Wien: Behindertenvereine fordern Umbenennung der Invalidenstraße

12. Dezember 2012, 12:19

"Unsachgemäßer Einsatz von Sprache" sollte besonders bei der Benennung von öffentlichem Raum beachtet werden

Zum respektvollen Umgang miteinander gehört die sensible Verwendung von Sprache, fordern Behindertenvertreter. Aus diesem Grund starteten das Theater der Unterdrückten und der Verein DanceAbility eine Kampagne mit dem Titel "Invalidenstrasse/Invalid Street". Ziel ist die Umbenennung der Straße im dritten Wiener Gemeindebezirk. Nun wurden 600 Unterschriften einer Petition an den Bezirksvorsteher Erich Hohenberger übergeben.

Im Zentrum stehen die Fragen: Was ist valide, gültig und wertvoll? Und was impliziert im Gegenzug der Ausdruck "invalide"? Sprache sei Macht, daher fragt das Theater der Unterdrückten auf seiner Homepage: "Wollen wir tatsächlich eine Straße, die behinderte Menschen an gesellschaftliche Ränder drängt und sie doch auch in einen negativen Mittelpunkt stellt?"

Gemeinsamer Tanz einmal im Jahr

Die zwei künstlerischen Kollektive nutzen nicht nur Unterschriften, sondern auch kreative Wege, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen: So tanzen zum Beispiel einmal im Jahr behinderte und nicht behinderte Menschen in der Invalidenstraße.

"Bist du behindert?"

Durch den unsachgemäßen Einsatz von Sprache würden schnell verletzende Begriffe entstehen, sagt Vera Rebl, Initiatorin von Danceability und erklärt: "Oft fällt mir auf, dass das erste Schimpfwort, dass sich Jugendliche an den Kopf werfen 'Bist du behindert?' ist." Die Invalidenstraße sei eben ein Symbol für viele "dumme Bezeichnungen".

Eine Idee wäre daher, die jungen Menschen aus den Schulen in Wien-Landstraße einen neuen Straßennamen suchen zu lassen. "Gleichzeitig könnte so ein Schulprojekt genutzt werden, um die Schüler über den Umgang mit Sprache reflektieren zu lassen", sagt Rebl. Ein anderer Vorschlag wäre die verkürzte Umbenennung in Invalstraße. Eine 12-köpfige Kulturkommission wird nun über die Vorschläge beraten.

Geschichte der Invalidenstraße

Die Straße hat bereits eine wechselhafte Geschichte hinter sich: Sie wurde 1883 nach einem ehemaligen Invalidenhaus benannt. An diesem Ort wurden verletzte Soldaten schon ab 1787 versorgt. Die Einrichtung wurde unter Kaiser Joseph II. eröffnet und 1909 niedergerissen. (Julia Schilly, derStandard.at, 12.12.2012)

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Eine Umbenennung ist tatsächlich notwendig!

Denn während es keine Verurteilten-, Wiederbetätigungs- Holocaustleugner- oder Wehrsportlerstrassen gibt, gegen die sich die rechte Hälfte der Republik jederzeit sogar gerichtlich wehren würden ...

Wird einer ganzen Bevölkerungsgruppe einfach beschieden: "Krüppel seid Ihr, und werdets auch sprachlich bleiben."

Ein unhaltbarer Zustand, finde ich.

so ist es!

ich möcht ihnen gerne was zeigen, wo ich mich frage, wo die zensurmaschine ist. selbst im krone forum würde sowas gelöscht:

Seul contre tous
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431
15.12.2012, 05:15
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Wie wärs mit...

...Krüppelgasse? Ist geschlechtsneutral und keiner braucht sich dann ungültig zu fühlen.
Fürchtegott Dreist
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17.12.2012, 15:43
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Chapeau!

Ihr Beitrag hat so was Rührendes...

