Kindle & Co.: E-Reader am "alarmierend" absteigenden Ast

  • Tablets sind die größten Konkurrenten der E-Book-Reader
    foto: apa

    Tablets sind die größten Konkurrenten der E-Book-Reader

E-Reader verkaufen sich ein Drittel schlechter als im Vorjahr, die Zukunft ist laut Marktforschern düster

Erst kürzlich startete Amazon den Verkauf seines neuen E-Book-Readers "Kindle Paperwhite". Schon kurz nach dem Verkaufsstart war das Gerät heiß begehrt, weshalb sich schon recht bald das Lieferdatum bis in den Jänner 2013 verlängerte. Doch die Beliebtheit der Geräte könnte schon recht bald ein abruptes Ende nehmen. Laut Heise wurden allein in diesem Jahr 14,9 Millionen E-Book-Reader verkauft, etwa 36 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 2011 wurden nämlich 23,2 Millionen Reader verkauft. Die Informationen stammen vom Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli.

Rasanter Abstieg

iSuppli meint, der Markt für E-Book-Reader sei an einem "alarmierend steil abfallenden" Ast. Grund dafür dürfte vor allem der rasante Aufstieg von Tablets sein. Schon nächstes Jahr dürfte sich der Verkauf der Lesegeräte auf etwa 10,9 Millionen Einheiten dezimieren. Für 2016 prognostizieren die Marktforscher lediglich 7,1 Millionen Verkäufe. 

Massive Einbrüche

Allein von 2008 bis 2010 stieg der Verkauf dieser Geräte rasant an: Von einer Million verkaufter Reader im Jahr 2008 auf 10,1 Millionen Stück. Eine Verzehnfachung in nur zwei Jahren. Der Trend geht also eindeutig weg von "Single-Task Devices", Geräten, mit denen man nur eine Aufgabe erledigen kann. Ersetzt werden die Geräte durch Tablets und Smartphones. Neben der E-Reader-Branche sind aber auch die Verkäufe von GPS Systemen, Digitalkameras und MP3-Playern massiv eingebrochen. 

Tablets als größter Konkurrent

Im Gegensatz zu 14,9 Millionen verkaufter E-Book-Reader bewegen sich Tablets weiterhin aufwärts im Trendbarometer: 120 Millionen Tablets haben Hersteller 2012 verkauft. Bis 2016 wird ein Anstieg auf 340 Millionen erwartet. Was die E-Book-Reader allerdings noch eine Zeit lang am Leben erhalten dürfte, ist deren billige Produktion, die teilweise Gerätepreise unter 50 US-Dollar erlaubt. Besonders Hersteller von E-Book-Readern, die kein Content-System á la Amazon dahinter haben, werden es zukünftig schwerer haben. Profitieren werden davon die Tablet-Hersteller: Bis 2014 soll sich deren Umsatz auf 10 Milliarden US-Dollar erhöhen.

Gewinner: Chip-Hersteller

Auch die Chip-Hersteller könnten von diesem Trend massive Gewinne einfahren: Bis 2016 wird der Halbleiter-Markt allein von Tablets auf 20 Milliarden US-Dollar steigen, was etwa einer Verdoppelung des Wertes aus 2011 entspricht. (red, derStandard.at, 12.12.2012)

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