Athens Rückkauf der Schulden ist gelungen

11. Dezember 2012, 20:56
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Die Aktion wurde etwas teurer als geplant. Nun entscheidet die Eurogruppe definitiv über Kredithilfen

Der von der griechischen Regierung seit einer Woche abgewickelte Rückkauf von Staatsschulden im Nominalwert von 30 Milliarden Euro hat offenbar funktioniert. Das berichtete das staatliche Fernsehen in Athen Montagnachmittag kurz vor einer Telefonkonferenz der 17 Euro-Finanzminister unter Berufung auf das griechischen Finanzministerium.

Allerdings musste Griechenland dafür etwas tiefer in die Tasche greifen als erhofft, verlautete aus Eurozonen-Kreisen. Zwar seien 31,8 Milliarden Euro in Schulden angedient worden, jedoch zu einem höheren Preis als die geplanten zehn Milliarden Euro. Der Durchschnittspreis habe 33,5 Prozent pro Euro Nennwert betragen. Die Schuldenquote werde auf 126,6 Prozent des BIP statt der geplanten 124 Prozent sinken.

Details über den Rückkauf wollte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras am Abend mit seinen Kollegen erörtern. Erwartet wurde, dass die Eurominister bei der für Donnerstag geplanten Sondersitzung vor dem EU-Gipfel in Brüssel die anstehende Auszahlung der Hilfskredite für Athen auch formal beschließen werden.

Die Reduktion der Gesamtschuld ist essenzielle Bedingung dafür, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) das Hilfspaket weiter finanziell unterstützt. Der Schuldenrückkauf gehört dazu. Die Frist für den Rückkauf hatte Athen bis Dienstag zwei Mal verlängern müssen.

Zur Sprache kommen sollte zumindest informell auch, wer Jean-Claude Juncker als Chef der Eurogruppe nachfolgt. Die Suche danach wird immer schwieriger, weil der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, der das gerne möchte und von Kanzlerin Angela Merkel auch unterstützt wird, auf Widerstand stößt.

Gerüchte um Lagarde

Beim Außenministertreffen am Montag kam sogar der Name von Christine Lagarde ins Spiel, die bis zum Wechsel an die Spitze des Währungsfonds Ende 2010 französische Finanzministerin war. Sie gilt als brillant, wird von den Europäern aber auch dringend im Währungsfonds gebraucht. Im Kompromiss könnte der Finanzminister eines kleinen, stabilen Eurolandes Juncker nachfolgen. (Thomas Mayer aus Brüssel, DER STANDARD, 12.12.2012)

  • Ioannis Stournaras soll Schulden drastisch senken.
    foto: epa

    Ioannis Stournaras soll Schulden drastisch senken.

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