Europäische Weihnachtsfeier

Wie in der Seifenoper: Die europäische Familie versammelt sich rund um den Weihnachtsbaum - und streitet

Ein Grieche, eine Deutsche, eine Spanierin und ein Brite feiern gemeinsam Weihnachten. Und dann, ... Was klingt, wie der Anfang von einem wahrscheinlich schlechten Witz, ist das Setting eines You-Tube-Videos. Schon im September sorgte dessen Vorgänger für Furore im Netz. Die Geschichte damals: Er (Grieche) und sie (Deutsche) - ein Paar, das nicht mehr miteinander kann und will.

"An European Break Up" hieß Teil eins der europäischen Soap-Opera.

Pünktlich zur Adventzeit ist nun die zweite Folge abrufbereit. Diesmal wird Weihnachten gefeiert. Der Grieche wird von einem US-Personal-Trainer auf Vordermann gebracht, während sich die deutsche Ex mit dem Briten verlustiert. Aber so richtig funken will es zwischen den beiden auch nicht. Auf der Weihnachtssause mit Übernachtung warten schon der blasierte Franzose und die Freunde aus Spanien, Portugal und Irland, die sich vom Griechen gleich einmal mit einem Virus anstecken lassen.

Familie kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen, die Europa-Familie ist deswegen auch ein bunter Haufen von Persönlichkeiten, die nicht unbedingt gut miteinander auskommen.

Klischees? Ja, natürlich. Billige Wortspiele? Auch das. Plakativer Umgang mit Schlagwörtern aus den Krisenjahren? Sicher. Ruft man sich jedoch die traditionellen Familienfotos von Gipfeln, Krisentreffen oder sonstigen Zusammenkünften der Euro-Familie ins Gedächtnis, dann ist das You-Tube-Filmchen eine treffende Zusammenfassung der letzten paar Jahre.

Für die Filme verantwortlich zeichnet der britische Filmemacher Bob Denham. In einem Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland meinte er, die Diskussionen und Gipfel in Europa hätten ihn immer mehr an so manches Ehepaar erinnert: "Oberflächlich betrachtet mag es so scheinen, als ob Deutschland und Griechenland sich hassen - aber unter der Oberfläche kommen Dinge zum Vorschein, die beide daran erinnern, warum sie immer noch zusammen sind." (rom, derStandard.at, 13.12.2012)

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