USA erkennen syrisches Anti-Assad-Bündnis an

Präsident Obama: Oppositionelle sind "legitime Vertreter der Bevölkerung" - Russland kritisiert Entscheidung

Washington/Damaskus - Nach der Europäischen Union haben auch die USA die syrische Opposition offiziell anerkannt. Das Oppositionsbündnis "Nationale Koalition" sei "legitimer Vertreter der syrischen Bevölkerung", sagte Präsident Barack Obama am Dienstagabend dem Fernsehsender ABC News. "Das ist ein großer Schritt", meinte Obama. Die Anerkennung bedeute aber natürlich auch Verantwortung.

Laut ABC geht mit der Anerkennung jedoch nicht die Aufnahme von Waffenlieferungen an die Gegner von Syriens Präsident Bashar al-Assad einher. Allerdings sei damit eine Tür in diese Richtung geöffnet worden.

Kritik aus Moskau

Russland kritisierte die Anerkennung der syrischen Opposition durch die USA, da sie den Bemühungen um eine politische Lösung des Bürgerkriegs zuwiderlaufe. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch laut russischen Medien, die USA würden "voll und ganz auf einen militärischen Sieg" der Opposition setzen.

USA folgen EU

Am Montag hatten die EU-Außenminister das im November gebildete syrische Oppositionsbündnis anerkannt. Der Konflikt dauert seit März 2011 an, seither wurden Schätzungen zufolge mehr als 42.000 Menschen getötet. Die EU verhängte vielfach Sanktionen gegen das Regime. Aufgrund der Kämpfe gibt es mehr als 1,2 Millionen Vertriebene innerhalb Syriens sowie fast eine halbe Million Flüchtlinge in den Nachbarländern.

Am Mittwoch trifft sich die internationale Syrien-"Freundesgruppe" mit der "Nationalen Koalition" in der marokkanischen Stadt Marrakesch. Dabei soll die "Nationale Koalition" diplomatisch aufgewertet werden. Die "Freundesgruppe" will das erst im vergangenen Monat gegründete Oppositionsbündnis zur legitimen Vertretung des syrischen Volkes erklären. (APA, 12.12.2012)

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