"Stuttgart 21" kostet 1,1 Milliarden Euro mehr

12. Dezember 2012, 14:49

Der Finanzierungsrahmen erhöht sich auf 5,6 Milliarden Euro. Die Bundesregierung will keine neuen Hilfen bereitstellen

Stuttgart - Das umstrittene deutsche Bahnprojekt Stuttgart 21 wird mindestens 1,1 Milliarden Euro teurer als zuletzt geplant. Diese Neuberechnung hat die Deutsche Bahn vorgelegt. Demnach erhöht sich der Finanzierungsrahmen von 4,5 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro, wie Bahn-Vorstand Volker Kefer in Berlin sagte. Die Neukalkulation legte der Bahn-Vorstand am Mittwoch dem Aufsichtsrat vor. Dieser wolle die Vorlage des Vorstands nun prüfen.

Ausstieg würde zwei Milliarden kosten

Kefer sagte, die Bahn wolle die 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Das Projekt Stuttgart 21 könne auf dieser Basis fortgesetzt werden. Ein Ausstieg aus dem Bau des unterirdischen Bahnhofs und der Anbindung an die Schnellbahnstrecke wäre nicht vertragskonform und würde überdies zwei Milliarden Euro kosten.

Die deutsche Bundesregierung bekräftigte, dass sie keine neuen Hilfen für Stuttgart 21 bereitstellt. Es bleibe dabei, dass sich der Bund mit einem Festbetrag von 563,8 Millionen Euro beteilige, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Neubaustrecke Wendlingen-Ulm 

Diese Kosten fielen unter anderem an, um die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm in den Bahnknoten Stuttgart einzubinden. Der Sprecher betonte, von den Projektpartnern habe man trotz der Kostensteigerungen bislang keine Stimme vernommen, die aus dem Projekt aussteigen wolle. Der künftige Tiefbahnhof soll durch einen unterirdischen Ring und einen fast zehn Kilometer langen Tunnel an das regionale Schienennetz und die geplante Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden.

Stuttgart 21 würde gemeinsam mit der geplanten Hochgeschwindigkeitstrasse eine Lücke in der europäischen Schienen-Magistrale von Paris nach Bratislava schließen.

Nach heftigen Bürger-Protesten gegen die Bauarbeiten in Stuttgart hatte die neue grün-rote Landesregierung 2011 ein Referendum angesetzt. Dabei stimmte eine Mehrheit der Baden-Württemberger für die Fortsetzung des Projektes. (APA, 12.12.2012)

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15 Postings
Das Schönste daran...

Wie kann ein Herr Schmiedel (SPD) wissen, dass der Ausstieg aus diesem unseligen Projekt 3 Milliarden Euro kostet, wenn NOCH NICHT EINMAL DIE BAHN SELBER den genauen Kostenrahmen von S21 kennt?

Ganz davon zu schweigen, dass bislang noch nichts Wesentliches gebaut wurde. Einzig den alten Bahnhof haben's ruiniert und jede Menge Bäume gefällt.

Das dümmste Projekt seit dem Turmbau zu Babel

hat ein süddeutscher Politiker S 21 genannt. Ein gut funktionierender, kundenfreundlicher Kopfbahnhof mit 16 Gleisen soll von einem Kellerbahnhof mit 8 Gleisen ersetzt werden - ein glatter Rückbau der Infrastruktur! Und dies für mittlerweile zugegebene 5,6 Mrd. (jeder weiß jetzt schon, dass dies auch nicht reicht). Dabei könnte etwa ein Ausbau der Strecke München - Mühldorf- Freilassing um weniger Geld sowohl im O-W-Verkehr (auch Verbindung Schweiz-Vorarlberg-Wien) als auch im alpenquerenden Verkehr (Tauern entlastet bzw. verkürzt Verbindung über Brenner) viel Nutzen bringen. Aber an einem funktionierenden Bahnnetz haben die regierenden deutschen Politiker und die Bahnchefs bestenfalls zweitrangiges Interesse.

