Früherer deutscher Fußball-Schiedsrichter Amerell tot

12. Dezember 2012, 08:52

Wegen rechtlicher Auseinandersetzung mit DFB im Fokus der Öffentlichkeit

Es gibt viele Menschen in Deutschland, die am Mittwoch daran gedacht haben, dass Manfred Amerell möglicherweise nicht mehr leben wollte, zumal er heuer im April selbst gesagt hatte: "Seit dem 1. Februar 2010 lebe ich nicht mehr, ich existiere nur noch. Meine Lebensqualität geht gegen null. Und das ist bis zum Tod nicht mehr zu korrigieren."

Die Obduktion habe gezeigt, dass in jedem Fall ein Herzinfarkt vorgelegen sei, sagte eine Sprecherin.  Fest steht auch, dass Amerell tagelang tot in seiner Münchner Wohnung gelegen ist und dass sein Körper bereits stark verwest war, als er gefunden wurde.

In der bayerischen Hauptstadt wird Amerell im Jahr 1947 auch geboren. Der gelernte Hotelier beginnt seine Fußballkarriere 1970 als Geschäftsführer beim TSV 1860 München. 1975 wechselt er zum FC Augsburg, 1984 zum Karlsruher SC.

Amerell kümmert sich aber nicht nur um die Geschäfte der Vereine, sondern pfeift auch Partien im Jugend- und Amateurbereich. 1984 gibt er sein Debüt als Unparteiischer in der Zweiten Bundesliga, drei Jahre später in der Ersten. Dort leitet er bis 1994 insgesamt 66 Begegnungen. Ein Höhepunkt seiner Karriere ist das Pokalfinale 1994 zwischen Werder Bremen und Rot-Weiss Essen. Amerell wird aber nie Fifa-Schiedsrichter.

Sein Kollege Bernd Heynemann erinnert sich an Amerell als "sehr gradlinigen Menschen" und sagt: "Wir waren gemeinsam als Schiedsrichterbeobachter viel unterwegs. Er war ein sehr rigoroser Mensch, er hatte den Spitznamen Aquarell, wegen der vielen Karten, die er zeigte."

Seine direkte Art bekommen auch andere zu spüren. 2005 als Sprecher der 80.000 Unparteiischen im DFB holt Amerell zum Rundumschlag gegen Trainer und Funktionäre aus. "Diese Heuchler auf der Bank", diese "Rasenden" seien mit ihrem Benehmen negatives Vorbild für "Randgruppentäter auf den Rängen".

Die größten Schlagzeilen macht Amerell allerdings unfreiwillig. Anfang 2010 wird bekannt, dass der Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter (damals 27) sich beim DFB über sexuelle Belästigungen durch Amerell beschwert hat. Der streitet alles ab, legt aber seine Ämter beim DFB aus "gesundheitlichen Gründen" nieder.

Für den DFB und dessen damaligen Präsidenten Theo Zwanziger ist die Sache damit erledigt, Zwanziger macht auch keinen Hehl daraus, dass er Kempter glaubt. Doch Amerell will seine Ehre verteidigen und startet einen Prozessmarathon, der zur juristischen Schlacht ausartet: Amerell gegen Kempter, Amerell gegen Zwanziger, Amerell gegen den DFB - es geht um Schadenersatz, üble Nachrede und Prozessbetrug.

Intime SMS zwischen den beiden Schiris werden publik, Zwanziger vergleicht die Angelegenheit mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Am Ende räumt Kempter ein, dass seine Abwehr möglicherweise nicht deutlich genug gewesen sei, Amerell verzichtet auf Schadenersatz.

Amerells Ehe zerbricht während dieser Zeit, sein Hotel in Augsburg verkauft er. In den letzten Monaten lebt der Vater zweier erwachsener Zwillingstöchter völlig zurückgezogen in seiner Münchener Wohnung. (Birgit Baumann aus Berlin DER STANDARD; 12.12.2012)

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erstaunlich viele und emotionale postings

anläßlich des bedauerlichen ablebens von herrn schiedsrichter unbekannt.

(mög' er es als letzte ehr' ansehen)

Zwanziger

ist eigentlich ein unpassender Name für diesen Herren.
Falscher Fuffziger wäre passender. Er hat mit Lavieren und Taktieren, mit Intrigen und nebulösen Verlautbarungen schön von seinen Fehlern und seiner Führungs- und Entscheidungsschwäche abgelenkt.

Natürlich KEIN Fremdverschulden

Zwanziger ist ja ein alter Bekannter...

"Der 65-jährige ist nach ersten Erkenntnissen nicht durch Fremdverschulden oder Suizid gestorben."

Also so häufig sind Fremdverschulden und Suizid nun auch nicht die Todesursache unter Schiedsrichtern...

lothar! :D

Tut mir leid, hab auf - statt + geklickt.

Kein Problem, bin rote Steicherln gewohnt!

und was hat das bitte mit dem Sportteil einer österr. Zeitung zu tun, wenn ein ehemaliger deutscher Schiedsrichter stirbt.

was hat das zu tun ?

na eigentlich nichts. Aber wenn Du dir hier die Bewertungen anschaust scheint die Mehrzahl sich hier von deiner Wagenburg-Mentalität nicht angesprochen zu fühlen. Na, dann koch dein Inzuchtler-Süppchen weiter

hugh, ich habe gesprochen...

mein erster gedanke...

wenn jeder spieler oder shiri ein kondulenzbuch bekommt werma alt...

danke! Seh ich auch so. Aber die haben wohl sour-cucumber-time beim lieben Standard.

Es steht unter 'Fußball International'.

Also immer schön gschmeidig bleiben.

Entschuldigung, der hat irgendwann einmal etwas mit Fußball zu tun gehabt. Und das nicht in einer Bedeutung wie der Glatzenbongo, dass es von ähnlich internationaler Bedeutung wäre...äh...wie hieß der noch?

Erwin I., Landvogt von und zu Sankt Blöden:

Ich protestiere auf das Allerschärfste gegen die Verwendung meines Spitznames Glatzenbongo!!!

sorry, dass ich den von mir dir verliehenen Titel auch einem anderen gegeben habe.... :-)

Ausnahmsweise nehme ich die Enschuldigung an.

Muss aber in MEINEM Landesstudio öffentlich verlesen werden, in Österreich Heute um 19:00

Gerne mein geliebter großer minimo lider! Bin ich doch selbst ein Untertan Ihrer Diktatur. Submissest, Ihr Grantscherbn.

pierre luigi collina ist eine ausnahme!

Pierluigi Collina heißt der Mann korrekterweise.

Ob Pier oder Luidschi,

Hauptsache Spanien!

So etwa denke ich mir das auch :-/

eben. Aber damit hat sich die Ex-Schiedsrichterei-Berichterstattung schon aber auch.

Der artikel stellt den sachverhalt verkürzt dar und diffamiert Amerell damit eigentlich noch einmal. Kempter hat Amerell ja sogar sexuelle avancen gemacht (durch veröffentlichte sms bewiesen), und sich nicht "seine ablehnung ungeschickt geäussert".
Ich muss sagen, ich hab Amerell immer dafür bewundert, sich in der homophoben Welt des fußballs so selbstbewußt zur wehr gesetzt zu haben.

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