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Der Sänger Fernando Riberio von der portugiesischen Heavy-Metal-Band Moonspell bei einem Konzert in Budapest.
Ein Gemeinschaftsprojekt der Leipziger Universitäts-Phoniatrie, des Leipziger Max-Planck-Instituts und von Kölner Musikwissenschaftlern analysiert derzeit die Eigenheiten des Heavy-Metal-Gesangs. Die Wissenschaftler suchen bei unterschiedlichen Gesangstechniken nach charakteristischen Einstellungen in den Ansatzräumen, wiederkehrenden Geräuschmustern und besonderen Klangursachen. In eine erste Untersuchungsreihe waren sechs Sänger aus Deutschland einbezogen, weitere sollen folgen.
Durchdringende Schreie aus einem Phoniatrie-Untersuchungsraum verunsicherten unlängst die Patienten in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Leipzig. "Keine Angst, hier leidet keinesfalls ein Patient, hier werden nur die Stimmen von Heavy-Metal-Sängern getestet", erklärte Michael Fuchs, Leiter der Sektion Phoniatrie und Audiologie. Die Patienten nahmen daraufhin die weiteren Töne, die vom Schreien ins Grölen übergingen, um dann im Grunzen und Röhren anzukommen, mit Humor. Vor allem die Lautstärke beeindruckte die Patienten.
"Mit dieser ersten Untersuchung von sechs Heavy-Metal-Sängern aus dem ganzen Bundesgebiet beginnen wir, eine gemeinsame Projektidee umzusetzen", erläutert Fuchs. "Das Musikwissenschaftliche Institut der Universität zu Köln, das Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie und unsere Universitätsklinik für HNO nehmen die Stimmen dieser Sänger unter die Lupe, um verschiedene Fragestellungen zu beantworten. Ich als Mediziner und Phoniater will herausbekommen: Was passiert im Stimmapparat, wenn professionell - also von Berufs wegen - heftig geschrien, gegrölt oder geröhrt wird. Ist dieses Singen, das abseits von Alltagsgesang angesiedelt ist, schädlich für den Stimmapparat?"
Zu Beantwortung dieser Fragen hat die Leipziger HNO-Klinik die entsprechende Technik, mit der während des Singens auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden kann, was im Kehlkopf und im Rachen passiert. Neben den bewegten Bildern wird auch der Stimmschall aufgezeichnet und die Stimmleistung gemessen, so dass genau ausgewertet werden kann, bei welchen Tönen welche Teile des Stimmapparates aktiv sind.
Nach der ersten Untersuchung kann Michael Fuchs sagen, dass alle sechs Heavy-Metal-Sänger - darunter von Bands wie "Bitterness Exhumed" (Kaiserslautern) und "Endemicy" (Leipzig) - trotz des großen Druckes, den sie beim Singen aufbauen, trotz der großen Kräfte, die auf Stimmlippen und Schleimhäute wirken, einen völlig gesunden Stimmapparat haben. "Die Stimmlippen, die empfindlichsten Teile des Stimmapparates, haben keinerlei Zeichen einer mechanischen Schädigung", so der Leipziger HNO-Arzt und Phoniater.
"Dabei haben einige Sänger neben ihrem Hobby noch stimmintensive Berufe, wie Sozialpädagoge." Beeindruckt war Fuchs davon, dass einige einen Tonhöhenumfang von vier Oktaven erreichen - das sei selbst im Vergleich mit einem Opernsänger imposant. Weiteres Ergebnis der Untersuchungen war, dass die Heavy-Metal-Sänger mehr als andere Sänger den oberen Bereich des Kehlkopfes und den Rachenbereich aktivieren. Zudem produziert die Schleimhaut der Sänger viel Schleim, der einerseits als Schutzschicht wirkt und andererseits beim Singen als "mitschwingendes Element" dient. "Die Töne sind auch deshalb nicht so klar, wie bei einem Opernsänger", so Fuchs. "Aber das ist ja in dieser Musikrichtung auch nicht gewollt." (red, derStandard.at, 12.12.2012)
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Für mich als Screamcoach war die Sachlage schon lange klar, aber es ist sehr schön zu sehen, dass sich in den letzten Jahren auch vermehrt auf wissenschaftlicher Ebene damit auseinandergesetzt wird.
An alle "ich kann das nicht/ich bin da immer heiser" Kandidaten und-innen - es ist wie gesagt eine Frage der Technik und des regelmäßigen Übens.
Ich kann mir auch nicht einfach ohne jegliche Vorerfahrung eine Gitarre krallen und erwarten, auf wundersame Art und Weise sofort wie Jimi Hendrix aufzugeigen.
