Spekulation mit unterschiedlichem Risikograd

12. Dezember 2012, 18:15

Steht das Land Salzburg angesichts drohender Verluste in Millionenhöhe nun vor der Pleite? Und wie spekulativ waren die Geschäfte tatsächlich?

Frage: Welche Art von Geschäften wurden abgeschlossen?

Antwort: Salzburg betreibt seit 2001 ein aktives Schuldenmanagement. Dabei wird versucht, durch Optionen und Tauschverträge (Swaps) die Zinslast zu reduzieren. Das ist eigentlich nichts Böses. Spekulativ wird es dann, wenn diese Kontrakte nichts mehr mit dem Grundgeschäft zu tun haben, also weder gegen steigende Zinsen noch gegen andere Risiken abgesichert wird. Genau das war der Fall. 1,7 Milliarden Euro wurden zum Teil auf exotische Währungen wie jene Indonesiens oder Islands gesetzt, weil dort die Zinsen höher als im Euro sind.

Frage: Kann Salzburg den Ausfall finanziell überhaupt verkraften?

Antwort: Der immer wieder genannte Schaden von 340 Millionen Euro wäre eine enorme Belastung. Da ein großer Teil des Landesbudgets in der Höhe von 2,4 Milliarden Euro (2012) fix gebunden ist, würde der Spielraum stark eingeschränkt und der Schuldenstand um 40 Prozent steigen. Es gibt aber auch Experten, die das Ausfallsrisiko noch viel höher beziffern. Zum Vergleich: Für Unterricht gibt Salzburg jährlich 369 Millionen aus.

Frage: Gibt es andere Sorgenkinder?

Antwort: Ja. Der Stadt Linz drohen Verluste aus Swap-Geschäfte in Höhe von 400 Millionen Euro. Zahlreiche kleinere Gemeinen - vor allem in Niederösterreich und im Burgenland - haben sich mit Frankenkrediten überhoben. Einen genauen Überblick hat aber niemand. In Niederösterreich sorgte auch für Wirbel, dass das Land mit dem Verkauf von Wohnbaudarlehen 2008 eine Milliarde unter Plan lag. Die Lücke ist laut Rechnungshof seitdem nicht aufgeholt worden.

Frage: Es gibt Rufe, die Bundesfinanzagentur solle auch für die Länder tätig werden. Ist ÖBFA unumstritten?

Antwort: Auch die ÖBFA kaufte 2007 Risikopapiere, die letztlich zu Verlusten von 296 Millionen führten. Danach wurden organisatorische Änderungen sowie Veranlagungsobergrenzen eingeführt. Fremdwährungskredite gibt es zwar noch immer (vor allem in Yen und Dollar), sie werden aber sukzessive heruntergefahren. Seit August gebe es kein unbesichertes Risiko mehr, heißt es bei der ÖBFA. Währungstauschgeschäfte (Cross Currency Swaps) würden nur mehr zu Absicherungszwecken abgeschlossen.

Frage: Wann gibt es Neuwahlen?

Antwort: Das ist noch offen. Die ÖVP will am 16. Jänner kommenden Jahres einen Neuwahlantrag stellen. Damit dieser auch angenommen wird, braucht es zumindest noch die Stimmen der Freiheitlichen. Die Blauen zieren sich aber. Man sei vor allem an einer lückenlosen Aufklärung des Finanzskandals interessiert, heißt es. Die SPÖ mit Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat sich bisher gegen Neuwahlen ausgesprochen. Die Begründung: Ein Neuwahlgeplänkel sei der falsche Weg. (red, DER STANDARD, 13.12.2012)

Ein paar Monate Wehr- oder Zivildienst würden der roten Gabi jetzt richtig gut tun.

Ich sehe da jetzt nich so ein grosses Problem:

340e6 Euro / 0,5e6 Einwohner im Bundesland Salzburg ergibt 680 Euro pro Nase.

Wir beauftragen also die Landeshofagentur in Sachen Marketing und schicken jedem Einwohner eine bunte Werbebroschüre "unser schönes Land", eine Mozartkugel und einen Erlagschein über 684 Euro, zahlbar bis 31.12.2012.

Eine Win-Win Situation! Bund, Gemeinden, ASNIFAG, ÖBB etc. bereiten ähnliche Aktionen vor, womit dem Bürger entsprechende Sammelüberweisungen günstiger kommen.

wenn es funktioniert sparen wir uns ein paar prozent!
wenns nicht funktioniert gehen wir bankrott...
let's do it!

Aktive verschuldungspolitik

Diese Würschtl die drei Post graduate Kurse gemacht haben glauben mit den Leuten in London oder New York mithalten zu können die ihre Informationen von jeder seite her bekommen und sind wohl auch so blöd nicht zu verstehen was ich damit meine.

Größenwahn zum Quadrat

Sie haben absolut recht. Es wird jetzt so getan, als hätte man (oberschlau!) fixe Zinsen von 5% gegen variable von 0,5% "getauscht". Da möchte ich aber den Gegenpart sehen, der sich auf ein solches "Geschäft" einlässt. Nicht einmal eine Landesbank hätte das gemacht. In Wirklichkeit hat man auf total unsicherem Gelände riskante Wetten abgeschlossen, die eine Zeit lang gut gingen, und dann eben nicht mehr. Konsequenz: Gefängnis für die Referentin (wegen der Vertuschungen, ähnlich wie Elsner), Karriereende für Paulus (in Schimpf und Schande), Strafrunden für Brenner (mit Chance auf Bewährung), Ausstieg für Burgstaller (mit Versorgungsposten nach Schamfrist).

...und fette Gewinner irgendwoanders.

Wobei das Geld auf Gewinnerseite eher nicht Kindergärten, Krankenhäusern oder Universitäten zufliessen dürfte ....
Traurig.

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