Kroatische Kirche gegen Sexualkunde an Schulen

11. Dezember 2012, 19:02
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Debatte um neues Unterrichtsfach

Zagreb - Das Unterrichtsfach Gesundheitskunde mit Schwerpunkt auf Sexualerziehung, das an kroatischen Schulen eingeführt werden soll, stößt bei der katholischen Kirche in Kroatien auf Ablehnung: Kardinal Josip Bozanic sagte am Dienstag, dass das Unterrichtsprogramm "nicht im Einklang mit der kroatischen Tradition" und "gefährlich" sei, da es "in manchen Teilen den Menschen zerstört".

Kritiker des neuen Unterrichtsfachs, das die Mitte-Links-Regierung einführen will, sprachen sich gegen bestimmte Themen, wie etwa Masturbation oder Homosexualität, aus. Diese würden den Schülern als etwas Natürliches nähergebracht.

"Privatsphäre von Familie"

Die Kirche fordert eine öffentliche Debatte über das neue Unterrichtsfach, da Eltern das Recht haben sollen, über die Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu entscheiden. Der gleichen Meinung sind auch die konservativen Oppositionsparten im kroatischen Parlament, HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) und die Slawonien-Partei HDSSB. Das Fach Sexualkunde dringe in die Privatsphäre von Familien ein, sagte ein HDZ-Parlamentarier am Dienstag.

Die regierenden Sozialdemokraten aber kritisierten, dass die Einmischung der Kirche in weltliche Angelegenheiten wie die Bildung "unmöglich" sei. Es habe auch bisher ohne Probleme funktioniert, dass im Fach Religion eine andere Entstehung der Welt gelehrt werde als im Fach Geografie, hieß es. (APA, 11.12.2012)

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