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vergrößern 500x361Wolfgang Hollegha: "Abgebrochener Ast" (2012).

Franco Kappl unternimmt malerische Untersuchungen von Raum und Fläche: "Silky Sleep" (2012) in der Galerie Ulysses.
Wien - Zeitgeistige Kunstmoden oder Maldiktate haben Wolfgang Hollegha nie interessiert: "Ich war immer ein Dissident, weil ich nie das gemacht habe, was der Markt gerade verlangt hat."
Seit fünfzig Jahren lebt Hollegha zurückgezogen in der steirischen Einschicht, der Naturraum ist sein Lebens- und Kunstraum: "Ich gehe immer von der Natur aus, von dem, was ich sehe. Sonst wäre das, was ich mache, willkürliches Geschmiere." Abgebrochener Ast heißt eines seiner großformatigen Bilder, die nun in der Galerie Ulysses zu sehen sind. Auch Titel wie Großer Pilz oder Pilz und Span geben Hinweise auf seine Motive.
Doch wie ein Objekt beschaffen sein muss, damit er es in abstrakte Farbkompositionen transformiert, kann er so genau nicht sagen: "Ich bin ja nicht mein eigener Psychiater. Weiß man, warum man sich in eine Frau verliebt? Das Schiefe, das Organische interessiert mich." In der Kunst, so das Credo des 83-jährigen Künstlers, manifestiere sich jedenfalls die Unterschiedlichkeit der Individuen. "Eine wissenschaftliche Formel muss kontrollierbar sein. Einstein kann nicht sagen, dass seine Formel nur funktioniert, wenn er selbst sie anwendet. In der Kunst ist das anders. Man kann nie sagen: Rembrandt und Velázquez korrigieren einander, nur einer ist etwas wert. Beide sind in ihrer künstlerischen Individualität wichtig, mit ihrer ganz eigenen Grammatik."
Unter dem Titel The Weight of Darkness ist die ganz eigene malerische Grammatik des gebürtigen Kärntners Franco Kappl im Dachgeschoß der Galerie zu sehen. "Den Gesetzen der Malerei folgen, um sie außer Kraft zu setzen und sie neu zu erfinden": Mit mäandernden Farbspuren, breitspurigen Strichen, feinnervigen Schlieren schafft er seine oft in den Nichtfarben Schwarz und Weiß gehaltenen Bildräume. Manchmal schlingern grün- oder blauschlammige Farben aus dem Schwarz des Hintergrunds. Angesiedelt im "Grenzbereich zwischen saftiger Malerei und grafischer Dimension", geht der 50-jährige Maler, anders als Hollegha, nicht unbedingt von konkreten Motiven aus. Und doch erinnern Kappls abstrakte Untersuchungen von Raum und Fläche, von Hell und Dunkel, Licht und Schatten, vage an Nachtlandlandschaften. (Andrea Schurian, DER STANDARD, 13.12.2012)
Beide bis 31. 1., Galerie Ulysses Opernring 21, 1010 Wien
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