Paris beschließt "Generationenvertrag" gegen Arbeitslosigkeit

12. Dezember 2012, 16:37
1 Posting

Paris - Mit finanziellen Anreizen für Unternehmen will die französische Regierung die steigende Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen und zugleich die Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer sichern. Das Kabinett in Paris beschloss einen "Generationenvertrag". Dieser sieht einen Zuschuss für Firmen von jährlich 4.000 Euro für jeden unbefristeten Arbeitsvertrag vor, der mit einem jungen Erwachsenen unter 26 Jahren geschlossen wird. Voraussetzung für die Prämie ist außerdem, dass zugleich ein Arbeitnehmer ab 57 Jahren im Unternehmen weiterbeschäftigt wird.

Fast 25 Prozent Jugendarbeitslosigkeit

Nach Angaben der französischen Regierung hat nur jeder zweite junge Beschäftigte einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Die Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich liegt bei fast 25 Prozent. Auch bei älteren Menschen wächst die Arbeitslosigkeit. Die französische Regierung erhofft sich von den finanziellen Zuschüssen die Schaffung von 500.000 festen Arbeitsplätzen für junge Erwachsene binnen fünf Jahren. Zugleich ist ein Austausch von Wissen und Kompetenzen erwünscht.

Der "Generationenvertrag" ist ein Wahlkampfversprechen des sozialistischen Staatschefs Francois Hollande. Das Projekt soll Mitte Jänner der Nationalversammlung vorgelegt werden und nach dem Willen der Regierung noch im ersten Quartal 2013 in Kraft treten. Das Arbeitsministerium rechnet für 2013 mit Kosten von 180 Millionen Euro. Die Kosten wachsen auf fast eine Milliarde Euro pro Jahr an, wenn das System ab 2016 voll läuft. Gezahlt werden die 4.000 Euro höchstens drei Jahre lang.

"Erfolg des sozialen Dialogs"

Von den Zuschüssen können nur Firmen mit weniger als 300 Beschäftigten profitieren. Firmen mit mehr als 300 Angestellten müssen bis September 2013 einen Plan vorlegen, wie sie die Einstellung junger Menschen und die Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer in Einklang bringen wollen.

Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem bezeichnete den "Generationenvertrag" am Mittwoch als "Erfolg des sozialen Dialogs". Alle relevanten Akteure hätten sich zusammengeschlossen, um gegen die Arbeitslosigkeit und für die Jugend zu kämpfen. (APA, 12.12.2012)

Share if you care.