Organisationen betrachte ich es als eine Option, die man nicht verbieten sollte"

Und womit begründen Sie es dann?
Das Kind muss, um vor HIV geschützt zu sein bzw bei einer Infektion andere davor zu schützen ohnehin in späteren Jahren beim GV ein Kondom benutzen, da ist die Beschneidung sowieso sinnlos und bringt nichts.

Das Lancet hat oft genug Artikel zurückziehen müssen und schlechte Studien veröffentlicht - und grundsätzlich sollten Sie die Autoritätshörigkeit nicht als Argument einbringen. Das führt zu nichts.

Früher hat man gesagt: "Gott hat gesagt..." und jetzt sagt man: "The Lancet hat gesagt..." und glaubt immer noch, die Leute damit beeindrucken zu können.

(Als Kind habe ich mich gefragt, warum die Leute früher mit Gott sprechen konnten und jetzt nicht mehr. Ich habe es nämlich mehrmals versucht, aber es hat nicht so recht funktioniert.)

auf was sollte sich denn der Gesetzgeber stuetzen, bei der Beurteilung, ob ein Eingriff einen medizinischen Nutzen hat? ich denke, dass wissenschaftliche Forschung da schon ein gewichtiges Wort mitzureden hat.

ihre Replik auf meine Argumente war bisher immer nur: "kann nicht stimmen", "meiner Erfahrung nach", "ist nicht logisch". das ist ihr gutes Recht, wenn es um ihre Meinung zur Beschneidung geht, aber unzureichend, wenn es darum geht, ein Verbot gegen eine andersdenkende Minderheit durchzusetzen. da ist mir ein qualitativ hochwertiger peer review prozess lieber

Eben.

Wissenschaftliche Forschung ist was anders.
Ihre "Argumente" sind keine, und ich verlange nichts weiter als nachvollziehbare wahre (!) Behauptungen.
Körperverletzungen sind in zivilisierten Ländern verboten; da gibt es nichts zu diskutieren, sondern da müssen die körperverletzendenm Minderheiten beweisen, dass das besser ist, und das konnten sie bis jetzt nicht. Es hat bis jetzt noch kein "wissenschaftliches" Argument einer Überprüfung standgehalten, und die Gaubwürdigkeit wird von Gschichtl zu Gschichtl nicht grad höher, sondern da kann man nur eine gewisse Verbissenheit erkennen, allen männlichen Babys unbedingt die Vorhaut abschneiden zu wollen.

Meine Argumente zur praeventivmedizinischen Wirkung der Beschneidung (Risikoreduktion bei HIV (60 %), HPV (25-40 %) das verschiedene Krebsarten ausloest, bei Harnwegsinfekten, moeglicherweise anderen Geschlechtskrankheiten) habe ich nicht nur im Detail ausgefuehrt, sondern auch durch detailierte Quellenangaben belegt. Was wollen sie mehr?

Das sind Behauptungen, die sich nicht beweisen lassen und auch gesicherten medizinischen Erkenntnissen widersprechen.
Außerdem wurden diese Behauptungen von radikalen Beschneidungsmissionaren aufgestellt, und die sind nicht glaubwürdig.

Lesen sie die weiter unten verlinkte AAP systematic review (mit weiterfuehrenden Links) - da wurden ueber 200 Studien zusammengefasst. Das ist in Summe hochwertige Evidenz.

Der Begriff "Behauptung" trifft hingegen sehr gut die Einwaende, die sie gegen Beschneidung vorbringen - diese sind in der Tat durch nichts bewiesen. Wo sind die randomized control trials, andere Grossstudien oder systematic oder Cochrane reviews, die diese Vermutungen belegen? Selektive Zitate von Antibeschneidungsseiten und ihre persoenlichen Meinungen helfen da nicht weiter. Weder Sie noch ich studieren das in unseren Wohnzimmern - die Glaubwuerdigkeit der Quellen ist daher das um und auf dieser Diskussion.

Ich studiere das in meinen Schlafzimmern. Infektionen wären mir aufgefallen.
Und 200 Studien bastel ich mit dem Excel-Zufallszahlengenerator an einem Nachmittag. Und die Zahlen werden genauso beeindruckend sein wie die der Vorhautbanditen.
Insbesondere, wenn eine "Studie" behauptet, bei einem Neugeborenen wäre eine Beschneidung einfacher, obwohl da die Eichel nachher eine einzige blutende Wunde ist, weiß ich, dass die Ersteller ganz bewusst lügen.

Begreifen Sie es:
Die Vorhaut SCHÜTZT den Penis, sonst wäre sie nicht da.
Die Vorhaut ist gut.
Die Vorhaut ist schön.
Die Vorhaut ist wichtig.
Die Vorhaut ist gottgewollt.
Amen.

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