Naja

Die Strecke über münchen ist vor allem wegen der Verbindung Schweiz - München unbrauchbar, und da ist vor allem die Topologie ein Problem.

Momentan ist es schon ganz klar die nördlichere Achse über Ulm-Stuttgart auf die gesetzt wird. Ob Stuttgart 21 sinnvoll ist oder nicht weiss ich selber nicht, 8 Gleise Durchgangsbahnhof können durchaus 16 Gleise Kopfbahnhof ersetzen oder sogar besser sein, das hängt halt davon wie die Züge fahren.

Was natürlich ganz eine andere Frage ist ob so ein Projekt überhaupt sinnvoll ist und das zu den Kosten, über die noch dazu gelogen wird das sich die Balken biegen. Ich denke am Ende geht es vor allem um Gewinne aus frei gewordener Fläche auf Kosten der Öffentlichkeit.

Die Verbindung Schweiz-München ist topologisch

wesentlich günstiger als die Steilrampen über den Arlberg. Es ist geplant, bis 2019 (vor der Stuttgartverteuerung bis 2017) die Strecke durchgehend zu elektrifizieren (mit Schweizer Unterstützung). Leider wird in der Bahninfrastruktur immer noch viel zu sehr nationalstaatlich geplant und gebaut. Es wäre viel effizienter, Mittel in die besagte Strecke Bregenz-Lindau-München (durchgehende Zweigleisigkeit) zu stecken als die weit teurere Arlbergstrecke auszubauen (so wichtig deren Funktionsfähigkeit auch ist). Die idiotische Mittelverschwendung in Stuttgart gefährdet und verschleppt allerdings jede Menge wirklich nutzbringender Projekte der Bahn. Der Profit für Immobilienhaie und die Baulobby ist Ramsauer, Grube, .. allerdings wichtiger!

Öffis sind in Zeiten des billigen Öls halt einfach nicht mehr gefragt!

Sie vergessen dabei, dass der Zug an sich nebensächlich ist heute. Wichtig ist ein " cooles" Einkaufszentrum.

Nein nicht nur

Vergessen sie nicht wieviel Geld man aus den frei gewordenen Flächen machen kann, wenn man unter die Erde verlegt.

Quasi Einkaufszentrum mit Bahnanschluss

Ein Ergebnis der Mediation war damals,

dass der Bau nur durchgeführt würde, wenn die Kostenvorgaben halten würden.
Wie sehr man Politikern glauben kann, sieht man jetzt wieder.
Aber man sieht auch, dass sich die Politiker darauf verlassen können, dass das Wahlvolk dumm genug ist.

Die Stuttgarter durften wählen zwischen Bau des Bahnhofes und Pönalezahlung - wann werden die Bürger schon in der Planungsphase gefragt und nicht wenn alles bereits entschieden ist?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen... litik.html

Hat man den Verantwortlichen schon einen Preis verliehen und sie zur Beförderung vorgeschlagen?

Oder müssen sie gehen? Und bekommen als Dank und Anerkennung, für ihre außergewöhnliche Leistung, eine Abfertigung in der Höhe eines mehrfachen Arbeiter-/Angestellten-Lebensgehalt?

Üblicherweise werden Manager die solchen Bockmist verbrechen mit einem "golden Handshake" verabschiedet und anschließend fangen sie in der nächsten Firma mit einem noch fetteren Gehalt an. Verdienst kann mans ja nicht nennen... Eigentlich verdienen solche Leute, um für die Zukunft abzuschrecken, einige Gramm Blei in hochbeschleunigter Form. Nicht mehr.

jetzt haben die stuttgarter

auch ihren skylink.

so schlimm wirds ja doch nicht werden ...

oder müssen die Stuttgarter neben der Milliarde Mehrkosten dann auch noch kilometerlange Fussmärsche auf sich nehmen und in unbeschilderten Schläuchen herumirren?

"Irrgarten 21"

Könnte für Abenteuerurlauber durchaus reizvoll sein. ;)

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