Juwelier in Wien-Favoriten überfallen: Ein Täter festgenommen

Berichte über Schüsse und Geiselnahme nicht bestätigt

Wien - Nach einem spektakulären Überfall auf einen Juwelier in Wien-Favoriten ist am Mittwochabend einer der beiden mutmaßlichen Täter noch am Ort des Geschehens in der Keplergasse Ecke Keplerplatz festgenommen worden. Laut Polizei konnte ein Komplize die Flucht ergreifen. Erste Augenzeugenberichte, wonach es zu einem Schusswechsel gekommen sei und die Räuber möglicherweise sogar Geiseln genommen hätten, wurden nicht bestätigt.

Die mit Sturmhauben maskierten und dunkel gekleideten Räuber waren mit zumindest einer Pistole bewaffnet in das zu diesem Zeitpunkt vollbesetzte Schmuckgeschäft gestürmt. Zwei Angestellte kümmerten sich um fünf Kunden. Die zu Fuß erschienenen Täter versuchten, die Anwesenden mit der Schusswaffe in Schach zu halten und gleichzeitig mit den Füßen die Schaukästen zu zertrümmern.

Geschäft gegenüber Polizeiwache

Die Täter kamen um 17.20 Uhr in das Geschäft. Dass sich vis-a-vis eine Polizeiinspektion befindet, dürfte ihrer Aufmerksamkeit schlicht entgangen sein. Laut Exekutive mussten sich die Kunden auf den Boden legen. Einer der Räuber bedrohte sie mit der Pistole. Gleichzeitig begann er die Schaufenster einzuschlagen. Mit seinem Komplizen raffte er die Wertgegenstände an sich.

Doch dann begannen die beiden Angestellten sich zu wehren. Sie warfen Gegenstände auf die beiden Maskierten, die dadurch von ihrem Tun abließen. Die Mitarbeiter des Juweliers erlitten bei der Auseinandersetzung leichte Schnittwunden im Gesicht.

Beamten wurden aufmerksam

Inzwischen waren auch schon die Beamten der Polizeiinspektion Keplergasse auf die Vorgänge gegenüber aufmerksam geworden. Ein Räuber konnte flüchten, der zweite wurde noch in dem Geschäft gestellt. Er gab sich bei ersten Befragungen ausgesprochen schweigsam. Laut Polizei war unklar, ob er Deutsch verstand.

Von seinem Komplizen fehlte trotz der sofort eingeleiteten Fahndung zunächst jede Spur. Die Polizei überprüfte drei Passanten, diese hatten mit dem Coup aber nichts zu tun. Das Geschäft bot unterdessen ein Bild der Verwüstung: Scherben lagen auf dem Boden, daneben eine offene Schmuckschatulle. Türen von Kästen hatten die beiden Räuber regelrecht aus den Angeln gehoben. (APA/red, 12.12.2012)

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