Mehr Bewusstsein für sexuelle Gewalt durch Causa Strauss-Kahn

Stefan Brändle aus Paris, 11. Dezember 2012, 18:08
  • Die Affäre hat Spuren auch in Frankreichs Wortschatz hinterlassen: "Faire son DSK" bedeutet so viel wie "den Wüstling spielen".
    foto: ap photos, file

    Die Affäre hat Spuren auch in Frankreichs Wortschatz hinterlassen: "Faire son DSK" bedeutet so viel wie "den Wüstling spielen".

Die Affäre um Strauss-Kahn hat Spuren in der französischen Gesellschaft gelassen

Dominique Strauss-Kahn und das ehemalige Zimmermädchen Nafissatou Diallo haben ihre außergerichtliche Einigung unterzeichnet, nach der das Zivilverfahren wegen Vergewaltigung gegen Strauss-Kahn eingestellt wird. Mehrere Millionen Dollar soll Strauss-Kahn der Deal wert gewesen sein, Details wurden vorerst nicht bekannt.

Anklage wegen "organisierter Zuhälterei"

Diallo dankte nach dem Gerichtstermin "Gott und allen, die mich unterstützt haben". Strauss-Kahns Anwälte zeigten sich in einem dürren Communiqué "befriedigt" von der Einigung. Ihr Klient war in Paris geblieben. Wie zum Trotz ließ er sich in den vergangenen Tagen in einer Pariser Disco neben drei jungen Blondinen ablichten. Nächste Woche muss er noch vor einen Richter in Lille, wo ihm eine Anklage wegen "organisierter Zuhälterei" droht.

Die Affäre hat Spuren auch in Frankreichs Wortschatz hinterlassen: "Faire son DSK" bedeutet so viel wie "den Wüstling spielen". Kein französischer Komiker kommt heute ohne einen DSK-Scherz aus. "Die DSK-Affäre stellt für Frankreich eine Wende dar", meint Elaine Sciolino, Paris-Korrespondentin der New York Times. "Die französische Gesellschaft muss ihr Frau-Mann-Verständnis hinterfragen."

Viermal so viele Anrufe

Seit der Affäre sprächen die Französinnen freier über sexuelle Gewalt, meint Clémentine Autain, eine Pariser Politikerin, die als 23-jährige Studentin vergewaltigt worden ist. Der Verein "Worte von Frauen" verzeichnet seit Beginn der DSK-Affäre viermal so viele Anrufe wegen Ehegewalt oder sexueller Aggression.

Laut dem Philosophen Vincent Cespedes gibt es weiterhin "eine kleine Elite von Phallokraten, die meinen, Macht und Männlichkeit seien dasselbe". Die Romanautorin Sabine Aussenac gibt zu bedenken, dass in Frankreich alle zweieinhalb Tage eine Frau von ihrem Mann getötet werde. "Die DSK-Affäre hat einen Bewusstseinsprozess ausgelöst", meint sie. "Aber jetzt muss er auch in die Realität umgesetzt werden." (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 12.12.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 50
1 2
Fragen über Fragen - Lügen über Lügen

1. Angeblich ist Dominique Strauss-Kahn nackt aus der Dusche gekommen, als Nafissatou Diallo das Zimmer aufgeräumt hat. Ich war schon oft in Hotels, aber Zimmermädchen kommen nicht ins Zimmer, wenn sie wissen, dass der Gast da ist.

2. Die Zimmertür war unversperrt. Warum ist das Zimmermädchen Nafissatou Diallo nicht einfach hinausgegangen?

3. Nafissatou Diallo ist ungefähr einen Kopf grösser als Dominique Strauss-Kahn.

4. Dominique Strauss-Kahn war wahrscheinlich nackt, sicher aber unbewaffnet und hat keine Gewalt angewendet. WIE konnte er diesen Frau zum Blowjob "zwingen" ?

warum zahlt er dann?

alter wüstling

Mr. strauss-kahn...

Dr.Dralle...augenarzt graz, murgasse...hier kann ihnen geholfen werden...

Hier glauben anscheinend noch immer welche,

dass das Zimmermädchen zum Blowjob gezwungen wurde. Wie oder womit? Das Gericht konnte hier nichts Anstößiges finden. Na, wenigstens hat es nicht nur DSK den Job gekostet, sondern auch teilweise zu Sarkozys Niederlage beigetragen...

neues bewußtsein?

auch vor 100 Jahren konnte man sich schon alles kaufen, wenn man genug geld hatte

er ist jung

und hat's gebraucht...

in diesem fall gilt die unschuldsvermutung nicht

im fall grasser pouilly meindel schüssel faymann spindelegger glawischnig strache .....
schon

was sagt uns das über diese zeitung
und
über DSK

Für DSK gilt , mit Geld kann man sichs richten!
Für die Dame wars ein einträglicher Blow Job!

