Migranten holen in Bildungsstudien leicht auf

12. Dezember 2012, 15:01
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Im internationalen Vergleich gibt es in Österreich große Unterschiede zwischen den Leistungen von Migranten und Kindern ohne Migrationshintergrund

Wien - Migranten holen bei Bildungsvergleichsstudien in Österreich gegenüber den einheimischen Schülern leicht auf. Das zeigen sowohl die aktuellen Resultate des Lese-Vergleichs PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) als auch jene des Mathe- und Naturwisssenschaftsvergleichs TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) in der vierten Klasse Volksschule. Die Leistungsunterschiede sind aber nach wie vor beträchtlich.

Leistungsunterschied wird geringer

Bei PIRLS erreichten die Kinder mit Migrationshintergrund einen Mittelwert von 497 Punkten, jene ohne 537 Punkte. Das entspricht einer Differenz von 40 Punkten - bei der letzten PIRLS-Studie betrug der Leistungsunterschied noch 46 Punkte. Bei TIMSS stehen sogar drei Vergleichswerte zur Verfügung: In der Mathematik verringerten sich die Leistungsunterschiede kontinuierlich zwischen 1995 (55 Punkte), 2007 (42 Punkte) und 2011 (36 Punkte), das gleiche Bild zeigt sich bei den Naturwissenschaften (1995: 80 Punkte, 2007: 70 Punkte: 2011: 60 Punkte). Bei den heuer erstmals erhobenen Bildungsstandards in Mathematik für Schüler der vierten Klasse ist ein Zeitvergleich noch nicht möglich.

Unterschiede sind groß

Im internationalen Vergleich sind die Leistungsunterschiede zwischen Migranten und Einheimischen in Österreich allerdings groß - wobei für den besseren Vergleich die Leistungen ein- und mehrsprachiger Kinder herangezogen werden. "Mehrsprachig" sind dabei jene Kinder, die zu Hause neben der Unterrichtssprache noch eine andere Sprache sprechen. So werden jene Migrantengruppen herausgefiltert, die die gleiche Sprache wie die Einheimischen sprechen, in Österreich also vor allem die Deutschen.

Kanada und Isreal besser

In Österreich beträgt der durchschnittliche Leistungsunterschied zwischen ein- und mehrsprachigen Kindern bei PIRLS 36 Punkte, das ist die größte Leistungsdifferenz innerhalb ausgewählter EU-Vergleichsländer. In Deutschland und Italien beträgt sie 32 Punkte, in Schweden 31, in der Slowakei und Dänemark 30, in den Niederlanden sind es 21 und in England 18 Punkte. Trotz höherem Migrantenanteil verzeichnen Kanada und Israel wesentliche bessere Werte mit einem Leistungsunterschied zwischen Einheimischen und Migranten von nur elf bzw. zehn Punkten. Bei TIMSS gibt es noch keine extra Auswertung für ein- und mehrsprachige Kinder. (APA, 12.12.2012)

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    Die Ergebnisse der Migranten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

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