Höchste ÖAW-Auszeichnungen an Biologen und zwei Kunsthistoriker

11. Dezember 2012, 17:31
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Preise für insgesamt 13 Wissenschafter, davon zehn Nachwuchsforscher - Verleihung am 14. Dezember

Wien - Für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Stammzellbiologie erhält Jürgen Knoblich den mit 15.00 dotierten "Erwin Schrödinger-Preis 2012" der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Der gleich hoch dotierte "Wilhelm Hartel-Preis" wird in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die beiden Kunsthistoriker Günter Brucher und Hellmut Lorenz vergeben. Am 14. Dezember erhalten auch zehn Nachwuchswissenschafter Preise der ÖAW für außergewöhnliche Leistungen. Das teilte die Akademie am Dienstag in einer Aussendung mit.

Jürgen Knoblich ist seit 2004 Senior Scientist und seit 2005 stellvertretender wissenschaftlicher Direktor am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW. Er arbeitet an der Erforschung zellulärer Mechanismen, die für die besonderen Eigenschaften von Stammzellen verantwortlich sind. Bei Untersuchungen der Stammzellen im Gehirn von Fruchtfliegen und Mäusen konnte er einen Prozess identifizieren, der für die asymmetrische Teilung der Zellen verantwortlich ist. Diese Erkenntnisse haben eine erhebliche Relevanz für die medizinische Forschung, insbesondere für die Tumorforschung.

Wilhelm Hartel-Preisträger Günter Brucher befasste sich in 15 Monografien sowie zahlreichen Aufsätzen und Katalogbeiträgen mit unterschiedlichen Themen der Kunstgeschichte. Er war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 als Ordinarius für Österreichische Kunstgeschichte und Institutsvorstand an der Universität Salzburg tätig. Der Forschungsschwerpunkt von Hellmut Lorenz liegt auf der Baukunst des mitteleuropäischen Barock und des Klassizismus. Lorenz war ab 1985 Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und wechselte 1997 an die Universität Wien, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 als Professor für Kunstgeschichte tätig war.

Ausgezeichnete Nachwuchsforscher

Die ausgezeichneten Nachwuchsforscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften befassen sich mit der Analyse der administrativen Bearbeitung von Asylanträgen in Österreich (Julia Dahlvik), der Untersuchung von Medien, die von Migrantinnen und Migranten selbst produziert werden (Viktorija Ratkovic), der Entwicklung der Rechtswissenschaft in der Zeit der römischen Republik (Christine Lehne), der Geschichte der sowjetischen Besatzung in Österreich zwischen 1945 und 1955 (Barbara Stelzl-Marx), der galizischen Grenzstadt Brody während der Habsburgermonarchie (Börries Kuzmany) und der ältesten erhaltenen Bilderhandschrift einer ?joyeuse entree? aus den burgundischen Niederlanden (Björn R. Tammen).

In den Natur- und Biowissenschaften werden vier Forscher ausgezeichnet. Jörg Schrittwieser beschäftigt sich mit der Entwicklung eines effizienten Verfahrens für die Herstellung von Alkaloiden aus der Klasse der Berbine und Benzylisochinoline, David Weismann erforscht einen Mechanismus bei der Entstehung von altersbedingter Makuladegeneration. Der paläogeografischen und paläoozeanografischen Entwicklung des Puchkirchener Beckens vor etwa 20 Millionen Jahren widmet sich Patrick Grunert, Clemens Fuchs erforscht Fragestellungen der diophantischen Geometrie. (APA, 11.12.2012)

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