An Geld mangelt es in Gugging nicht

11. Dezember 2012, 20:23
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Neues Laborgebäude eröffnet, weiterer Bau begonnen - Unterstützung von Bund, Land und Unternehmen

Manchmal merkt man im Institute of Science and Technology (IST Austria) doch, dass man in Niederösterreich ist. Die offizielle Eröffnung des Lab Building East Ende November konnte erst vonstattengehen, nachdem das Haus gesegnet wurde.

7000 Quadratmeter stehen im neuen Laborgebäude, das mit Passivhausstandard errichtet wurde, für zwölf Forschungsgruppen in Life Sciences - vor allem Neurobiologie - und Physik zur Verfügung. 25 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Bis Herbst 2015 soll auf dem Gelände der ehemaligen Nervenanstalt Gugging ein weiteres - drittes - Laborgebäude mit 11.500 Quadratmetern entstehen, das Forschungsgruppen in Mathematik, Physik und Chemie Raum bieten soll. Dazu kommt bis 2014 eine Preclinical Facility, in der Zucht- und Pflegeeinrichtungen für Nagetiere untergebracht werden, die für die experimentelle Forschung benötigt werden.

An Geld mangelt es dem IST Austria - anders als den meisten Universitäten - nicht. Bis 2026 hat der Bund für den Betrieb 855 Millionen Euro garantiert und weitere 425 Millionen dem Institut bedingt zugesprochen. Die Bauten werden vom Land Niederösterreich mit 508 Millionen Euro unterstützt. Dazu kommen Mittel aus der österreichischen und europäischen Forschungsförderung. Vor allem bei den begehrten Grants des European Research Council (ERC), der Grundlagenforschung in der EU fördert, kommen Wissenschafter des IST stark zum Zug. Und bei privaten Mitteln hat das Institut bisher zehn Millionen Euro von der Bertalanffy-Stiftung erhalten, je zwei Millionen Euro von Raiffeisen und Voestalpine und je eine Million Euro von Mondi und OMV.

Bis zu 830 Forscher

Mit diesen Mitteln soll die Zahl der Forscher von derzeit 135 bis 2026 auf 830 ansteigen, insgesamt auf 1100 Mitarbeiter. Derzeit gibt es 50 Doktoratsstudenten, geplant ist beim Vollausbau Platz für rund 400. Damit würde IST Austria zu einer wichtigen Ausbildungsstätte in den Naturwissenschaften werden und den Unis auf diesem Gebiet direkt Konkurrenz machen - oder sie ergänzen.

Die anfänglichen Konflikte mit einigen Top-Forschern in Österreich haben sich verzogen: Der Physiker Anton Zeilinger, der die Idee der Elite-Uni zuerst geboren hat und dann aus Ärger über die Standortwahl aus dem Projekt ausstieg, ist etwa heute Vize-Vorsitzender des Kuratoriums. (ef, DER STANDARD, 12.12.2012)


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ist.ac.at

  • Rund 120 Wissenschaftern bietet das neue Lab Building East auf dem Campus des 
IST Austria Labor- und Arbeitsplätze.
    foto: roland ferrigato

    Rund 120 Wissenschaftern bietet das neue Lab Building East auf dem Campus des IST Austria Labor- und Arbeitsplätze.

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