Warum erklärt er dann die vielen blauen

Flecken des Zimmermädchens nicht?

Immerhin konnte er aktuell in Cambridge dazu befragt werden!

Er hat darauf (lt. spiegelonline) geantwortet, nachdem die Anklage gegen ihn fallen gelassen wurde, möchte er das nicht erklären.

....

Warum hat der sich kein hübsches Callgirl geholt? Dann wäre er auch nicht unzufrieden gewesen und hätte seine Rechnung bezahlt.

Ich denke,

dies würde seine Machtgelüste eher nicht befriedigen.

Den Kick hat der offenbar nur, wenn er dabei Gewalt anwendet.

er wollte wohl den Nervenkitzel, das Bewusstsein, jede Magd haben zu können, die ihm über den Weg läuft...

ich glaub eher,...

...der wollte gar nix bezahlen-zuerst natürlich schon...aber dann scheint er mal an die falsche geraten zu sein,pech,hr DSK!

mich persönlich hat die causa eher für die tatsache sensibilisiert, wie simpel sich geldgeile zimmermädels an einem promi gesundstoßen können.

nicht falsch verstehen, ich war auch nicht dabei. aber wenn ich mir die dame ansehe und anhöre und lese, was die staatsanwaltschaft von ihr hält --

hinterfragen sie manchmal ihre gedanken?

wenn ich mir die dame ansehe (...)

sie glauben wohl dass nur topmodels vergewaltigt werden?

aber dieser denkansatz ist falsch. vergewaltigern geht es nicht darum die schönheit der frau für kurze zeit zu besitzen, sondern darum ihre eigene gewalt auszuleben und zu spüren. deswegen heisst es ver-gewalt-igung

das stimmt natürlich.

und trotzdem... ist das... einfach... irgendwie...

unglaubwürdig...

Genau! Sie waren nicht dabei. Halten wir uns also an die bekannten Fakten:
1) der Frau wurde unterstellt, sie sei unglaubwürdig, da sie im Asylverfahren gelogen hätte. Die 'Lüge' bestand darin, dass sie eine für das verfahren irrelevante Vergewaltigung nicht berichtet hat.
2) DSK hat zuerst behauptet, er sei mit der Tochter in Restaurant gewesen. Danach hat er zugegeben, dass er im Hotel war. Er hat nachweislich in der causa gelogen.
3) mehrere Frauen haben vor und nach dem vorfall von Belästigung und Vergewaltigungsversuchen durch DSK berichtet.

Wer ist nun glaubwürdiger?

Wenn S-K. so drauf war, warum lief der noch immer frei herum? Oder dürfen das Politiker in Frankreich so einfach?

Ich finde das alles merkwürdig, auch dass eine Partei so jemand an die Spitze lässt. Immerhin sind die Hälfte der Wähler weiblich. Wissen die Parteibonzen das nicht? Oder sind denen Frauen prinzipiell egal?

bei uns kommen ganz andere kapazunder an die spitze...

Sie, Susanne B.!

bis heute gab es keine anschuldigung gegenüber dsk

die glaubwürdig genug für eine verurteilung war. das ist die tatsache, die ich sehe.

So kann man sich die Welt auch zurechtrücken.

Da die wenigsten Vergewaltigungen und sexuelle Mißbräuche (auch was Kinder betrifft) mit einer Verurteilung enden (im Zweifel für den Angeklagten; gibt es keine eindeutigen Beweise und kein Geständnis bestehen immer Zweifel), beduetet dies nach xxx...yyy... und vielen anderen hier, dass es eh kaum Vergewaltigungen und Mißbräuche (auch was Kinder betrifft) gibt.
Na, dann hoffe ich mal, dass es nie Sie oder eine/n ihrer Angehörigen trifft.

"beduetet dies nach xxx...yyy... und vielen anderen hier, dass es eh kaum Vergewaltigungen und Mißbräuche (auch was Kinder betrifft) gibt"

nein - lernens lesen!

es IST schlicht eine tatsache, daß es keine anschuldigung gegenüber dsk gab,die glaubwürdig genug für eine verurteilung war - und wenn sie sich auf den kopf stellen

über die tatsächliche zahl an vergewaltigungen und mißbräuchen sagt das natürlich genau gar nichts

die schlussfolgerung, die sie mir da so locker unterschieben, ist aber

nicht von mir, sondern von ihnen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 50
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.