Nordkorea lädt auf ein Raketentänzchen

Christoph Prantner, 12. Dezember 2012, 18:10

Das Regime in Pjöngjang hat am Mittwoch erfolgreich eine Langstreckenrakete getestet, die einen Satelliten ins All gebracht haben soll. Für den neuen Führer Kim Jong-un ist das eine große Errungenschaft. Er zeigt innenpolitisch und außenpolitisch Stärke.

Pjöngjang/Wien - Um Punkt 9 Uhr 49 Ortszeit zündete die mehrstufige Unha-3-Rakete auf der Abschussrampe Sohae im äußersten Nordwesten Nordkoreas. Wenige Sekunden nach dem Start fiel der erste Treibsatz des Geschosses ins Gelbe Meer. Die Rakete überflog Okinawa, warf östlich der Philippinen ihre zweite Stufe ab und brachte schließlich ein Objekt in den Orbit, das vom Regime in Pjöngjang als ein Wettersatellit bezeichnet wird.

Unmittelbar nach der erfolgreichen Mission am Mittwoch brüllte eine patriotisch bewegte Nachrichtensprecherin im nordkoreanischen TV die Jubelmeldung unters Volk: "Die zweite Version des Kwangmyongsong-3-Satelliten hob an Bord der Trägerrakete Unha-3 erfolgreich vom Sohae-Raumfahrtzentrum ab. Der Satellit hat die geplante Umlaufbahn erreicht!" Dazu flatterte im Hintergrund die Flagge des Steinzeit-kommunistischen Regimes und das Fernsehen spielte patriotische Lieder mit Zeilen wie "Korea tut, was es ankündigt".

Das US-amerikanische Weltraum-Kommando Norad bestätigte die Angaben Pjöngjangs etwas später am Mittwoch. "Es scheint tatsächlich, dass ein Objekt im Orbit ausgesetzt wurde." Für die USA habe zu keinem Zeitpunkt des Fluges eine Gefahr bestanden.

Angesichts des Tests könnte sich das aber bald ändern. Experten glauben nach dieser Demonstration nun umso mehr, dass nordkoreanische Langstrecken-Raketen nicht nur mit (Nuklear-)Waffen bestückt werden, sondern auch US-amerikanisches Territorium erreichen könnten.

Größe und Genauigkeit

"Ein erfolgreicher Start bringt Nordkorea dem Ziel näher, mit Waffen bestückte Raketen einsetzen zu können", sagte Denny Roy vom East-West-Center auf Hawaii der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der 2011 aus dem Amt geschiedene US-Verteidigungsminister Robert Gates warnte noch als Pentagonchef, dass Nordkorea binnen fünf Jahren Flugkörper haben könnte, die die Vereinigten Staaten erreichen könnten. Allerdings, schränkt Roy ein, verfüge Pjöngjang noch nicht über Atomwaffen in entsprechender Größe, die auch mit der Unha-3 verschossen werden könnten. Außerdem müsse noch an der Zielgenauigkeit der ballistischen Raketen gearbeitet werden.

Der Feierlaune in Pjöngjang tat dies keinen Abbruch. In der Stadt ließ das Regime Menschen Freudentänze aufführen. Und die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete: "In einer Zeit, in der große Trauer und Verehrung für Kim Jong-il das ganze Land durchdringen, haben dessen Forscher und Techniker auf brillante Art und Weise einen wissenschaftlichen und technologischen Satelliten ins All geschossen. Und das im Jahr 2012, in dem der Geburtstag des Präsidenten Kim Il-sung begangen wird." Kim Il-sung ist der Großvater des nun in Pjöngjang regierenden, noch nicht 30-jährigen Diktators Kim Jong-un.

Dieser müsse seine Position, knapp ein Jahr nachdem er zum Führer auserkoren wurde, noch immer festigen, glauben Experten. Mit dem Raketenstart wolle Nordkorea eine Botschaft an die USA senden, glaubt etwa Paik Hak-soon vom Sejong-Institut in Südkorea. Nicht zuletzt sei es ein Ruf nach mehr Aufmerksamkeit. "Wenn ihr uns weiter ignoriert, wird es nicht helfen." Nordkorea wolle die USA zu bilateralen Gesprächen bewegen. "Nordkoreas Strategie ist auf das eigene Überleben im 21. Jahrhundert ausgerichtet."

Schlappe im April

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea die internationale Gemeinschaft herausfordert: Bereits im April versuchte die neue Führung in Nordkorea zu Ehren Kim Il-sungs eine Rakete ins Weltall zu schießen. Der Flugkörper brach allerdings nach wenigen Minuten auseinander und stürzte ins Meer. In den Jahren 2006 und 2009 nahm der kommunistische Staat Atomtests vor, jeweils nach Raketenstarts. Experten gingen davon aus, dass sich dieses Muster fortsetzen könnte. Beides ist Pjöngjang vom UN-Sicherheitsrat ausdrücklich verboten worden (siehe Wissen) (Christoph Prantner/DER STANDARD, 13.12.2012)

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ausdrücklich verboten...

jaja...ich nehme an isrl. hat auch keine a-bomben...

Nachtrag: Unsere Freiheit wird nicht am Hindukusch sondern von Nordkorea verteidigt.,.

Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Iran, Pakistan sind auch alles Gegner der Neuen Weltordnung welche nach Unterjochung dieser Staaten dann auch unsere Freiheit abschaffen will.

interessant kein mensch , kein land der Welt ausser 2 Vielleicht hat sich aufgeregt über denn US Atomtest vor 2 Wochen, aber über einen Rakete regt sich die Welt auf????

einfach deshalb weil es kein atomtest war

haben die jetzt wirklich eine Satelliten im Orbit, oder behaupten sie das nur?

Das kann ja kein Problem sein, das raus zu finden.

Schaun's halt beim Fenster 'raus...

Bedauerlich.

"Steinzeit-kommunistischen"

Schade, dass Herr Prantner zu jenen Menschen gehört, die denken, das was in Nordkorea abgeht sei "Kommunismus" oder habe auch nur im Geringsten etwas damit zu tun.

Gab es eigendlich

schon mal irgendwo auf der Welt ein wirklich komunistisches Land?

die pariser kommune 1871!?

Nein, weil der Kommunismus so eine Art Einhorn ist - in freier Wildbahn nicht vorkommend.

Nur in Mythen und Märchen.

Wer behauptet, ein reales Einhorn zu haben, lügt.

Wer an das Märchen

vom Tellerwäscher zum Millionär glaubt, der glaubt auch an Einhörner. Kapitalismus und Kommunismus halten sich doch beide mit Märchen am Leben.

Es gibt ziemlich sicher mehr Leute, die's vom Tellerwäscher zum Millionär geschafft haben als erfolgreiche Umsetzungen des Kommunismus als Gesellschaftsmodell.

Da reicht nämlich EINER.

"Objekt in den Orbit, das vom Regime in Pjöngjang als ein Wettersatellit bezeichnet wird."

Wenn der Standard Gegenteiliges weiss, möge er uns das mitteilen.
Andernfalls ist das ein plumpes Schüren von Ressentiments, die ich nur einem Journalismus von Krone abwärts zugemutet hätte.

Dass Herr Prandtner nicht grad ein Leuchtturm der Schreibkunst und der Recherche ist, das wissen wir Standard-Leser. Aber wo bleibt der Chefredakteur, der ihm so was um die Ohren haut?

Ich wollt, ich hätt auch einen Grund, einmal vor Freude zu tanzen, wenn unsere Regierung etwas gutes vollbracht hätte... (steht in keiner Relation zum Start einer Rakete)

Alle Fotos aus Nordkorea, die ich kenne, stammen aus dem Winter...

Funktionieren nordkoreanische Kameras nicht im Sommer?

ein land dass ohne fremde hilfe auf dem technischen nivau ist, einen satelliten ins all zu bringen, ist kein 3. welt-land. die hungern wahrscheinlich auch nicht und werden nicht unterdrückt. vielleicht habens irgendwelche bodenschätze und wollen nix hergeben.

Wenn sie das ernst und nicht sarkastisch meinen sind sie ein Kandidat für die Nomnierung: DÜM**TES POSTING DES MONATS.

Eh.

Und - Hand aufs Herz - wer von uns würde denn NICHT eine spontane Choreografie vor Freude und zur Begleitung der zufällig rumstehenden Militärkapelle aufführen, wenn bei uns dem "Großartigen Nachfolger und Führer von Partei, Armee und Volk"TM so ein Wurf gelingt?

Gut, wir müssten uns schon a bissl zsammreißen, immmerhin haben wir grad eine höchst aufreibende Zeit intensiver bis hysterischer Trauer hinter uns infolge des kürzlichen Dahinscheidens unseres "Geliebten Führers"TM.

Alles also komplett nachvollziehbar und keinerlei Indiz für eine Diktatur.

Übrigens haben sie grad Indien aus der Dritten Welt befreit und den Hunger dort abgeschafft. Die Inder bringen nämlich auch Satelliten ins All.

Und all das in nur einem Posting! RESPEKT!

ich vermisse die berichte

über spontan weinende eulen und jubilierende vogelschwärme in pjöngjang

glaubt noch jemand außer mir nicht, dass sie nicht wissen, was da raufgeschossen wurde ?

aus wiki:
Das Joint Space Operations Center des United States Strategic Command weiß 2009 von über 18.500 vom Menschen hergestellten Himmelskörpern.

wer soll den mist glauben, dass sie nicht wissen, was der verrückte kim-bua da raufgeschossen hat ?

Es kann ja sein, dass alles stimmt, was über Nordkorea geschrieben wird

Trotzdem scheinen hier im Forum viele Poster gut entwickelte Reflexe gegen politische Propaganda zu haben.
Das gibt Hoffnung.

"Trotzdem scheinen hier im Forum viele Poster gut entwickelte Reflexe gegen politische Propaganda zu haben."

MeinenS jetzt die Fraktion, die meint, unsere Medien täten dem Verein rund um den „großartigen Nachfolger und Führer von Partei, Armee und Volk“TM Unrecht?

Gadaffis Verzicht auf Atomwaffen und sein darauffolgenden Schicksal

Die Welt hat verstanden,

der Atomwaffensperrvertrag als Eckpfeiler der USA Macht ist nun Null und Nichtens.
Jenen Ländern wurde der Friede versprochen, bekommen haben sie den Krieg und Wirtschaftssanktionen.

Und das im Jahr 2012, in dem der Geburtstag des Präsidenten Kim Il-sung begangen wird

'
Wurde der am 29. Februar geboren, dass er nicht wie jeder normale Mensch jedes Jahr Geburtstag hat?

Es ist ein sehr runder Geburtstag: der 100ste

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