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San Francisco - Ein Mechanismus, der die Aktivität von Genen regelt, könnte die Homosexualität beim Menschen erklären. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in einer Studie. Demnach kehrt ein irrtümlich vererbter Schutzmechanismus die sexuelle Präferenz um. Die Mathematiker und Biologen glauben, damit das Rätsel gelöst zu haben, weshalb Homosexualität in manchen Familien gehäuft auftritt, obwohl bisher kein entsprechendes Gen gefunden wurde.
Aus Sicht der Evolutionsbiologie ist Homosexualität ein Rätsel: Wäre sie erblich, hätte diese Eigenschaft infolge der natürlichen Selektion mit der Zeit verschwinden müssen - da sie der Fortpflanzung nicht eben förderlich ist. Dennoch ist Homosexualität in den meisten Kulturen bei Männern wie Frauen relativ häufig.
Laut William Rice von der University of California in Santa Barbara und seinen Kollegen sind bestimmte Anhängsel an der Erbsubstanz verantwortlich: Sie würden fälschlicherweise weitergegeben und so die Partnerpräferenz des anderen Geschlechts übertragen, berichten sie vorab online im Fachmagazin "The Quarterly Review of Biology".
"Dies ist der plausibelste Mechanismus für das Phänomen der menschlichen Homosexualität", sagte Koautor Sergey Gavrilets vom National Institute for Mathematical and Biological Sciences in Knoxville in einer Mitteilung des Instituts.
Die Anhängsel, sogenannte epigenetische Marker, regulieren, wann und wie stark ein Gen aktiv ist. Normalerweise sind sie an ein Individuum gebunden und werden nicht vererbt. Gemäß jüngeren Studien können die Marker jedoch gelegentlich zwischen Generationen weitergegeben werden und zu Gemeinsamkeiten zwischen Verwandten führen.
Einige dieser Anhängsel dienen dazu, den Fötus im Uterus vor natürlichen Schwankungen der Geschlechtshormone zu schützen. Dies verhindert, dass männliche Föten verweiblicht werden und umgekehrt. Diese Marker können etwa die Ausprägung der Genitalien, der sexuellen Identität oder der Partnerpräferenz betreffen.
Wenn diese geschlechtsspezifischen epigenetischen Veränderungen aber von Vätern an Töchter oder von Müttern an Söhne weitergereicht werden, kehrt sich ihr Effekt um: Söhne erhalten einige weibliche Eigenschaften, beispielsweise die sexuelle Präferenz, Töchter erhalten männliche Eigenschaften. (APA, 12.12.2012)
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Das ist Unsinn.
Eine extra Tante und ein zusätzlicher Onkel ist ein Selektionsvorteil für den Nachwuchs. Das weiß jeder der einen homosexuellen Verwandten hat.
Die grundsätzliche Bereitschaft / Möglichkeit hat wohl jeder, die ist vermutlich genetisch vorhanden. Das heißt jetzt nicht, dass auch die individuelle sexuelle Präferenz genetisch determiniert sein muss.
Ja, aber der Spross hat vielleicht / vermutich die gleiche genetische Potenz homosexuell zu werden, wie sein Onkel oder sein Vater /seine Mutter. Wie er sich entwickeln wird ist nicht nur von den Genen abhängig.
Homosexualität der Verwandten ist sehr wohl ein Selektionsvorteil, und auch da gab es eine Studie.
Z.B. ist klar nachgewisen, dass Männer mit vielen älteren Brüdern öfter homosexuell sind. Auch gibt es diverse andere Zusammenhänge, z.B. mit dem Hormonspiegel der Mutter in gewissen Schangerschaftsphasen, und vermutlich noch ein paar, die noch keiner kennt.
Die meisten komplexen menschlichen Eigenschaften sind nicht nur durch einen Regler bestimmt, da gibt es immer mehrere.
Der Artikel will vereinfachen, verwirrt damit aber eher: Die Anhängsel (ich bleibe mal bei den Wörtern des Artikels, also die 'Anhängsel' die hier gemeint sind) sind nicht die epigenetische Marker (Marker ist immer ein mehr oder weniger indirekter Hinweis auf etwas anderes; genauso wie ein Straßenschild nicht die Straße selbst ist) ; epigenetische Sachen werden immer vererbt, sonst würden sie nicht epigenetisch genannt werden..
(Anmerkung: Das Wort das hier hauptsächlich vermieden/ersetzt wurde ist DNA-Methylierung)
gut, der Artikel wurde ziemlich sicher rein wegen des Themas ausgesucht, kaum wegen der Art der Analyse..