Wenn man ein Instrument, und die Stimme gilt als solches, erlernen möchte muss man sich eben bewusst damit auseinandersetzen, es evtl. anaylsieren (natürlich gibt es auch Naturtalente) und dann üben, üben, üben. Egal ob Männchen oder Weibchen
wenn man überlegt, wie durchdringend Babies "screamen" können, ohne heiser zu werden. Im Prinzip müsste man also nur wieder "zurücktrainieren"...
Screamcoach find ich übrigens super, deine school of scream macht einen tollen Eindruck! stay heavy
aber das sind Techniken, die man schon lernen kann und die eigentlich - wenn richtig gemacht - nicht die Stimmbänder verletzen sollen. Auf youtube gibts viele Lehrvideos (gut wie schlecht). Melissa Cross wird oft genannt: the Zen of Screaming. Lehrvideos speziell dafür.
Und - es funktioniert wirklich. Genauso wie man hoch singen lernen kann bis zu einem gewissen Grad.
Melissa Cross ist für mich keine Screamerin in dem Sinne, aber eine sehr wichtige Brückenbauerin vom klassischen Gesang zu gutturalem Gesang.
Soll heißen sie kennt sich sehr gut mit dem Stimmapparat und den grundsätzlichen Techniken aus, aber ihr selbst fehlt beim Scream meiner Beobachtung nach halt einfach der Support/die Power. Zumindest auf ihren Zen of Screaming DVDs, vielleicht hat sich das mittlerweile relativiert.
Aber wie gesagt, sie war eine der ersten, die den Menschen mit dezidierten Übungen bewusst gemacht hat, dass auch Screamen gelernt sein will und das sollte man als Screamer/Shouter/Growler auch respektieren!
...bin ganz deiner Meinung. Sie war halt eine der ersten offenbar, und wird oft zitiert. Ich bin auch begeistert gewesen, dass ich sowas gefunden habe.
Gibt Videos auch von Laien, die besser drauf eingehen wie man dann echt zu screams kommt...
kann das auch ganz gut:
http://www.youtube.com/watch?v=UyclCpvty_I
er wusste es schon vorher: http://www.youtube.com/watch?v=yjnL63Aqxhk
interessant, dass ich anfangs nur Klarstimmen mochte, erst später mochte ich Growls und BM-Kreischen... Schön finde ich auch, wenn auch melodisches Feeling ins Growling gebracht wird, siehe Amon Amarth... Und Frauen growlen meist auch recht schön. Ich mag aber schöne Stimmen auch. Ich hör beides liebend gerne, sogar in kurzer Abfolge
Das habe ich auch so gehört, dass man sich mit der falschen Technik die Stimme ruiniert. Klar ist, vom "einfach nur ins Mikro schreien" bekommt man ziemlich schnell Halsschmerzen, selbst ausprobiert ;)
Insofern wäre es interessant, die Studie auszuweiten und drei Kategorien von Sängern zu untersuchen - Profis die seit Jahren im Geschäft sind, erfolgreiche Amateure und wenig erfolgreiche Hobby-Sänger und dann nachzuschauen ob es da Unterschiede gibt.
Bei vielen "Profis" kann man es als geübter Shouter schon selbst hören.
Wenn dann z.b. Leute wie der Sänger von "Bring me the Horizon" schon innerhalb kürzerer Zeit zwei Stimmbandoperationen hinter sich haben oder bei Interviews ständig heiser sind, dann weiß man meistens schon, was los ist.
Wie gesagt alles eine Frage der Technik. Man kann es auch regelmäßig und für Geld falsch machen. Das tut man dann halt nur für ein paar Jahre, dann ist die Stimme hinüber.
Professionelle Musiker schreien eigentlich gar nicht ins Mikro, sondern nutzen nur die Möglichkeiten aus, die sich ihnen durch das Mikro mit der Verstärkeranlage bietet. Dazu habe sie große Kenntnisse über die Richtcharakteristik des Mikros ( auch Mikroauswahl), der Atemwegströmtechnik und der Effekte. Das ergibt erst dann die Dynamik, welche aus den Boxen dröhnt. Wenn man es richtig macht( es gibt dafür sogar gute Schulen), ist man weder heiser noch sonst irgendwie mit der Stimme bedient. Ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen, auch für die Kollegenschaft.
Jeder Profi wird es bestätigen. Heiser wird man nur in Sälen, wo geraucht wird. Das tut dann weh im Hals.
Sonst-keine Probleme.... !
Das aber alle Profis das so handhaben würden ist schlicht und einfach eine falsche Aussage. Viele verwenden wesentlich mehr Support und haben auch ohne Mikrophon schon Power auf "Schreilevel".
Allerdings halt mit der richtigen Technik, die viel mit dem richtigen Umgang mit Lufstrom, Resonanzen, Luftstütze und gekonntem Umgang mit den Stimmbändern bzw. den False Chords zu tun hat.
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