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Wien - Der aus Österreich stammende und 1938 von den Nazis in die USA vertriebene Chemiker Carl Djerassi (89) hat das Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Wien erhalten. MedUni-Rektor Wolfgang Schütz verlieh dem Erfinder der Antibabypille die Auszeichnung im Rahmen einer Festveranstaltung. Der Wissenschafter, Schriftsteller und Kunstsammler hat im Juni dieses Jahres bereits die Ehrendoktorwürde der Universität Wien entgegengenommen.
Die MedUni wolle mit dieser Ehrung ein Zeichen setzen, so der Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Arnold Pollak. Mit Djerassi würdige man einen jener Menschen, "die für die oft zitierte 'Vertreibung der Vernunft' aus den Schulen und Universitäten dieses Landes stehen. Einen jener Menschen, die vor Verfolgung und Vernichtung durch den nationalsozialistischen Terror aus diesem Land fliehen mussten und in der Emigration Großes leisteten und denen dieses Land oft allzu lange nicht die Hand gereicht hat".
Carl Djerassi wurde am 29. Oktober 1923 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren. 1938 musste er vor den Nationalsozialisten fliehen und emigrierte über London in die USA. Nach dem Chemiestudium begann seine wissenschaftliche Karriere. Zunächst hatte er eine neue Methode zur Synthese von Cortison beschrieben.
In seiner Autobiografie bezeichnet sich der Wissenschafter als "Mutter der Pille". 1951 gelang ihm die Synthetisierung des Schwangerschaftshormons Gestagen. "Eine Entdeckung, die die Welt veränderte, da damit der Weg zu einer völlig neuen Form der Empfängnisverhütung geebnet war", heißt es in einer Aussendung der MedUni.
Mit 60 Jahren begann seine literarische Laufbahn, auch als Kunstsammler hat sich Djerassi einen Namen gemacht, er gilt als Experte für Paul Klee. Der Direktor des Landesmuseum Niederösterreich, Carl Aigner, beschrieb Carl Djerassi in seiner Laudatio als "aus der Kultur der Wiener Moderne kommenden Renaissance-Menschen, dessen Leben von Kunst und Wissenschaft bestimmt war und ist". (APA/red, derStandard.at, 12. 12. 2012)
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welche verheerende Auswirkungen auch die sehr "positive", "fortschrittliche" und "epochale" Erfindungen, - langfristig gesehen -, haben können.
Man soll nur an die Atomenergie, an die Gentechnik usw. denken. Man weiss noch nicht, wo die moderne Informationstechnik und die vernetzte Welt führen wird. Die Risken werden aber immer grösser, das sieht man schon. Ich bin überhaupt nicht gegen die Entwicklung im allgemeinen, nur man muss auch die langfristigen Auswirkungen bedenken, und nicht nur die kurzfristig verlockende Profitchancen.
Habe ihn vor 20 Jahren (im Alter von 69) einmal getroffen - cooler Typ.
Wieder einmal ein Hinweis wie die Nazis die oesterreichische und deutsche Wissenschaft so intensiv zerstoerten sodass man die Auswirkungen von diesen Taten noch heutzutage spuert.
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