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Es gibt viele Menschen in Deutschland, die am Mittwoch daran gedacht haben, dass Manfred Amerell möglicherweise nicht mehr leben wollte, zumal er heuer im April selbst gesagt hatte: "Seit dem 1. Februar 2010 lebe ich nicht mehr, ich existiere nur noch. Meine Lebensqualität geht gegen null. Und das ist bis zum Tod nicht mehr zu korrigieren."
Die Obduktion habe gezeigt, dass in jedem Fall ein Herzinfarkt vorgelegen sei, sagte eine Sprecherin. Fest steht auch, dass Amerell tagelang tot in seiner Münchner Wohnung gelegen ist und dass sein Körper bereits stark verwest war, als er gefunden wurde.
In der bayerischen Hauptstadt wird Amerell im Jahr 1947 auch geboren. Der gelernte Hotelier beginnt seine Fußballkarriere 1970 als Geschäftsführer beim TSV 1860 München. 1975 wechselt er zum FC Augsburg, 1984 zum Karlsruher SC.
Amerell kümmert sich aber nicht nur um die Geschäfte der Vereine, sondern pfeift auch Partien im Jugend- und Amateurbereich. 1984 gibt er sein Debüt als Unparteiischer in der Zweiten Bundesliga, drei Jahre später in der Ersten. Dort leitet er bis 1994 insgesamt 66 Begegnungen. Ein Höhepunkt seiner Karriere ist das Pokalfinale 1994 zwischen Werder Bremen und Rot-Weiss Essen. Amerell wird aber nie Fifa-Schiedsrichter.
Sein Kollege Bernd Heynemann erinnert sich an Amerell als "sehr gradlinigen Menschen" und sagt: "Wir waren gemeinsam als Schiedsrichterbeobachter viel unterwegs. Er war ein sehr rigoroser Mensch, er hatte den Spitznamen Aquarell, wegen der vielen Karten, die er zeigte."
Seine direkte Art bekommen auch andere zu spüren. 2005 als Sprecher der 80.000 Unparteiischen im DFB holt Amerell zum Rundumschlag gegen Trainer und Funktionäre aus. "Diese Heuchler auf der Bank", diese "Rasenden" seien mit ihrem Benehmen negatives Vorbild für "Randgruppentäter auf den Rängen".
Die größten Schlagzeilen macht Amerell allerdings unfreiwillig. Anfang 2010 wird bekannt, dass der Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter (damals 27) sich beim DFB über sexuelle Belästigungen durch Amerell beschwert hat. Der streitet alles ab, legt aber seine Ämter beim DFB aus "gesundheitlichen Gründen" nieder.
Für den DFB und dessen damaligen Präsidenten Theo Zwanziger ist die Sache damit erledigt, Zwanziger macht auch keinen Hehl daraus, dass er Kempter glaubt. Doch Amerell will seine Ehre verteidigen und startet einen Prozessmarathon, der zur juristischen Schlacht ausartet: Amerell gegen Kempter, Amerell gegen Zwanziger, Amerell gegen den DFB - es geht um Schadenersatz, üble Nachrede und Prozessbetrug.
Intime SMS zwischen den beiden Schiris werden publik, Zwanziger vergleicht die Angelegenheit mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Am Ende räumt Kempter ein, dass seine Abwehr möglicherweise nicht deutlich genug gewesen sei, Amerell verzichtet auf Schadenersatz.
Amerells Ehe zerbricht während dieser Zeit, sein Hotel in Augsburg verkauft er. In den letzten Monaten lebt der Vater zweier erwachsener Zwillingstöchter völlig zurückgezogen in seiner Münchener Wohnung. (Birgit Baumann aus Berlin DER STANDARD; 12.12.2012)
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ist eigentlich ein unpassender Name für diesen Herren.
Falscher Fuffziger wäre passender. Er hat mit Lavieren und Taktieren, mit Intrigen und nebulösen Verlautbarungen schön von seinen Fehlern und seiner Führungs- und Entscheidungsschwäche abgelenkt.
Der artikel stellt den sachverhalt verkürzt dar und diffamiert Amerell damit eigentlich noch einmal. Kempter hat Amerell ja sogar sexuelle avancen gemacht (durch veröffentlichte sms bewiesen), und sich nicht "seine ablehnung ungeschickt geäussert".
Ich muss sagen, ich hab Amerell immer dafür bewundert, sich in der homophoben Welt des fußballs so selbstbewußt zur wehr gesetzt zu haben.
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