Schuld, Schüsse und Salsa

Ansichtssache | Colette M. Schmidt, 12. Dezember 2012, 18:53

Nicht nur im vorweihnachtlichen Konsumrausch kann man Menschen nicht oft genug ans Herz legen: "Weniger ist mehr!" Auch die schreibende Zunft sieht sich oft mit dieser Erkenntnis konfrontiert. "You've gotta kill your babies", riet ein Theater- und Drehbuchautor in einem Workshop einst seinen Kollegen, die hundert Ideen in einen Text stopfen wollten.

foto: orf/petro domenigg

Beim ersten Fall der sympathischen Titelheldin aus Schnell ermittelt in Spielfilmlänge ist aber genau das geschehen. Angelika Schnell wurde wie immer ungekünstelt und treffsicher von Ursula Strauss gegeben. Doch sie musste in der Folge Schuld auf so vielen Hochzeiten zugleich tanzen, dass man sich bald fragte, wer das - 90 Minuten hin oder her - fertig erzählen soll.

foto: orf/petro domenigg

Zuerst das Privatleben der Kommissarin: Sie ist geschieden von einem Pathologen (Andreas Lust). Jetzt nähern sich die beiden wieder an. Oder doch nicht? Jedenfalls müssen sie plötzlich miteinander Salsa tanzen. Und das, obwohl der 14-jährige Sohn schießen lernen will, weil er wissen will, "wie es ist abzudrücken", und die Tochter aus der Wohnung der Mutter auszieht.

foto: orf/petro domenigg

Der Fall: Häusliche Gewalt an einer Frau in Wien vermischt sich mit einem Politskandal in Guatemala. Ein ehemaliger Folterknecht hat es zu Ruhm und Ehre gebracht. Ein Therapeut (Michael Maertens) hat ein Verhältnis mit einer Klientin und wird bald erschossen.

foto: orf/petro domenigg

Manuel Rubey taucht erfreulicherweise als Bruder eines anderen Opfers auf. Dann ist alles aus. Schnell macht noch ein paar Salsa-Schritte und niemand weiß, warum. Man hat sich "schnell verzettelt". Schade drum. Aus dem Drehbuch von Verena Kurth hätte man zwei Filme machen können. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 13.12.2012)

 

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19 Postings
schwache geschichte

ein paar missgriffe beim casting, regiefehler (warum hat die frau aus guatemala in manchen szenen mit, in anderen ohne akzent gesprochen) und eine matte story machen aus etwas, das eigentlich als orf-tv-event geplant war, ein austauschbares mittelklasseding ohne ecken und kanten.

Hauptsache man schweigt die SOKO Donau tot! Diese hatte voriges Jahr am Dienstag Sendetermin immer um die 800.000 Zuseher. Die Zechnerin, die ja die SOKO als auch die Produktionsfirma offensichtlich mobbt wo es geht, hat den Mittwoch Termin wohl absichtlich gewählt, um mit der "sinkenden" Quote ein Ende einzuläuten. Die letzte Folge war witzig, einfallsreich, super gespielt und flott geschnitten. Ich hoffe die Dame geht BEVOR die SOKO stirbt!

Mich macht nicht die Kameraführung nervös, sonder die Spielweise der Strauss, ihr Autofahren plus Handy dabei. Da ist mir der Bachofner als Chefinspektor lieber.

Verzichtbar.

Das Schlafbedürfnis hat gewonnen ;-)

"Aus dem Drehbuch von Verena Kurth hätte man zwei Filme machen können." : Das war ursprünglich sicher so gewesen, dann wurde es mit einem Federstrich zu dem was es ist!

nur warum

in spielfilmlänge kein platz für schnells "übersinnliche" wahrnehmungen war, war mir nicht klar. vtml half das tanzen dagegen.

und fast ot: immer wieder erstaunlich, wieviele deutsche ihren dienst in der ösi-exekutive tun.

Und wieviele Ösis erst in Deutschland auf Hacke gehen. Und in England wird jede Ethnie in Filmen gefordert mitzuwirken - das müssen wir hier noch lernen! Und diesen MiniRassismus überwinden!

die deutschen können gerne bei uns arbeiten

aber bei der polizei ist staatsbürgerschaft voraussetzung. das hat mit rassismus nix zu tun, sondern mit gscheiten drehbüchern.

also ich sehe das nicht unbedingt als Rassismus an...

...wenn ich bemängle, dass in SOKO Kitzbühel kein Wort tirolerisch gesprochen wird.
Nicht einmal der Kommisarin - als einzige mit Lokalkolorit - darf die dort übliche Sprache verwenden, mit der sie aufgefallen ist.... nur damit sie neben den Wienern, Steirern und Hamburgern nicht allzu sehr auffällt.

Die Paraderolle für die Hauptdarstellerin wäre die Rolle der Olivia - Popeyes Frau/Freundin.

hätte auch ein durchschnittlicher tatort werden können. kein highlight. leider.

Und das Beste:

Die Kamera hat nicht mehr so deppat gewackelt.
Ging sich also doch wieder ein Stativ im Budget aus.

ja, das fällt positiv auf.
die wacklerei war zuvor echt störend.

versteh ich nicht

die familien geschichte der schnells kann nicht fertigerzählt werden, weil die weiter geht

und die krimigeschichte wurde in recht erwartbarer weise gelöst, die guatemala geschichte passte ganz gut rein, und dass das nicht gelöst wurde,
ist wiederum nicht so unüblich in der serien- und echten welt

war ganz ok... der fall an sich war leider zu durchschaubar.. es ist immer so klar: irgendein nebendarsteller welcher so ab min 15 kurz vorkommt wars... Das ganze Guatemualading hätte man ausbauen können und die ganze unnötige Familiengeschichte weglassen.

Ja, die Serie hat mir besser gefallen. Schade, dass es wohl keine neue Staffel geben wird, versteh nicht ganz, warum man sie einstellt.

Flop

Quälend langatmig, zersiedelte Nebenschauplätze aber technisch gut.

ausnahme:

die schießpose - soll wohl ein test der haltbarkeit der schutzbrille sein, wg dem zu erwartendem rückstoß.

Im Gegensatz

zu einem Gewehr, das es beim Schießen als ganzes nach hinten schiebt, hat die (Standard-)Puffn einen geringeren Rückstoß und bewegt sich, so man sie mit zwei Händen hält, vermutlich aufgrund ihres Schwerpunkts vor allem nach oben.

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