"Absoluter Machthaber" Gerald Matt

12. Dezember 2012, 18:01
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Die HLB Intercontrol über den Ex-Direktor der Kunsthalle Wien

Wien - Am Donnerstag wird der Kontrollamtsbericht über die Kunsthalle Wien unter Ex-Direktion Gerald Matt veröffentlicht. Basis bildet u. a. ein Bericht des Unternehmens HLB Intercontrol, das die gegen Matt erhobenen Vorwürfe prüfte. Der APA wurde der Bericht, den das Wiener Kulturamt in Auftrag gegeben hatte und unter Verschluss hielt, zugespielt. Matt habe, so der Sukkus laut APA, Mitarbeiter für private Zwecke eingesetzt und die Kunsthalle autoritär geführt. Strafrechtliche oder finanzielle Verfehlungen in größerem Ausmaß wurden aber nicht festgestellt.

Eine zentrale Erkenntnis der Wirtschaftsprüfer: "Der Vorstand ist seinen Sorgfaltspflichten hinsichtlich des Direktors nur sehr eingeschränkt nachgekommen. Dies ist damit zu begründen, dass Dr. Matt sich ausschließlich mit Personen umgab, die ihm 'gesonnen' waren." Für die Prüfer war oft nicht erkennbar, welche Genehmigungen vom Vorstand erst im Nachhinein erfolgten. "Matt agierte als absoluter Machthaber", interne Probleme wurden nach Einschätzung von HLB "autoritär gelöst". Weiters: "Aufgrund des vorliegenden E-Mail-Materials kommen wir zu dem Ergebnis, dass Dr. Matt seine Direktionssekretärin auch für private Zwecke eingesetzt hat." Auch bei Reparaturen in der Privatwohnung kamen Mitarbeiter zum Einsatz.

Es sei aber kein Verstoß gegen die dienstrechtlichen Vorschriften zu konstatieren. Im Bereich der Spesen erheben die Prüfer keine Vorwürfe. Auch die Reisekosten wurden als nicht überhöht eingestuft. (trenk, DER STANDARD, 13.12.2012)

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