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Spurensicherung nach Gewalttaten soll verbessert werden.
Wien - Vor etwa zwei Jahren haben Experten begonnen, eine Checkliste zur Beweissicherung von Spuren am Körper eines Gewaltopfers zu erarbeiten. Sie haben - wie berichtet - ein standardisiertes Formular entwickelt, nach dem Ärzte vorgehen könnten, wenn an einem Patienten Folgen von Gewalt zu dokumentieren sind. Wie der Standard nun erfuhr, soll die Rohfassung dieses Fragebogens bereits seit einem halben Jahr fertig sein, implementiert wurde er aber bisher nicht.
Bevor die Arbeitsunterlage für Mediziner eingeführt werden kann, braucht es noch grünes Licht der Österreichischen Ärztekammer. Deren Vertreter Jörg Pruckner sagt, die Kammer werde den Fragebogen "an sich demnächst, also noch vor Weihnachten" absegnen. Pruckner ließ sich nicht ganz festnageln, man wisse ja wegen der Gesundheitsreform "nicht so genau, was passiert", sagte er. Eine rasche Implementierung dieses "einfachen Tools" hat Ende voriger Woche jedenfalls Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) gefordert.
Die Erarbeitung des Leitfadens erfolgt im Zuge des Projekts Medpol vom Innenministerium, das die Kooperation von Medizinern und Polizisten verbessern soll. Man liege im Zeitplan, erläuterte Bundeskriminalamts-Sprecherin Silvia Strasser. Anfang 2013 werde der Leitfaden vorgestellt. Bis zuletzt seien noch Kleinigkeiten adaptiert worden, die Arbeit mit der Ärztevertretung sei eng und laufe problemlos.
In Österreich hapert es derzeit noch oft an Genauigkeit bei der Beweissicherung an Gewaltopfern, kritisierten zuletzt Experten. Und das, obwohl bereits 2010 ein Leitfaden zur "gesundheitlichen Versorgung gewaltbetroffener Frauen" flächendeckend an alle relevanten Spitalsabteilungen und an niedergelassene Allgemeinmediziner und Frauenärzte verschickt wurde. Der Leitfaden umfasste 114 Seiten, der aktuelle Dokumentationsbogen hat vier.
Gut gesicherte Spuren können noch Monate später als Beweise in einem Gerichtsverfahren eine entscheidende Rolle spielen. Oft sind auch kleine blaue Flecken oder Kratzer, sogenannte Bagatellverletzungen, von großer Bedeutung. Diese werden derzeit laut Experten aber oft übersehen. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 12.12.2012)
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Deren Vertreter Jörg Pruckner sagt, die Kammer werde den Fragebogen "an sich demnächst, also noch vor Weihnachten" absegnen. Pruckner ließ sich nicht ganz festnageln, man wisse ja wegen der Gesundheitsreform "nicht so genau, was passiert", sagte er.
Wie ist das "man wisse ja wegen der Gesundheitsreform nicht so genau was passiert" zu verstehen? Was weiß man nicht so genau, warum?
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