Die Hypothese kann stimmen oder auch nicht. Was fehlt ist die harte Validierung, die hier möglich wäre (mit Menschen natürlich nicht, aber mit Tieren ginge es auch; mir wäre diese Erkenntnis allerdings keine Tierversuche wert; aber ohne kann man kaum von Beweis reden..)
Ich muss schon sagen, dass ich die Ansichten und die Stimmung hier für bedenklich halte. Da wird ein Forschungsergebnis diffamiert, einzig und allein weil es einem nicht ins Weltbild passt bzw. weil es Homophoben in die Hände spielen würde. Das aktuelle Forschungsergebnis muss nicht stimmen, aber es ist immer möglich und auch nicht unwahrscheinlich, dass irgendeine Art "Fehler" in der Vererbung oder sonstwo für Homosexualität verantwortlich ist. Jedenfalls ist es nichts, das von vornherein ausgeschlossen werden kann, wie es viele hier ganz offensichtlich tun.
Nur weil man nicht will, dass etwas so ist, heißt das noch nicht, dass es nicht so ist und auch ein "Fehler" ändert noch nichts am Wert der Menschen.
Das, was ich im Wissenschaftsteil irgendeiner Zeitung lese, ist für mich eben nur das: irgendein x-beliebiges Forschungsergebnis, das sich halt gerade gut plakativ medial aufbereiten ließ. Wie Sie selbst sagen: das aktuelle Forschungsergebnis muss nicht stimmen. Da ist es doch wohl legitim, seine Skepsis zu äußern. Und viele tun das auch mit, wie ich finde, guten Gründen. Das würde ich jetzt nicht unbedingt als "bedenklich" bezeichnen. Bedenklicher wäre es, wenn jeder immer gleich alles glauben würde, was er liest.
Gerade an den guten Gründen happert es in der Mehrzahl der Postings aber. Es lässt sich schon klar erkennen, dass sich viele daran aufhängen, dass das Ergebnis in Richtung eines "Fehlers" der Natur geht und sie derartige Ansichten aus Prinzip ablehnen, vor allem eben wegen der Missbrauchsgefahr durch Homophobe. Statt faktischer Argumente herrscht in vielen Postings schlicht die Ansicht vor, dass sowas nicht sein darf und deshalb auch nicht stimmen kann.
Dabei ist das interessante, dass -- geschichtlich gesehen -- die frühe Homosexuellenbewegung (vor Ende des 19. Jhs) genau das Argument mit "Krankheit" vorgebracht hat, denn dann konnte von der Gegenseite damals nicht mit Strafrecht argumentiert werden. (Abgesehen davon entwickelten sich manche Arztpraxen zu regelrechten Szenetreffs)
Die Geschichte der Homosexuellenbewegung(en) ist leider eine nicht sehr bekannte.
Natürlich, dass Menschen generell eine Tendenz dazu haben, sich mehr dafür zu interessieren, was ihr Weltbild bestätigt als für das, was ihm widerspricht (confirmation bias) ist der Ursprung vieler Übel. Insofern kann ich Sie schon verstehen. Aber hier handelt es sich doch keineswegs um eine Information, die man glauben "muss". Wie gesagt: irgendein medial gut verwertbares (weil offensichtlich kontroverses) Forschungsergebnis im Wissenschaftsteil irgendeiner Zeitung. Da darf man ruhig ein bisschen zweifeln.
je älter ich werde, desto weniger glaube ich daran, dass es ein Irrtum der "Natur" ist, dass manche homosexuell sind, sondern vielmehr gewollt, um zB eine Überbevölkerung des Planeten zu verhindern oder den Betroffenen so einiges anderes zu ersparen
fraglich ist auch, den offensichtlich einzigen Sinn menschlichen Lebens in der Fortpflanzung zu erblicken (was zudem eh trotzdem geht); das stellt die Menschen wieder auf eine Stufe mit niedersten Lebewesen (nicht nur das Verhalten mancher Zeitgenossen)
wie auch immer, ich bin zwar grundsätzlich neugierig, aber praktisch betrachtete, ist diese Forschung so sinnvoll wie der Frage nachzugehen, warum manche Linkshänder sind
Eine Spezies die nicht auf Fortpflanzung fokussiert ist, wird schnell von anderen verdrängt werden, die sehr wohl darauf fokussiert sind.
Logische Schlussfolgerung: Praktisch jede heute vorhandene Spezies ist auf Fortpflanzung fokussiert.
Die Frage nach dem Sinn ist irrelevant.
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