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Wien - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat insgesamt 14 Einrichtungen und Forschungsgruppen an heimische Universitäten übertragen. Es handle sich dabei um ein zentrales Element der Neustrukturierung der Akademie, wie Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und ÖAW-Präsident Helmut Denk erklärten. Durch den Wegfall würden jährlich etwa 8,3 Millionen Euro an budgetären Mitteln frei, die für den Ausbau der Forschungsschwerpunkte der Akademie genutzt werden sollen. Töchterle und Denk erhoffen sich durch die Transfers auch eine Stärkung der universitären Lehre.
Der Grund dafür, dass man im vergangen Jahr auf Herbergssuche für die Einrichtungen gegangen war, liegt in der im November 2011 geschlossenen Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium. Demnach stellt der Bund der ÖAW von 2012 bis 2014 ein Globalbudget in der Höhe von 223,8 Millionen Euro zur Verfügung - daraus ergibt sich in diesem Zeitraum laut ÖAW eine Budgetlücke von rund 40 Millionen.
Jeweils drei Einrichtungen wandern nun an die Universität Wien, die Universität Innsbruck und die Universität Salzburg. Jeweils ein Institut fand an den Universitäten in Graz, Leoben und Klagenfurt sowie an der Donau-Universität Krems eine neue Heimat. Das Institut für Biophysik und Nanosystemforschung übernehmen die drei Grazer wissenschaftlichen Unis zu gleichen Teilen. Im Zuge der Übertragungen wechseln 187 Mitarbeiter an die Universitäten.
Der Prozess sei eine "anspruchsvolle Arbeit" gewesen, so Töchterle, der betonte, dass man mit den Einrichtungen dort andocke, wo es auch "sinnvoll und stimmig" sei. Ihre Existenz ist in den nächsten drei Jahren über die sogenannten Offensivmittel des Wissenschaftsministeriums gesichert. Töchterle: "Es lehren nun auch mehr Wissenschafter an Universitäten" - eine Entwicklung, die auch im Sinne des Österreichischen Hochschulplans sei.
"Die Übertragungen waren für uns sehr wichtig" und seien "nicht nur aus der Not geboren", erklärte Denk. Auch er gab sich erfreut, dass Themen, die an der ÖAW vorangetrieben wurden, nun stärker in die universitäre Lehre einfließen könnten. "In der Akademie soll das getan werden, was nicht unbedingt an den Universitäten getan werden kann", so Denk.
Die freiwerdenden Mitteln sollen den in der Leistungsvereinbarung festgelegten sechs Forschungsschwerpunkten zugutekommen. Die liegen auf "Europäischen Identitäten sowie der Wahrung und Interpretation des kulturellen Erbes", dem "Demographischen Wandel, Migration und Integration von Menschen in heterogenen Gesellschaften", "Biomedizinischer Grundlagenforschung", "Molekularer Pflanzenbiologie", "Angewandter Mathematik inklusive Modellierung, sowie Bioinformatik", sowie "Quantenoptik und Quanteninformation".
Ohne die gewanderten Einrichtungen zählt die ÖAW nun etwa 1.200 Mitarbeiter. Bei den bisherigen Reformen sei man weitgehend ohne Schließungen und "ohne wesentliche Verminderung" des Mitarbeiterstands ausgekommen, erklärte Denk, der im Oktober eine große Reform der Akademie ankündigte, bei der auch eine Entflechtung der Gelehrtengesellschaft und der Forschungsträgereinrichtung angestrebt wird. (APA/red, derStandard.at, 12. 12. 2012)
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Wenn ca. 40 Millionen € für 2012 bis 2014 fehlen, dann sind das im Durchschnitt ca. 13,3 Millionen € jährlich. Wenn jetzt durch die Transfers ca. 8,3 Millionen jährlich "frei" werden, was ja budgetär sehr erfreulich ist, dann fehlen doch wohl immer noch ca. 5 Millionen € jährlich, oder? Wie sollen da die 8,3 Millionen € den Forschungsschwerpunkten "zugutekommen" können - und das jährlich?
Da haben die Damen und Herren aber die Weisheit mit Löffeln gefressen und wissen so genau, welche Wissenschaftszweige in den nächsten Jahren (und darüber hinaus) am wichtigsten sein werden?
Ja, genau. Höchstwahrscheinlich wirds so sein dass wir uns noch gar nicht vorstellen können was in ein paar Jahren möglich ist.
Es hat schon so seinen Sinn, Forschung bottom-up zu betreiben. Diese top-down Schwerpunktsetzungen sind wiedermal eine dieser typischen "alles-muss-geregelt-sein" Einstellung die - wie schon oft hier diskutiert, siehe z.B. Liessmann im Uni 2020 Blog - der eigentlichen Natur von Forschung diametral entgegengesetzt ist und sie sogar behindert.
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