Man kann sich nicht einfach um alles kümmern, jeder fühlt sich irgendwo mal diskriminiert. Ich habe absolut nichts gegen Menschen mit körperlicher/geistiger Beeinträchtigung und hätte diese Straße niemals in Verbindung mit ihnen gebracht. Straßen sind eben Straßen...fühlen sich wohlmöglich alle Stefans diskriminiert, weil der Dom so genannt wird und sie aber nicht Christ oder religiös sind? ... wo fängt das an, wo hört das auf..

stimmt ja ...

das schlimme ist nur, das die postings hier dann wirklich sehr untergriffig sind ... nach dem motto: "jetzt gebts doch endlich a ruh ..."

andererseits ist ein "dr. karl lueger ring" vollkommen ok. und ein "helden" platz natürlich auch. es geht darum, dass das wort "invaliden" halt sehr vielen behinderten sauer aufstösst.

herzlich willkommen im krone forum ...

zum glück ist es nur ein poster mit -zig nicks ...

als persönlich betroffener ...

bin ich wirklich schockiert über diese menschenverachtenden postings :(

Umbenennungszirkus

Die einen kämpfen, damit sie in einem Straßennamen verewigt werden, die anderen fordern eine Umbenennung.

Warum nicht so wie in den USA. 1.Straße, 2.Straße, 3. Straße .....

Aber wahrscheinlich wird dann 1,2,3 ... auch als politisch bedenklich erachtet

In welchem Plem-Plem-Land leben wir eigentlich ?

Zu kurz gedacht

Bei den Zahlen für die Straßen müssen natürlich die 13 und ähnliche (auch aus allen anderen Kulturen) übersprungen werden!

in einem land wo sich rollstuhlfahrer ...

nicht so richtig über diesen strassennahmen freuen können. sie wären auch nicht glücklich, würde man die strasse "ruhiges blut ist ein trottel strasse" nennen. sehen sie das jetzt bitte nicht als persönlichen angriff, sondern denken sie in ruhe darüber nach ...

sie vergleichen äpfel mit birnen ;)

begründen sie bitte ihre aussage.

"ruhiges blut ist ein trottel strasse" und "invaliedenstrasse" echt toller vergleich

wo sich rollstuhlfahrer ... nicht so richtig über diesen strassennahmen freuen können

dann müsste dir aber auch der rennweg sauer aufstoßen

ich bin ja sonst nicht so ...

aber ihnen wünsch ich einen motorradunfall mit rückenmarksverletzung! zu ihrer beruhigung, einigen anderen postern auch ...

als nicht persönlich betroffener ...
bin ich wirklich schockiert über dieses dumme posting :(

tja, da ich nicht mehr motorrad fahre, wird dein wunsch kaum in erfüllung gehen - dir hingegen wünsche ich alles gute, hoffe dein psychiater vollbringt ein wunder

dein psychiater

hat das offensichtlich bei dir auch nicht geschafft. :)

sonst würd sich dein posting nicht unisono in die anderen untergriffigen wortmeldungen einreihen lassen ...

kannst dir ja einen neuen termin geben lassen 01 / 313 30

...im land, in dem die pepi tant' und mein nachbar, der b'soffene benirschke über unsere militärische zukunft entscheiden.

(nicht zu vergessen: die jetti-tant' - die vor allem)

Uns geht´s ...

... wirklich zu gut in Österreich ...

mM

Mario Sedlak
Mario Sedlak
24
22.12.2012, 17:33
Dass Jugendliche nicht behindert sein wollen, wird man mit keinerlei Sprachakrobatik oder Umbenennungen ändern können.

Die Behindertenvereine sollten sich meiner Meinung nach um echte Anliegen kümmern, z. B. um die Befristung von Behindertenausweisen, damit sie nicht nach dem Tod des Besitzers missbraucht werden können:

http://www.profil.at/articles/... enausweise

ich hab mir schon sorgen gemacht ...

dabei ist es nur der neid um einen parkplatz ...

Und was ist mit der Blindengasse im 8. Bezirk?

und mit der Taubstummengasse?

Und alle, die Stummer heißen, müssen ihren Namen ändern! Richard Tauber wird posthum in Richard Gehörloser umbenannt, das Wort Blindgänger ist durch Sichtbehindertengänger zu ersetzen - für Kabarettisten gibt es ausreichend Stoff! Haben wir wirklich keine anderen Sorgen?

...und mit den diversen sackgassen?

(ein umbenennungsreigen ohne end' steht uns ins haus)

@ beide vorposter:

genau so unerfreulich!

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